etwas verloren

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 20.11.2011, 07:14



etwas verloren


doch als du dies bemerktest
wehte etwas darüber
etwas verloren
gehofftes aus kindertagen
strich mir durchs haar
und über die stirn
huschte eine brise kopfschütteln

ich sprach dagegen an
auch noch
als ich in den muschelgängen
unterschlupf suchte
im kindschatten

Benutzeravatar
leonie
Beiträge: 8896
Registriert: 18.04.2006
Geschlecht:

Beitragvon leonie » 20.11.2011, 14:39

Lieber Niko,

ganz spontan: Die letzten zwei Zeilen der ersten Strophe sind mir persönlich "zuviel". Für mein Empfinden schwächten sie den Gesamttext.

Sonst: Sehr fein, sehr Niko!

Liebe Grüße

leonie

Gerda

Beitragvon Gerda » 20.11.2011, 18:43

Lieber Niko,
der Ton des Gedichts berührt mich.
Und doch geht es mir ähnlich, wie leonie.
Der Text erhält m. E. durch die letzten zwei Zeilen der 1. Str. eine ungewollte Redundanz.
Darüberhinaus finde ich "muschelgänge" und den "kindschatten" ziemlich viel auf einmal, außerdem kommt es mir vor, als ob ich Zusammensetzungen mit "muscheln-" schon oft gehört habe.
Abgesehen, davon dass "kind" in diesem kurzen Text gleich zweimal enthalten ist.

Liebe Grüße
Gerda

Niko

Beitragvon Niko » 20.11.2011, 20:24

hallo ihr beiden!

es freut mich, dass es euch insgesamt gut gefällt!
das wort "etwas" taucht ebenfalls auf. und das gleich in zwei aufeinanderfolgenden zeilen und blieb weitgehend unbemerkt ;-)
die zusammensetzungen mit "muscheln" - ja, gerda - da gebe ich dir recht: die gibt es häufig. ich finde es allerdings für mich völlig nebensächlich, ob ein begriff schon einmal oder oft in der literatur verwendet wurde. es gibt soviele begriffe, die ich persönlich mir (er)sparen würde, weil ICH sie für abgelutscht halte, wie zb: gewölk, sternenstaub oder mäandern. also kann ich verstehen oder doch wenigstens nachvollziehen, dass man eine aversion gegen gewisse worte haben kann. ist halt geschmacksache. "kindschatten", wo doch der wind sich wie ein roter faden durch´s ganze zieht in assoziation zu windschatten möchte ich allerdings nicht ersetzen oder herausnehmen.

was die kopfschüttel-zeilen angeht, so lösen sie auch schon bei mir selbiges aus und ich werde die zeilen auf jedenfall nicht so stehen lassen. aber ich muss erstmal ersatz finden.

liebe grüße : niko


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 4 Gäste