Denke dir ...

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 30.09.2012, 12:21

Version II

Denk dir die Liebe.
Denk dir - die Liebe!
Denk dir die Liebe.
Denk dir die Liebe
Denk: Dir, die Liebe

©GJ20121004


Denk dir - die Liebe!
Denk dir die Liebe.
denk, dir: die liebe
denk dir DIE Liebe.
Liebe "denken"?

©GJ20120930
Zuletzt geändert von Gerda am 04.10.2012, 07:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.10.2012, 13:55

Niko, dieses Komma stimmt ja auch nicht. Ich könnte mir vorstellen

Denk dir, die Liebe! (wobei ich jetzt nun wieder über die nicht konsequente Groß- und Kleinschreibung stolpere ...)

denk dir im Sinne von sieh mal an - oder so.

Niko

Beitragvon Niko » 01.10.2012, 14:09

aber es steht ja nicht an der stelle, wo du es gerne sehen würdest, amanita!

liebe grüße:niko

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.10.2012, 14:12

Seh ich, Niko - ich halte es ja auch eher für einen Irrtum.

Wenn nicht, bitte erklär' uns das, liebe Gerda!

pjesma

Beitragvon pjesma » 01.10.2012, 14:29

hallo, so sehe ich es, sorry wenn ich was wiederholen sollte, hab vorhige komms nicht gelesen:

Denk dir - die Liebe! (überraschung mit dem gefühl der liebe)
Denk dir die Liebe. (eine liebe kann man sich zusammenspinnen)
denk, dir: die liebe (grade dir!---allerdings hätt ich da die plätze für komma und doppelpunkt getauscht)
denk dir DIE Liebe. (grad die langersehnte, RICHTIGE liebe)
Liebe "denken"?

eigentlich einfach :-)
lg, pjesma

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nera
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Beitragvon nera » 01.10.2012, 23:01

hi gerda
ich mag dieses spiel mit den verschiedenen schreibarten, die man in verschiedene richtungen noch ausweiten könnte oder ändern könnte, indem zb. die interpunktion ganz weglassen könnte und nur mit der groß- und kleinschreibung spielen könnte oder noch zeilenbrüche einbauen könnte. aber das ist die sache des autors. wie pjesma schreibt, wird der schwerpunkt in jeder zeile verlagert, obwohl sich letztendlich alles um die frage dreht: kann man liebe denken. und dann weiter: was heißt in diesem fall " denken". geht es um "die liebe, also eine bestimmte? ( ist liebe etwas allgemein gültiges? oder sieht sie jeder anders? oder geht es um eine bestimmte liebe? ist liebe ein konstrukt aus gedanken? oder aus bedürfnissen? ist sie intelektuell zu fassen?....also viele fragen, die sich auftun können. interessant finde auch, wieso du diesen satz so aufbaust. ist er überhaupt vollständig? warum diese anrede und nicht: "denke ich die liebe"? oder "denke die liebe" übrigens, durch diese weglassungs des e´s am ende des "denk" wirkt es etwas härter, bestimmter.
und ich könnte gut auf die frage am schluss verzichten.
lg

Gerda

Beitragvon Gerda » 02.10.2012, 07:06

Hier melde ich mich im Laufe des Tages, nur so viel sei schon mal gesagt,
@ nera und pjesma, eure Kommentare haben mir echt gut getan, weil ich mich verstanden fühle.

Dankeschön :-)

Liebe Grüße
Gerda

Sam

Beitragvon Sam » 03.10.2012, 18:41

Denk dir die Liebe...

das klingt gut, ist aber für sich erst einmal vordergründig wie eine Schlagzeile. Die folgenden Zeilen - eine Aufforderung zum Schritt ins nebulöse Zwischenreich von Denken und Vorstellung, durchdekliniert in den verschiedensten Satzstellungen, ohne dass eine Auflösung angeboten würde, ohne Brückenschlag zwischen Denken und Fühlen.

Es scheint, als wolle die Form etwas zusammenzwingen, damit es die Bedeutungsvielfalt irgendwie herausquetscht. Dabei ist das Denken doch viel weniger facettenreich als die Liebe.

Warum heißt der Titel eigentlich: DenkE dir, während im Gedicht immer nur steht: Denk dir? Eine seltsame Abflachung der Sprache, als richte sich das Gedicht auf einmal an jemand bestimmten. Oder, als ginge es darum, der Aufforderung durch sprachliche Lässigkeit zusätzlichen Nachdruck zu verleihen.

Die abschließende Frage: Liebe "denken"? hebt das Gedicht nur scheinbar auf, denn durch die Anführungszeichen wird ein Unterschied zu den vorherigen Denkaufforderungen hergestellt. Es ist also keine Gegenstimme, sondern eine Gegengegenstimme, die nur auf das Denken zielt und die Liebe, die ja vorher sogar mit einem Majuskelartikel versehen wurde, wiederum außer Acht lässt.

Letztendlich wird hier Liebe im Sehnsuchtstüll präsentiert, mit dem Denken als dienstbereitem Conferencier.

Gruß

Sam (junges Lyrikhäslein)

Gerda

Beitragvon Gerda » 04.10.2012, 07:31

Liebe Alle,

insbesondre an alle, die andere Setzungsvorschläge gemacht haben.
Ich habe eine zweite Version eingestellt, die mir "logischer" erscheint.

@ Amanita, ich glaube nicht, dass ich die Möglichkeiten, die diese 4 Wörter birgen ausschöpfen kann und sollte.
Permutationen können leicht Langweile bei LeserInnen erzeugen, wenn frau sie ausreizt.
Anders ist das schon beim gekonnten Vortrag ...

@ nera und Pjesma, ihr habt mir ein stückweit geholfen, vllt. findet ihr in der neuen Version, etwas von euren Vorschlägen wieder.

@ Gabi, deinen Vorschlag das "Die" nur kursiv zu setzen habe ich übernommen.

@ Niko, deine Frage dürfte sich nach Lesen insbesondere der Kommentare von nera und Pjesma beantwortet haben.
Du als Sänger weißt sicher, wie es bei gesungenen Varationen ein und derselben Zeile ist, und dass diese immer wieder anders klingen und die Bedeutung sich hierdurch ebenfalls verschieben kann. So ist es bei diesem Vers ebenfalls.

Liebe Grüße
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 05.10.2012, 07:22

Noch etwas vergessen,

liebe Gabi,
Ich weiß nicht, ob es wirklich nötig ist die zwei Worte der Titelzeile abzusetzen durch das "e" bei Denke ... ich überlege da doch nochmal. Zunächst war meine Überlegung, dass dieses "Denke dir ...", ein wenig neugierig macht und hinführend sein kann ... inzwischen bin ich mir da nicht mehr so sicher.

Herzliche Grüße
Gerda

Niko

Beitragvon Niko » 05.10.2012, 11:01

schön, gerda, dass du die zeilen geändert hast. vor allem auch die, die mir unverständlich blieben und die du so vehement verteidigt hast. und gut finde ich vor allem, dass du die letzte zeile gestrichen hast. wie auch sam, auf dessen kommentar du leider bisher noch nicht eingegangen bist, frage ich mich, warum du den titel "denke dir" nennst, folgend aber im gedicht das "e" fallen lässt und durchgehend "denk dir" schreibst. ich finde schon, das "denk dir" eine differenziertere aussage ist, als "denke dir".

liebe grüße: niko

Gerda

Beitragvon Gerda » 06.10.2012, 10:21

Lieber Niko,

wie ich schrieb grüble ich noch. Dieses "Denke dir ..." mit den drei Punkten, habe ich ja nicht einfach mal hingeschrieben ... ;-)
Als Titel könnte es, meiner Ansicht nach funktionieren, ganz gleich, wie sehr Sam den Text und den Titel zerrissen hat.
Maßgebend für mich ist nicht der Zerriss, sondern was ich möchte, welche Vorstellung ich habe.
Das ginge dir kaum anders.

Liebe Grüße in den leider grauen Samstag
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 06.10.2012, 10:24

Guten Morgen Sam du "junges Lyrikhäslein", ;-)

ich danke dir für die Zeit und Aufmerksamkeit, die du für meinen, in deinen Augen misslungenen Textversuch verwendet hast.
Mir hatte es ein wenig die Sprache verschlagen, aber wie du siehst, habe ich sie wiedergefunden und
grüße dich herzlich ins Wochenende
Gerda

PS Stellung dazu nehmen möchte indes nicht, ich denke mein "Trachten" erschließt sich aus meinen vorherigen Rückmeldungen.
Andere KommentatorInnen konnten dem Text überdies einiges abgewinnen.


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