Skizze II

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 19.08.2010, 11:17

Ich hatte dich ja schon
in mein Leben gemalt
die Fingernägel
und den Geruch deines Haars

Bauch bereit
für das kleine Streifen
des Flügels
als wäre da
ein Schmetterling

Gekotzt hätte ich gerne
für dich
und gelacht
über Schluckauf und Tritte

Ein großer Bruder wäre
auch da gewesen

Wo bist du
Der Stein
den ich in den Garten
gelegt habe
vor den Vergissmeinnicht

Jetzt ist er
in mir
ich hab ihn
blau angestrichen



Erstfassung:

Ich hatte dich ja schon
in mein Leben gemalt
die Fingernägel
und den Geruch deines Haars

Bauch bereit
für das kleine Streifen
des Flügels
als wäre da
ein Schmetterling

Gekotzt hätte ich gerne
für dich
und gelacht
über Schluckauf und Tritte

Ein großer Bruder wäre
auch da gewesen

Wo bist du
Der Stein
den ich in den Garten
gelegt habe
vor den Vergissmeinnicht

War er zu schwer
Jetzt ist er
in mir
ich hab ihn
blau angestrichen

Du aber
bist mit meinen Bildern
und deinen Flügeln
davon

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leonie
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Beitragvon leonie » 20.08.2010, 11:31

Liebe Flora,

Für mich beinhaltet der erst Satz keine Festschreibung, wie das Kind zu sein hat, sondern das, was Du beschriebst: Das Sich-Ausmalen, wie es mit dem Kind sein wird.
Eigentlich glaube ich auch, dass das so rüberkommt, ich kann mir einfach schwer vorstellen, dass man ein "festes" Bild von einem Kind hat, das gerade erste im Entstehen ist. Und von daher würde ich auch vermuten, dass die meisten Leser es so verstehen, wie ich es meine.
Und das empfinde ich beim "Kotzen" ähnlich.
Ich befürchte auch, dass, wenn ich da jetzt anfange zu ändern, etwas dabei rauskommt, was für mich nicht mehr stimmt. (Ich kann es aber hier im stillen Kämmerlein mal probieren und ggf. dann auch zeigen, je nach Ergebnis).
Ich habe auch überlegt, ob ich den Schmetterling spezifizieren könnte, zum Tagpfauenauge etwa... Aber das würde in eine konkrete Richtung gehen, die ich nicht gerne will, glaube ich.
Auf jeden Fall denke ich mal weiter nach, obwohl ich im Moment den Eindruck habe, der Text muss so bleiben wie er ist.

Lieber Henkki,

gerne!

Lieber Tom, danke.

Hm, der Schluss, ja: beim nächsten Mal dann. :-) . Du hast halt den Anstoss gegeben für ein Nachdenken, aus dem dann der Text entstand. Also schmäler mal Deine Verdienste nciht!

Lierbe Monika, liebe Klara,

einfach danke!

Liebe Grüße an alle!

leonie

Klara
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Beitragvon Klara » 20.08.2010, 14:03

Habe ich irgendwo geschrieben, dass Leonie etwas verschlüsseln oder verrätseln soll?

Habe ich irgendwo gesagt, dass du das geschrieben hast?
Und woraus liest du ein Sprechen zum Leser? Für mich spricht das Ich zu seinem Kind.

Da habe ich mich offenbar ungenau ausgedrückt. Was ich meinte: Der vorliegende Text zeigt sich dem Leser offen. Er spricht ihn direkt an. Das ist die zweite Ebene - die eine ist die inhaltliche im Text - die andere ja die Vermittlung. Denn Texte sind ja, wenn sie in irgendeiner Form gezeigt werden, dazu da, um gelesen zu werden. Mehr meinte ich gar nicht. Es gibt Texte, die sprechen mehr mit sich selbst, denen ist es - scheinbar - sozusagen egal, ob jemand versteht. Und es gibt andere, offenere, durchschaubarere. Mehr meinte ich gar nicht.

Ist do ch interessant, wie verschieden man Dinge wahrnehmen kann.

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Zakkinen
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Beitragvon Zakkinen » 21.08.2010, 14:47

Hallo Leonie,

ein für mich sehr schwieriger Text, eben weil er Dir sehr nahe ist. Und auch, weil ich zu ähnlicher Situation bislang nur sehr schwaches Zeugs geschrieben habe, ohne Schliff (verbleibt daher auch erst mal da, wo's ist :))

Ich denke, der Text könnte noch etwas runder sein, ohne ihn zu verrätseln. Darf ich mal ganz dreist was vorschlagen?

Ich hatte dich schon
in mein Leben gemalt
die Fingernägel
den Geruch deines Haars

Bauch bereit
für das kleine Streifen
eines Flügels
wie der eines Schmetterlings

Für dich hätt ich gerne
Gekotzt und gelacht
über Schluckauf
über Tritte

Wo bist du?

Der Stein
den ich in den Garten
gelegt hatte
vor die Vergissmeinnicht

Jetzt ist er
blau angestrichen
ich habe ihn
in mir


Ob's besser ist? Ich weiß nicht. Will den Text ja auch nicht ganz verändern. Das Bild mit dem Stein verstehe ich nicht so ganz, daher ist der Teil jetzt fast mit Sicherheit vermurkst ;)

Schönes Wochenende,
Henkki

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leonie
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Beitragvon leonie » 21.08.2010, 18:46

Lieber Henkki,

ich danke Dir, ich speichere mir den Text jetzt neben meinen und schaue dann mal, was dabei raus kommt. Kann ein bisschen dauern, aber geht nicht verloren!

Liebe Grüße

leonie


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