Am Abend, beim Sonnenuntergang
-
Last
Flora hat geschrieben:Vielleicht wäre es eine Möglichkeit komplexen Gedichten mit einem starken kompositorischen Hintergrund ein kleine Legende zuzufügen, die ein wenig die Bezüge aufgreift und erläutert, sozusagen kleine Blockadenlöser.![]()
Was ich stattdessen versucht habe, sind kleine versteckte Hinweise. So z.B. der Gedankenstrich hinter "Augen offen", so z.B. das Wiegenlied, das der Titel des Gedichtes ist und somit das ganze Gedicht zu diesem ambivalenten Wiegenlied erklärt, so z.B. die erotische Konnotation in Strophe zwei, oder das zu fett aufgetragene "Gottes wölfische[r] Schoß" in Kombination mit der Dopplung "erhebe mich [...] hinauf auf", so z.B. doppeldeutige Formulierungen wie "neuer Regen befiel das Feld", "begreife mich [...] mit deinen [...] Händen", oder die schreienden Schafe, mit der konnotation Schafe zählen, die Henkki schon beschrieben hat. Eben solche Geschichten.
Hallo Last,
Zum Beispiel hatte ich hier: "die Augen des Hirten, der sein Wiegenlied sang:" zwar den Doppelpunkt gesehen, hatte aber die letzte Zeile trotzdem nicht als Titel/Teil des Wiegenliedes erkannt, sondern als Szenenbeschreibung, Zeitangabe gelesen. Vielleicht hätte es mir da schon geholfen, wenn die letzte Zeile in Anführungsstriche gesetzt wäre. Über das andere denke ich noch nach.
Liebe Grüße
Flora
Ja, das sehe ich jetzt. Ich kann dir aber leider nicht sagen, ob sie zu versteckt sind, oder ich nur zu blind war, um sie zu sehen.Was ich stattdessen versucht habe, sind kleine versteckte Hinweise.
Zum Beispiel hatte ich hier: "die Augen des Hirten, der sein Wiegenlied sang:" zwar den Doppelpunkt gesehen, hatte aber die letzte Zeile trotzdem nicht als Titel/Teil des Wiegenliedes erkannt, sondern als Szenenbeschreibung, Zeitangabe gelesen. Vielleicht hätte es mir da schon geholfen, wenn die letzte Zeile in Anführungsstriche gesetzt wäre. Über das andere denke ich noch nach.
Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)
-
Last
Flora hat geschrieben:Zum Beispiel hatte ich hier: "die Augen des Hirten, der sein Wiegenlied sang:" zwar den Doppelpunkt gesehen, hatte aber die letzte Zeile trotzdem nicht als Titel/Teil des Wiegenliedes erkannt, sondern als Szenenbeschreibung, Zeitangabe gelesen. Vielleicht hätte es mir da schon geholfen, wenn die letzte Zeile in Anführungsstriche gesetzt wäre. Über das andere denke ich noch nach.
Hmm, aber mit Anführungszeichen würde doch die Lesart als Szenebeschreibung stark in den Hintergrund gedrängt. Es soll ja durchaus beides sein, und noch mehr.
Allerdings ist das auch einer meiner ersten Versuche, auf diese Art zu schreiben. Dahinter steckt die Schule der Dekonstruktion, falls die hier jemand kennt. Wahrscheinlich brauche ich einfach noch ein paar mehr Versuche, bis es so funktioniert, wie ich mir das vorstelle.
Hallo Last, freue mich darüber, dass Du dem(n) Leser/in/nen den Hintergrund des Textes erläuterst, der dabei verständlicher wird - z.B. der metrische Aufbau.
Die Vermischung persönlicher, naturalistischer und symbolischer Bezüge ist für mich im deutschen Sprachraum mit kulturellen Besonderheiten verbunden, die auch mit dem Sprachgebrauch der NS-Zeit zu tun haben, Raubtier-, Mutter- und Erd-Metaphorik inbegriffen. Hier bin ich etwas sensibel und empfinde Deinen Text als leicht missverständlich, obwohl Deine Erläuterungen ja in eine ganz andere Richtung gehen.
Ja - ich glaube, Dein Fazit ist ganz zutreffend - die durchaus interessanten inhaltlichen Bezüge solltest Du wesentlich ausführlicher darstellen und auf zitierte Metaphern - aus Texten mit anderen Zusammenhängen - vielleicht lieber ganz verzichten.
Nochmals vielen Dank und viele Grüße !
Die Vermischung persönlicher, naturalistischer und symbolischer Bezüge ist für mich im deutschen Sprachraum mit kulturellen Besonderheiten verbunden, die auch mit dem Sprachgebrauch der NS-Zeit zu tun haben, Raubtier-, Mutter- und Erd-Metaphorik inbegriffen. Hier bin ich etwas sensibel und empfinde Deinen Text als leicht missverständlich, obwohl Deine Erläuterungen ja in eine ganz andere Richtung gehen.
Ja - ich glaube, Dein Fazit ist ganz zutreffend - die durchaus interessanten inhaltlichen Bezüge solltest Du wesentlich ausführlicher darstellen und auf zitierte Metaphern - aus Texten mit anderen Zusammenhängen - vielleicht lieber ganz verzichten.
Nochmals vielen Dank und viele Grüße !
Ein Klang zum Sprachspiel.
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 17 Gäste