zur nacht

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 03.04.2012, 12:05



zur nacht


der geruch der abendglocken
unterm mondstrich
das verlöschen eines sterns
der vor jahrtausenden aufgab

lesbar darin ist nichts
was ich nicht schon längst
gesehen habe

und doch

hoffen auf mehr licht
und namen zu finden
für sorglosigkeiten




.

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Eule
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Beitragvon Eule » 12.04.2012, 22:40

Es gefällt mir, wie Du in diesem Text Metaphern und direkte Rede (in den Strophen 1 und 2) antithetische gegeneinander setzt. Und auch die Synthese der Strophe 3, die das Leichte im Loslassenkönnen beschreibt. Viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 13.04.2012, 09:54

Hallo Niko,

das gefällt mir gut. Vor allem der Geruch der Abendglocken und die Namen für Sorglosigkeiten.
Einzig die Zeile "der vor jahrtausenden aufgab" scheint mir sowohl klanglich als auch inhaltlich zu viel.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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leonie
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Beitragvon leonie » 14.04.2012, 17:51

Lieber Niko,

ich mag einfach den Ton in Deinen Gedichten. Hier leicht lakonisch-melancholisch, trifft mich.

Gern gelesen!

Liebe Grüße

leonie

Niko

Beitragvon Niko » 19.04.2012, 16:50

danke leo, flora und eule für eure kommentare! der stern, der vor jahrtausenden aufgab...- ich finde, zumindest inhaltlich hat diese stelle seine berechtigung. meinst du, es ist zu dick aufgetragen, flora? deinen worten entnehme ich mehr, dass du diesen "nebengedanken" für nicht passend hälst. hm......

liebe grüße: niko

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 20.04.2012, 19:54

Hallo Niko,

der stern, der vor jahrtausenden aufgab...- ich finde, zumindest inhaltlich hat diese stelle seine berechtigung. meinst du, es ist zu dick aufgetragen, flora? deinen worten entnehme ich mehr, dass du diesen "nebengedanken" für nicht passend hälst. hm......
Der Stern wird hier personifiziert, damit habe ich oft Schwierigkeiten. Hier lenkt es mich aber auch ab und das Verlöschen des Sterns ist mir für das Gedicht stark und aussagekräftig genug, ich brauche diese Zeile inhaltlich nicht.
Klanglich komme ich einfach schon beim Stern an. Die Zeile klingt und liest sich dann für mich wie angehängt. Vielleicht nehme ich es wirklich als Nebengedanken wahr, der mich hier einfach mehr stört, als bereichert.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)


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