Schriftspiegel
Das unbekannte Bild im Tausch,
gab ich den Lesern, was ich schrieb,
auf dass sie wüssten, wer dort sei,
im aufgebrochnen Spiegel.
Wie unbenannt sind doch die Tage,
wenn Morgenlicht im Nebel hängt
und wir die Schönheit schlafen sehn,
die grauen Äste malen.
Die Sonne mischt die Täuschungen
ins dicht beschriebne Blatt,
das die Gefühle meint,
die durch die Nächte treiben.
Schriftspiegel
Hallo Jelena,
das gefällt mir ausnehmend gut!
Die erste Strophe entfaltet das Thema "Schriftspiegel", die 2. gibt das unbekannte Bild, in dem das Lyr-Ich durch die selbstvergessene Betrachtung des hereinbrechenden Morgens die Gefühle gespiegelt findet, die in der 3. Strophe bei der Rückkehr zum Tagbewusstsein verschwinden...
Ich hätte noch zwei Fragen:
Wieso "was ich schrieb"? Müsste es nicht "das ich schrieb" heißen, nämlich das unbekannte Bild?
Und durch die Beibehaltung des Rhythmus in der 1. Zeile
Die Sonne mischt die Täuschungen
ins dicht beschriebne Blatt,
das die Gefühle meint,
die durch die Nächte treiben.
würde für mich die Bedeutung der beiden mittleren Zeilen unterstreichen.
LG, Carl
das gefällt mir ausnehmend gut!
Die erste Strophe entfaltet das Thema "Schriftspiegel", die 2. gibt das unbekannte Bild, in dem das Lyr-Ich durch die selbstvergessene Betrachtung des hereinbrechenden Morgens die Gefühle gespiegelt findet, die in der 3. Strophe bei der Rückkehr zum Tagbewusstsein verschwinden...
Ich hätte noch zwei Fragen:
Wieso "was ich schrieb"? Müsste es nicht "das ich schrieb" heißen, nämlich das unbekannte Bild?
Und durch die Beibehaltung des Rhythmus in der 1. Zeile
Die Sonne mischt die Täuschungen
ins dicht beschriebne Blatt,
das die Gefühle meint,
die durch die Nächte treiben.
würde für mich die Bedeutung der beiden mittleren Zeilen unterstreichen.
LG, Carl
-
Gerda
Liebe Jelena,
zunächst einmal, mir gefällt der Text auch sehr gut.
Sehr schön durchkomponiert und ein wirklich musikalischer Rhythmus ohne Reim!
Zuerst dachte ich auch, es müsse "das" heißen.
Ich vermute aber, dass sich das "was" nicht auf das Bild bezieht, sondern auf den Inhalt Inhalt dessen, was Lyrich geschrieben hat ...
Jedenfalls habe ich es so verstanden, dass Lyrich Geschriebens für ein Bild hingibt.
Liebe Grüße
Gerda
zunächst einmal, mir gefällt der Text auch sehr gut.
Sehr schön durchkomponiert und ein wirklich musikalischer Rhythmus ohne Reim!
carl hat geschrieben:Ich hätte noch zwei Fragen:
Wieso "was ich schrieb"? Müsste es nicht "das ich schrieb" heißen, nämlich das unbekannte Bild?
Und durch die Beibehaltung des Rhythmus in der 1. Zeile
Zuerst dachte ich auch, es müsse "das" heißen.
Ich vermute aber, dass sich das "was" nicht auf das Bild bezieht, sondern auf den Inhalt Inhalt dessen, was Lyrich geschrieben hat ...
Jedenfalls habe ich es so verstanden, dass Lyrich Geschriebens für ein Bild hingibt.
Liebe Grüße
Gerda
Hallo Jelena,
so angetan wie Carl und Gerda bin ich nicht, und das liegt am Satzbau - gleich den Anfang empfinde ich als arg holprig und unübersichtlich, und am Ende fällt der Text durch diese beiden aneinandergehängten Relativsätze etwas unbefriedigend ins nichts, statt den Text wirklich zu schließen. (Im Mittelteil - kann man da das Komma hinter "hängt" nicht weglassen? Und vielleicht hinter "sehn" ein Semikolon setzen statt eines Kommas? Dieser Kommaaufmarsch an den Versenden ist ein klein wenig unschön.)
Ferdigruß!
so angetan wie Carl und Gerda bin ich nicht, und das liegt am Satzbau - gleich den Anfang empfinde ich als arg holprig und unübersichtlich, und am Ende fällt der Text durch diese beiden aneinandergehängten Relativsätze etwas unbefriedigend ins nichts, statt den Text wirklich zu schließen. (Im Mittelteil - kann man da das Komma hinter "hängt" nicht weglassen? Und vielleicht hinter "sehn" ein Semikolon setzen statt eines Kommas? Dieser Kommaaufmarsch an den Versenden ist ein klein wenig unschön.)
Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Na ja, "Kommaaufmarsch" ist vielleicht ein wenig übertrieben - obwohl ich die Kommas am Versende auch für verzichtbar halte.
Deine Idee, Jelena, finde ich sehr schön, und die ersten beiden Zeilen der letzten Strophe gefallen mir ausnehmend gut. Aber ähnlich wie Ferdi empfinde ich manche Satzkonstruktion als etwas hölzern: in der ersten Strophe was ich schrieb, auf dass sie wüssten, wer dort sei oder in der letzten ... Blatt, das die Gefühle meint, die .... Das ist mir irgendwie zuviel "Grammatik", vor allem auch mit dem Konjunktiv.
Der Titel "Schriftspiegel" lässt eher auf ein geschlossenes Ganzes schließen (ich kenne den Begriff "Satzspiegel" aus der Typografie und meine, dafür kann man auch Schriftspiegel sagen), was Du aber durch Deine vielen Nebensätze aufbrichst. Mag sein, dass das so gewollt ist; doch dann wäre es mir wiederum nicht genug "Aufbrechen"/ Zerstörung/ Überwuchern ... des Schriftspiegels.
Deine Idee, Jelena, finde ich sehr schön, und die ersten beiden Zeilen der letzten Strophe gefallen mir ausnehmend gut. Aber ähnlich wie Ferdi empfinde ich manche Satzkonstruktion als etwas hölzern: in der ersten Strophe was ich schrieb, auf dass sie wüssten, wer dort sei oder in der letzten ... Blatt, das die Gefühle meint, die .... Das ist mir irgendwie zuviel "Grammatik", vor allem auch mit dem Konjunktiv.
Der Titel "Schriftspiegel" lässt eher auf ein geschlossenes Ganzes schließen (ich kenne den Begriff "Satzspiegel" aus der Typografie und meine, dafür kann man auch Schriftspiegel sagen), was Du aber durch Deine vielen Nebensätze aufbrichst. Mag sein, dass das so gewollt ist; doch dann wäre es mir wiederum nicht genug "Aufbrechen"/ Zerstörung/ Überwuchern ... des Schriftspiegels.
Liebe Jelea,
mir gefällt die Stimmung in deinem Text, ich mag die Strophe zwei und die ersten beiden Zeilen der Strophe drei besonders.
Ich merke, dass mir manches rätselhaft bleibt. Vielleicht ist das intendiert. Für meinen Geschmack dürftest Du jedoch ruhig etwas deutlicher werden.
Mit der ersten Strophe geht es mir ähnlich wie Amanita.
Liebe Grüße
leonie
mir gefällt die Stimmung in deinem Text, ich mag die Strophe zwei und die ersten beiden Zeilen der Strophe drei besonders.
Ich merke, dass mir manches rätselhaft bleibt. Vielleicht ist das intendiert. Für meinen Geschmack dürftest Du jedoch ruhig etwas deutlicher werden.
Mit der ersten Strophe geht es mir ähnlich wie Amanita.
Liebe Grüße
leonie
-
Jelena
So, meine To-do-Liste verkürzt sich, ich bin so froh, also mal etwas Antwort:
Ja, so war es gemeint. Es ist der Gedanke, des gegenseitigen Austauschs mittels Worten, um sich so ein Stück preiszugeben oder kennenzulernen.
Stimmt, Ferdi, das Komma nehme ich heraus. Ein Semikolon mag ich nicht setzen. Danke!
Was ist denn Versende? Ich grüble und komm nicht hinter. Seh ich den Wald vor Bäumen nicht?
Ich habe ein Komme eigentlich selten als störend empfunden, auch wenn hier tatsächlich eins zu viel gesetzt war, siehe Ferdi. (Kommas sind mir primär ordnend willkommen, fallen auf, wenn sie fehlen. Wobei die Lyrik da natürlich mehr Optionen bietet, aber ich habe mich hier für Lyrik mit Kommas entschieden.)
Danke für deinen Kommentar und ich freu mich, wenn dir etwas gefallen hat.
Danke, ein bisschen Schwebe braucht die Lyrik, du hattest ja eine Idee beim Lesen. Ich denke drüber nach.
Schönen zweiten Advent euch allen, Jelena.
Gerda hat geschrieben:Zuerst dachte ich auch, es müsse "das" heißen.
Ich vermute aber, dass sich das "was" nicht auf das Bild bezieht, sondern auf den Inhalt Inhalt dessen, was Lyrich geschrieben hat ...
Jedenfalls habe ich es so verstanden, dass Lyrich Geschriebens für ein Bild hingibt. Es ist kein bestimmtes Bild gemeint.
Ja, so war es gemeint. Es ist der Gedanke, des gegenseitigen Austauschs mittels Worten, um sich so ein Stück preiszugeben oder kennenzulernen.
ferdi hat geschrieben:Im Mittelteil - kann man da das Komma hinter "hängt" nicht weglassen? Und vielleicht hinter "sehn" ein Semikolon setzen statt eines Kommas?
Stimmt, Ferdi, das Komma nehme ich heraus. Ein Semikolon mag ich nicht setzen. Danke!
Amanita hat geschrieben:Na ja, "Kommaaufmarsch" ist vielleicht ein wenig übertrieben - obwohl ich die Kommas am Versende auch für verzichtbar halte.
Was ist denn Versende? Ich grüble und komm nicht hinter. Seh ich den Wald vor Bäumen nicht?
Ich habe ein Komme eigentlich selten als störend empfunden, auch wenn hier tatsächlich eins zu viel gesetzt war, siehe Ferdi. (Kommas sind mir primär ordnend willkommen, fallen auf, wenn sie fehlen. Wobei die Lyrik da natürlich mehr Optionen bietet, aber ich habe mich hier für Lyrik mit Kommas entschieden.)
Danke für deinen Kommentar und ich freu mich, wenn dir etwas gefallen hat.
leonie hat geschrieben:Für meinen Geschmack dürftest Du jedoch ruhig etwas deutlicher werden.
Danke, ein bisschen Schwebe braucht die Lyrik, du hattest ja eine Idee beim Lesen. Ich denke drüber nach.
Schönen zweiten Advent euch allen, Jelena.
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Ach, jetzt hat sich doch noch eine Eingebung eingestellt: Das hat nichts mit Versenden zu tun. Vers-Ende. O, danke!