Die verlorene Liebe

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 31.10.2010, 20:35

Da liegt sie nun
Die verlorene Liebe
Auf einer taunassen Wiese
Sie wird sich einen Schnupfen holen
Wenn sie niemand in den Mantel des Vergessens hüllt
Und Wasser nachfüllt
Für die Tränen die noch vergossen werden müssen
Wenn der Wind wieder auf diese bestimmte Art
In den Blättern heult
Und ein schlecht frisierter Schatten
Aus der erdrückenden Gegenwart einer Eiche steigt
Um sich der grenzenlosen Schwermut eines Gewitterregens hinzugeben
Bunt schillernd wie ein Regenbogenfisch
Auf verschimmelten Postkarten
In diesem Kellerloch
Wo sie die Liebe eingesperrt haben
Zusammen mit ihrer Kehrseite
So konnten sie wenigstens
Mensch-ärgere-dich-nicht spielen
Zum Schachspiel hat es nie gereicht
Weil keine von beiden die Geduld hatte
Den Zügen hinterher zu sehen
Immer stellten sie sich gleich Bahngleise vor
Oder Hafenanlagen
Schiffe und Flugzeuge
Und die vermeintliche Weite der Welt
Aber wenn sie durch die vergitterten Fenster guckten
Schnitt ihnen die Welt Grimassen
Und eigentlich
Wollten sie sich gar nicht mehr trennen

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 10.11.2010, 12:10

Hallo Xanthippe!

Jetzt schaue ich schon das dritte Mal bei deinen Zeilen vorbei (man hat ja seinen Ehrgeiz ;-)). Zuerst habe ich überhaupt keinen roten Faden in die Hand bekommen und oft das Gefühl, mancher (jeder) Vers stünde für sich alleine, aber inzwischen lichten sich die Nebel ein wenig... (Nebenbei: Schach - Züge - Bahngleise empfinde ich dagegen als etwas plump). Hmja. Ich habe es halt immer etwas schwerer mit deinen Texten, weil wir so unterschiedlich denken über die dichterischen Dinge. Aber eigentlich gefällt mir dein Gedicht doch. Inzwischen ;-)

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 10.11.2010, 15:10

Hallo Ferdi,

wie nett, dass Dein Ehrgeiz für mein Gedicht gearbeitet hat :smile:

ferdi hat geschrieben: (Nebenbei: Schach - Züge - Bahngleise empfinde ich dagegen als etwas plump). Hmja. Ich habe es halt immer etwas schwerer mit deinen Texten, weil wir so unterschiedlich denken über die dichterischen Dinge. Aber eigentlich gefällt mir dein Gedicht doch. Inzwischen ;-)


Och, ich weiß gar nicht, ob wir so unterschiedlich denken über die dichterischen Dinge. Wie denken wir denn über dichterische Dinge? Was sind überhaupt dichterische Dinge? Das sind ja Fragen für Endlosfäden. Dir ist die Lyrik wichtig, die Sprache auch und das ist bei mir ähnlich. Die Umsetzung ist anders. Und das ist spannend. Na ja, weißt du natürlich alles selbst. Was ich sagen wollte: ich finde es selbst ein bisschen plump. Aber irgendwie passt mir das plumpe hier, also irgendwie ist es ein plumpes Gedicht. So eines, das die "schönen" Liebesgedichte ein wenig auf den Arm nimmt. Trotzdem stimmt das mit den Zügen. Das ist nahezu einfallslos.

Xanthi

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Elsa
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Beitragvon Elsa » 20.11.2010, 13:26

Liebe Xanthi,

ich lese das mit einem Augenzwinkern, meine Güte, was alles in der Lyrik herhalten muss, um die verzweifelte/glückselige/verflossene Liebe zu beschreiben. Das hast du für mich ausgezeichnet auf den Punkt gebracht!

Liebe Grüße
ELsa
Schreiben ist atmen

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 20.11.2010, 13:35

Oh Danke, Elsa, vielen Dank.

Elsa hat geschrieben:ich lese das mit einem Augenzwinkern, meine Güte, was alles in der Lyrik herhalten muss, um die verzweifelte/glückselige/verflossene Liebe zu beschreiben. Das hast du für mich ausgezeichnet auf den Punkt gebracht!


Genau so hatte ich es gemeint. :-)

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Elsa
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Beitragvon Elsa » 20.11.2010, 13:40

Fein, Xanthi und gern!
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