Auf einer Insel stehn, das hat was Schönes!
Es tut mir leid, ich finde sie nicht mehr.
Sie hatte Bohnenform, sie lag im Flachen,
gefroren war der Schaum zu Salzbaiser.
Tentakeln schlang um unsre Schuh’ der Tang,
wir gingen vorn am Spülsaum auf und ab,
ich habe sie, weißt du es noch, geknipst!
Es tut mir leid, ich finde sie nicht mehr.
Lag wie ein Strich das ferne Königreich
am Rande nicht der taubengrauen See?
Wir wateten zwei Schritte durch das Wasser
und waren angekommen, weißt du noch?
Auf einer Insel stehn, das hat was Schönes,
es war zwar kalt, doch wir warn eingemummt.
Getrennt von Festland durch den schmalen Priel,
besaß sie Bohnenform und lag im Flachen.
Nein, sei nicht traurig, denn sie taucht schon bald,
vielleicht schon morgen wieder aus der See!
Wir waten zwei, drei Schritte durch das Wasser,
und sind zurück in unserm kalten Glück.
Tentakeln schlingt um unsre Schuh der Tang,
auch wenn der Schaum nicht mehr gefroren ist,
für uns bleibt er der alte Salzbaiser:
Wir werden wieder auf der Insel stehn!
Immunisiert von all den kalten Tagen
gehn wir am Spülsaum vorne auf und ab,
ich knipse sie erneut, wie sie da liegt,
wir waten durch den taubengrauen Priel.
Sie hat wohl Bohnenform und hebt sich kaum
mit ihrem Rücken aus dem flachen Wasser.
Auf einer Insel stehn, das hat was Schönes,
wenn auch das Königreich noch ferne liegt.
Salzbaiser
Das ist schön, Quoth.
Ich finde es melancholisch und tröstlich zu gleich. Und mag die Bilder, man sieht sie vor sich, die Bohnenform-Insel und schon entzieht sie sich wieder. Salzbaiser, taubengrau, Tentakeltang: Das gefällt mir.
Bestimmt liegt eine bestimmte Form zugrunde, die ich nicht erkenne.
Liebe Grüße
leonie
Ich finde es melancholisch und tröstlich zu gleich. Und mag die Bilder, man sieht sie vor sich, die Bohnenform-Insel und schon entzieht sie sich wieder. Salzbaiser, taubengrau, Tentakeltang: Das gefällt mir.
Bestimmt liegt eine bestimmte Form zugrunde, die ich nicht erkenne.
Liebe Grüße
leonie
Freut mich, Leonie, dass es Dir gefällt.
Nein, keine bestimmte Form, nur dass ich wiederhole und variiere, wie es in der Musik üblich ist. Ein Motiv, das mir gefällt, scheint mir unterbewertet und wie weggeworfen, wenn ich es nur einmal benutze. Die Strophenzahl ergab sich, als ich merkte, dass ich dem Text ein bestimmtes Wort einbeschreiben konnte.
Ich hatte übrigens Priel nur mit einfach i geschrieben ("Willst du viel, spül mit Pril"),
das und andere Kleinigkeiten habe ich geändert.
Gruß
Quoth
leonie hat geschrieben:Bestimmt liegt eine bestimmte Form zugrunde, die ich nicht erkenne.
Nein, keine bestimmte Form, nur dass ich wiederhole und variiere, wie es in der Musik üblich ist. Ein Motiv, das mir gefällt, scheint mir unterbewertet und wie weggeworfen, wenn ich es nur einmal benutze. Die Strophenzahl ergab sich, als ich merkte, dass ich dem Text ein bestimmtes Wort einbeschreiben konnte.
Ich hatte übrigens Priel nur mit einfach i geschrieben ("Willst du viel, spül mit Pril"),
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
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