am billriff
was
wenn ich dieses spiel jetzt abgäbe
in einer düne versänke
und strandhafer
auf mir wurzelte
oder ich ein letztes mal
die venus beträte
und im regen
mit den kegelrobben
in der flachen brandung
einvernehmen erzielte
am billriff
allein und nacktgefroren
-
verlöre ich
das bewusstsein
oder diesen stift
hier am meer
ich weinte nicht darum
am billriff
- Thomas Milser
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Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
- Thomas Milser
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Hi Jondoy.
Zu intellektül? Öhm ... kommt mir jetzt selbst gar nicht so vor ... aber immerhin mal eine Gegenstimme :o)
Grüßli,
Tom
Zu intellektül? Öhm ... kommt mir jetzt selbst gar nicht so vor ... aber immerhin mal eine Gegenstimme :o)
Grüßli,
Tom
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Hi Tom!
Bevor ich solche Lyrik - Texte lese, stell ich mir manchmal vor, in einer Wiese zu liegen, oder auf einem Schesslon, oder - hier wäre es passend - am Strand, und in dieser Vorstellung versuche ich dann alles um mich herum zu vergessen, den Blauen Salon und vor allem Namen, am ehrlichsten wäre für mich, einen Lyrik-Text zu lesen, ohne den Namen des Verfassers / der Verfasserin zu kennen, und dann lese ich den Text zum ersten Mal, und dieser erste unmittelbare Eindruck nach dem ersten Lesen zählt mich, den hab ich in meinem Kommentar beschrieben.
Natürlich hab ich mir danach die Kommentare zum Text durchgelesen, und diese Kommentare haben mir dann den Text, vor allem die Zusammenhänge erschlossen, da waren dann meine Fragen beantwortet, als ich den Text daraufhin zum zweiten Mal durchlas, war mein Eindruck verändert, ich hab den Text beim zweiten Durchlesen anders wahr genommen, da kam er dann auch mir..."jetzt selbst gar nicht so vor...`.
Doch nach meinem Dafürhalten zählt vor allem der erste unmittelbare Eindruck.
Wenn ich als fremder Leser mir eine Sammlung von Lyrik-Texten durchlesen würde, dann würde ich jeden Text einmal durchlesen, nur wenn er mir gefallen hat oder wenn etwas in ihm mich beschäftigt, würde ich ihn mir ein zweites, ein drittes Mal durchlesen.....also wenn er mich....gekriegt hat....
Bei diesem Text hier hätte ich nach dem Lesen erst mal googeln müssen, weil ich das Wort "billriff" nicht verstanden hätte, ich war noch nie auf Sylt, jetzt im Nachhinein, ...natürlich ganz easy, .... aber nach dem ersten Lesen kam mir der Text wie ein Rätsel vor .....ich hatte da ja auch noch überhaupt keine Assoziationen mit deinem "Abgang" im Kopf, ich fragte mich, von welchem Spiel redet er, und als fremder Leser hätte ich den Text beim ersten Lesen erst recht nicht verstanden, ja da wäre er mir vom Ton her zu intellektuell erschienen..!
Um ne bloße Gegenstimme gings mir gar nicht, dass war nicht der Anlass, ich war nach dem ersten Lesen so enttäuscht von diesem Text, ich habs nicht nachvollziehen können, warum er so viele Stimmen gekriegt hat....
mittlerweile lese ich ihn nicht mehr als Rätsel, ich les ihn als...poesievolles Konjunktivgedicht... er hat mich am Ende doch noch rumgekriegt.....für was der Begriff "Venus" im Text steht, das frag mich auch jetzt noch, ist damit der Stern am Himmel gemeint oder etwas anderes...
herzlichen Glückwunsch, Tom!
John-Boy
Bevor ich solche Lyrik - Texte lese, stell ich mir manchmal vor, in einer Wiese zu liegen, oder auf einem Schesslon, oder - hier wäre es passend - am Strand, und in dieser Vorstellung versuche ich dann alles um mich herum zu vergessen, den Blauen Salon und vor allem Namen, am ehrlichsten wäre für mich, einen Lyrik-Text zu lesen, ohne den Namen des Verfassers / der Verfasserin zu kennen, und dann lese ich den Text zum ersten Mal, und dieser erste unmittelbare Eindruck nach dem ersten Lesen zählt mich, den hab ich in meinem Kommentar beschrieben.
Natürlich hab ich mir danach die Kommentare zum Text durchgelesen, und diese Kommentare haben mir dann den Text, vor allem die Zusammenhänge erschlossen, da waren dann meine Fragen beantwortet, als ich den Text daraufhin zum zweiten Mal durchlas, war mein Eindruck verändert, ich hab den Text beim zweiten Durchlesen anders wahr genommen, da kam er dann auch mir..."jetzt selbst gar nicht so vor...`.
Doch nach meinem Dafürhalten zählt vor allem der erste unmittelbare Eindruck.
Wenn ich als fremder Leser mir eine Sammlung von Lyrik-Texten durchlesen würde, dann würde ich jeden Text einmal durchlesen, nur wenn er mir gefallen hat oder wenn etwas in ihm mich beschäftigt, würde ich ihn mir ein zweites, ein drittes Mal durchlesen.....also wenn er mich....gekriegt hat....
Bei diesem Text hier hätte ich nach dem Lesen erst mal googeln müssen, weil ich das Wort "billriff" nicht verstanden hätte, ich war noch nie auf Sylt, jetzt im Nachhinein, ...natürlich ganz easy, .... aber nach dem ersten Lesen kam mir der Text wie ein Rätsel vor .....ich hatte da ja auch noch überhaupt keine Assoziationen mit deinem "Abgang" im Kopf, ich fragte mich, von welchem Spiel redet er, und als fremder Leser hätte ich den Text beim ersten Lesen erst recht nicht verstanden, ja da wäre er mir vom Ton her zu intellektuell erschienen..!
Um ne bloße Gegenstimme gings mir gar nicht, dass war nicht der Anlass, ich war nach dem ersten Lesen so enttäuscht von diesem Text, ich habs nicht nachvollziehen können, warum er so viele Stimmen gekriegt hat....
mittlerweile lese ich ihn nicht mehr als Rätsel, ich les ihn als...poesievolles Konjunktivgedicht... er hat mich am Ende doch noch rumgekriegt.....für was der Begriff "Venus" im Text steht, das frag mich auch jetzt noch, ist damit der Stern am Himmel gemeint oder etwas anderes...
herzlichen Glückwunsch, Tom!
John-Boy
- Thomas Milser
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Hello Johnboy,
ein Besuch auf Sylt hätte dir wohl nichts genutzt, da sich das Billriff auf Juist befindet :o)
Nuja, ich verstehe schon was du meinst, aber erstens finde ich es völlig legitim, weniger bekannte Orte oder allgemein seltene Wörter zu verwenden, sonst müsste ja jedes Gedicht in Duisburg statttfinden. Außerdem lerne ich immer gerne Neues, wenn mir ein Text dazu Anlass gibt..
Ebenso finde ich Lyrik, die sich selbst völlig erklärt, zum Heulen. Wenn da alles schon drinsteht, brauche ich ja nicht mehr nachzudenken oder zu interpretieren.
(Ist die Vorstellung von der menschenleeren, unwirklichen und deswegen so spektukulären Oberfläche der Venus wirklich nicht anschaulich? Weckt das keine Bilder?)
Ich mache dem Leser ja nur ein Angebot, seine eigene Erfahrungswelt mit dem Geschriebenen abzugleichen, sich eventül darin wiederzufinden. Dass das nicht immer und nicht mit jedem gelingen kann, liegt in der Natur der Sache. Das nehme ich dann gerne in Kauf. Wenns alle Leser (gleich) verstehen würden, müsste ich mir ernsthaft Gedanken machen. Aber danke fürs Googeln (auch wenns auf der falschen Insel war)! :o)
Ahoi,
Tom.
ein Besuch auf Sylt hätte dir wohl nichts genutzt, da sich das Billriff auf Juist befindet :o)
Nuja, ich verstehe schon was du meinst, aber erstens finde ich es völlig legitim, weniger bekannte Orte oder allgemein seltene Wörter zu verwenden, sonst müsste ja jedes Gedicht in Duisburg statttfinden. Außerdem lerne ich immer gerne Neues, wenn mir ein Text dazu Anlass gibt..
Ebenso finde ich Lyrik, die sich selbst völlig erklärt, zum Heulen. Wenn da alles schon drinsteht, brauche ich ja nicht mehr nachzudenken oder zu interpretieren.
(Ist die Vorstellung von der menschenleeren, unwirklichen und deswegen so spektukulären Oberfläche der Venus wirklich nicht anschaulich? Weckt das keine Bilder?)
Ich mache dem Leser ja nur ein Angebot, seine eigene Erfahrungswelt mit dem Geschriebenen abzugleichen, sich eventül darin wiederzufinden. Dass das nicht immer und nicht mit jedem gelingen kann, liegt in der Natur der Sache. Das nehme ich dann gerne in Kauf. Wenns alle Leser (gleich) verstehen würden, müsste ich mir ernsthaft Gedanken machen. Aber danke fürs Googeln (auch wenns auf der falschen Insel war)! :o)
Ahoi,
Tom.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Hallo Tom,
die Anrede "Hello Johnboy" fand ich witzig, weil deren Klang mich an einen Song namens `Return to paradise`erinnert hat, der anfängt mit..."Hello Timeboy, this is your operator..."
ich wusste, dass es ´Juist´ heisst, als ich las, dass `billriff`eine Sandbank auf ´Juist´ ist, erinnerte ich mich daran, dass dich ich glaub Max dort schon mal besuchen wollte.
Als ich meinen ´comment´ gepostet hatte, fiel mir, ups, auf, dass ich `Sylt`geschrieben hatte, nicht `Juist`. Ich dachte mir, dass ist nicht wichtig, ist bloß ein Wort, Tom weiss schon, welche Insel ich gemeint hab :o).
Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Wort so auf die Goldwaage gelegt wird, wenn´s im Blauen Salon die Regel wäre, wäre das Schreiben ja zum Fürchten :o )
Natürlich finds auch ich legitim, weniger bekannte Orte oder allgemein seltene Wörter in Texten zu verwenden und das Wort "Venus" fand ich sogar die schönste Stelle im Text, weil meine Assoziationen, die ich mit diesem Wort verbinde, anfangs mehr auf anderen Ebenen ruhten, als auf der kosmolitischen Venusoberfläche...doch ich hab schon vermutet, dass damit unser Abend- bzw. Morgenstern gemeint ist, trotzdem hat dein Text mich kaltgelassen, als ich ihn das erste Mal las.
Zitat:
Findest du. Ich seh das etwas differenzierter. Ich mag auch Lyrik, die in glasklaren Worten spricht, an denen es nichts herumzudeuteln gibt, wenn sie Musik (Poesie) in sich trägt oder wirklich was zu sagen hat,
doch weisst du doch,
"Aber diese Überzeugung ist natürlich gnadenlos subjektiv, also rein objektiv gesehen, vielleicht total falsch. Wie Nabokov schon gesagt hat, glaube ich nicht an Objektivität beim Geschichtenerzählen." (Chris Kraus).
can you meet me halfway,
Stefan
die Anrede "Hello Johnboy" fand ich witzig, weil deren Klang mich an einen Song namens `Return to paradise`erinnert hat, der anfängt mit..."Hello Timeboy, this is your operator..."
ich wusste, dass es ´Juist´ heisst, als ich las, dass `billriff`eine Sandbank auf ´Juist´ ist, erinnerte ich mich daran, dass dich ich glaub Max dort schon mal besuchen wollte.
Als ich meinen ´comment´ gepostet hatte, fiel mir, ups, auf, dass ich `Sylt`geschrieben hatte, nicht `Juist`. Ich dachte mir, dass ist nicht wichtig, ist bloß ein Wort, Tom weiss schon, welche Insel ich gemeint hab :o).
Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Wort so auf die Goldwaage gelegt wird, wenn´s im Blauen Salon die Regel wäre, wäre das Schreiben ja zum Fürchten :o )
Natürlich finds auch ich legitim, weniger bekannte Orte oder allgemein seltene Wörter in Texten zu verwenden und das Wort "Venus" fand ich sogar die schönste Stelle im Text, weil meine Assoziationen, die ich mit diesem Wort verbinde, anfangs mehr auf anderen Ebenen ruhten, als auf der kosmolitischen Venusoberfläche...doch ich hab schon vermutet, dass damit unser Abend- bzw. Morgenstern gemeint ist, trotzdem hat dein Text mich kaltgelassen, als ich ihn das erste Mal las.
Zitat:
Ebenso finde ich Lyrik, die sich selbst völlig erklärt, zum Heulen.
Findest du. Ich seh das etwas differenzierter. Ich mag auch Lyrik, die in glasklaren Worten spricht, an denen es nichts herumzudeuteln gibt, wenn sie Musik (Poesie) in sich trägt oder wirklich was zu sagen hat,
doch weisst du doch,
"Aber diese Überzeugung ist natürlich gnadenlos subjektiv, also rein objektiv gesehen, vielleicht total falsch. Wie Nabokov schon gesagt hat, glaube ich nicht an Objektivität beim Geschichtenerzählen." (Chris Kraus).
can you meet me halfway,
Stefan
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