lagebuch XIV

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 06.05.2012, 12:22



lagebuch XIV




jemand sagt
was ich zu sagen habe
ich schweige
und bleibe mir etwas schuldig



leere straßen in dunkelheit
das echo von hundegebell
es gibt nichts
was ich mehr liebe und hasse



habe über camenbert nachgedacht
er wird reifer mit zunehmendem alter
und wird ungekühlt schnell weich und stinkt



immer wieder
lande ich auf dem weg zu dir
vor meiner eigenen türe



auf die frage
was schief gelaufen ist
kommt mir immer
gerade gehen
in den sinn



es ist
es ist noch
es ist noch nicht
es ist noch nicht vorbei




.

pjesma

Beitragvon pjesma » 06.05.2012, 15:14

das ist hübsch. ich interpretiere jetzt mal freischnauze die letzte strophe als wörtlichen (und auch grafischen!) ersten schrit :-)...es ist ein fuss über die schwelle!
lg

Niko

Beitragvon Niko » 11.05.2012, 16:45

ja, danke pjesma. - was heißt bei dir: hübsch?

liebe grüße: niko

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Eule
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Beitragvon Eule » 11.05.2012, 18:14

Hallo Niko, in Strophe 1 würde ich auf das "mir" verzichten, in Strophe 3
auf das "und". Die Einträge liefen sonst in Gefahr, zu selbstverliebt oder lapidar zu wirken. ;-)
Ein Klang zum Sprachspiel.

pjesma

Beitragvon pjesma » 13.05.2012, 08:57

hm, gute frage ;-)
jedenfalls nichts negatives. hübsch bedeutet bei mir meistens dass etwas mit leichtigkeit rüberkommt, dass ich es als ansprechend finde, weil man dem ganzen das pfeilen dahinter nicht anmerkt, so, aus einem guß
lg

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 15.05.2012, 09:43

Hallo Niko,

Pjesma hat geschrieben:hübsch bedeutet bei mir meistens dass etwas mit leichtigkeit rüberkommt
Genau diese "Leichtigkeit", das "Unangestrengte" fehlt mir hier, vor allem im Vergleich zu Lagebuch XIII. Ich empfinde diese Strophen und ihre Zusammenstellung wesentlich "angestrengter" und "anstrengender", ums Wortspiel und sich selbst kreisender.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)


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