In unserer Stadt
haben zwei zusammen
einem allein
die Fresse poliert
Der hatte ne Gitarre dabei.
Die ist jetzt weg.
Der allein
lag erst eine Nacht
hinter der Plakatwand.
Da gingen welche vorbei.
Die haben ihn liegenlassen,
der war ja so blutig und dreckig
und selber schuld.
Nun ist er im Krankenhaus.
Der allein.
Dabei wollte er
eigentlich nur singen.
Singen und dann
nach Haus.
Der allein
-
Niko
das ist toll, leonie! ich mag es, wie du die sprache einsetzt in diesem gedicht. ist zwar ziemlich plakativ und ein vorfall, wie er klassisch zu sein scheint, aber nu. du nimmst dem ganzen das moralinsaure und fingerzeigende und was weiß ich durch deinen hier angewandten schreibstil.
respekt!
....ein klitzemeckern hab ich nun doch: dieses "ganz bestimmt" - ich weiß nicht. das birgt mir zuviel unsicherheit des betrachters. ist das so? man ist zwar unsicher, will aber auf jedenfall emotional sich nicht belasten mit dem da. "hat ja selber schuld" zb. fände ich besser. zumal es bei dieser redewendung auch ein wenig das anklagende von sich weisen beinhaltet. finde ich.
liebe grüße: niko
respekt!
....ein klitzemeckern hab ich nun doch: dieses "ganz bestimmt" - ich weiß nicht. das birgt mir zuviel unsicherheit des betrachters. ist das so? man ist zwar unsicher, will aber auf jedenfall emotional sich nicht belasten mit dem da. "hat ja selber schuld" zb. fände ich besser. zumal es bei dieser redewendung auch ein wenig das anklagende von sich weisen beinhaltet. finde ich.
liebe grüße: niko
-
Gerda
Liebe leonie,
das, was Niko an deinem Text lobt, sind für mich Kriterien, die beinahe zur vollständigen Ablehnung führen, da ich diesen Text nur eins zu eins lesen kann, und als Leserin festgelegt werde.
Seht her, sprichst du deine Leser an, so geht es zu in unsrer Gesellschaft.
Mir ist das zu vordergründig. Vielleicht wäre hier eine völlig andere Form angemessen, man müsste als Leser mehr über die "Besonderheit", die Hintergründe dieses Ereignisses erfahren. Lyrisch wirkt es auf mich nicht, sondern plakativ und sehr allgemein.
Du erzählst eine reale Begebenheit, die leider so selten nicht und darum auch nicht besonders ist.
Gerade unter Musikern gibt es oft Streit um die besten Plätze in den innenstaädten wie auch auch bei Bettlern.
Beste Plätze = Wo die Einnahmen am wahrscheinlichsten sind.
Wenn, wie fast immer, Alkohol im Spiel ist, führt das zu Prügeleien. Die Hemmschwelle ist derart herabgesetzt, dass auch zwei sich auf einen Einzelnen stürzen. Die Regeln, auch für Prügeleien gibt es solche, auf die du unterschwellig anspielst (2:1) werden außer Kraft gesetzt.
Dieses ist überdies leider Alltag in Städten mit sozialen Brennpunkten, an Schulen in diesen Stadtteilen. Vermehrt nicht einmal mehr auf solche "Bereiche begrenzt.
Die Kontrahenten interessiert es nicht, wenn einer am Boden bleibt. So ensteht bekanntlich auch Mobbing (Physiologisch wie psychologisch).
Wenn man die Verrohung der Gesellschaft (nicht einmal, einem am Boden liegenden Menschen zu helfen), darstellen, meinethalben auch plakatieren möchte, bedarf es m. E. subtilerer Mittel.
Im Theater würde deine Geschichte funktionieren. Da wären die Mittel vorhanden.
Liebe Grüße
Gerda
das, was Niko an deinem Text lobt, sind für mich Kriterien, die beinahe zur vollständigen Ablehnung führen, da ich diesen Text nur eins zu eins lesen kann, und als Leserin festgelegt werde.
Seht her, sprichst du deine Leser an, so geht es zu in unsrer Gesellschaft.
Mir ist das zu vordergründig. Vielleicht wäre hier eine völlig andere Form angemessen, man müsste als Leser mehr über die "Besonderheit", die Hintergründe dieses Ereignisses erfahren. Lyrisch wirkt es auf mich nicht, sondern plakativ und sehr allgemein.
Du erzählst eine reale Begebenheit, die leider so selten nicht und darum auch nicht besonders ist.
Gerade unter Musikern gibt es oft Streit um die besten Plätze in den innenstaädten wie auch auch bei Bettlern.
Beste Plätze = Wo die Einnahmen am wahrscheinlichsten sind.
Wenn, wie fast immer, Alkohol im Spiel ist, führt das zu Prügeleien. Die Hemmschwelle ist derart herabgesetzt, dass auch zwei sich auf einen Einzelnen stürzen. Die Regeln, auch für Prügeleien gibt es solche, auf die du unterschwellig anspielst (2:1) werden außer Kraft gesetzt.
Dieses ist überdies leider Alltag in Städten mit sozialen Brennpunkten, an Schulen in diesen Stadtteilen. Vermehrt nicht einmal mehr auf solche "Bereiche begrenzt.
Die Kontrahenten interessiert es nicht, wenn einer am Boden bleibt. So ensteht bekanntlich auch Mobbing (Physiologisch wie psychologisch).
Wenn man die Verrohung der Gesellschaft (nicht einmal, einem am Boden liegenden Menschen zu helfen), darstellen, meinethalben auch plakatieren möchte, bedarf es m. E. subtilerer Mittel.
Im Theater würde deine Geschichte funktionieren. Da wären die Mittel vorhanden.
Liebe Grüße
Gerda
Lieber Niko,
danke Dir! Ich freue mich, dass der Text für Dich funktioniert. Die von Dir angemerkte Stelle ändere ich, das leuchtet mir ein.
Liebe Gerda,
das ist jetzt genau das andere Extrem, für Dich funktioniert der Text gar nicht.
Ich weiß um die Plakativität, auch darum, dass der Text nicht metaphorisch arbeitet. Das Stilmittel ist hier ja eher die bewusst simple Sprache.
Ich fände spannend zu sehen, wie es für Dich konkret umsetzbar wäre.
Danke Euch beiden für die Rückmeldungen!
Liebe Grüße
leonie
danke Dir! Ich freue mich, dass der Text für Dich funktioniert. Die von Dir angemerkte Stelle ändere ich, das leuchtet mir ein.
Liebe Gerda,
das ist jetzt genau das andere Extrem, für Dich funktioniert der Text gar nicht.
Ich weiß um die Plakativität, auch darum, dass der Text nicht metaphorisch arbeitet. Das Stilmittel ist hier ja eher die bewusst simple Sprache.
Ich fände spannend zu sehen, wie es für Dich konkret umsetzbar wäre.
Danke Euch beiden für die Rückmeldungen!
Liebe Grüße
leonie
Hallo leonie, dieser für mich gelungene Text erinnert von seiner Sprachmelodie her an Brecht´sche Moritate und Bänkellieder. Der "moderne" Inhalt erscheint mir in seiner Direktheit gut zu dieser Form passend.
Zuletzt geändert von Eule am 01.12.2011, 16:21, insgesamt 1-mal geändert.
Ein Klang zum Sprachspiel.
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