unglaublich

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Niko

Beitragvon Niko » 27.07.2013, 09:46

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Zuletzt geändert von Niko am 18.08.2013, 12:53, insgesamt 1-mal geändert.

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birke
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Beitragvon birke » 27.07.2013, 10:10

lieber niko, das ist mir ein bisschen viel „du“ … dabei fühl ich mich gar nicht angesprochen, bzw. will mich nicht angesprochen fühlen, mich nicht identifizieren. warum dieses „du“? ich glaube, smile, in der „ich“-form wirkte der text viel authentischer, (und nicht so dem leser den „finger-auf-die-brust setzend“). ich jedenfalls könnte und würde dem in einer anderen form wohl besser hinterherspüren.

lg,
birke
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

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Niko

Beitragvon Niko » 27.07.2013, 10:31

hallo birke,

ich verstehe dich wohl. aber "du" kann auch "man" oder "ich" sein. eine art selbstgespräch. allerdings ist ein "ich" mir wiederum viel zu direkt. es lässt keine variationen von "man" und "du" zu. verstehst du, wie ich es meine? vielleicht ist es hilfreich, das du eher nebensächlich und unbetont zu lesen. und eher gewicht auf das folgende wort zu legen...

liebe grüße: niko

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birke
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Beitragvon birke » 27.07.2013, 10:40

ja, ich verstehe schon, lieber niko, allerdings wirkt der text auf mich so doch erschlagend.
immerhin kommt das wörtchen "du" neun! mal in dem doch relativ kurzen gedicht vor.
und "du" heißt nun mal du, "ich" heißt ich und "man" heißt man.

eine idee noch hierzu, vielleicht könntest du :) zumindest auf ein paar "du" im text verzichten ...?
wie gesagt, die geballten "du" wirken, zumindest auf mich, etwas zu wuchtig.

sonnengruß,
birke
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Niko

Beitragvon Niko » 27.07.2013, 11:21

da warte ich mal ab, birke,

noch glaube, dass es genau so sein muss mit den "du's". für mich erzeugt das eine ganz bestimmte stimmung, die aber vielleicht auch nur ich als einziger so empfinde. wer weiß...

im moment bin ich eventuell noch zu blind dafür, denn der text ist erst 4 stunden alt ;-)

liebe grüße: niko

ecb

Beitragvon ecb » 27.07.2013, 20:48

Ich finde das Gedicht sehr gelungen, Niko, es löst in mir viele Gedanken aus, ohne diese festlegen zu wollen, und ich verstehe das "du" natürlich und ungesucht als ein Selbstgespräch.

Der Titel hat seinen eigenen Witz im Sinnzusammenhang und die Zeile "und du denkst hinterher" auch, weil sie auf zweierlei Weise verstanden werden kann, sowohl zeitlich als auch räumlich sozusagen.

Vorgemerkt ... :daumen:

Liebe Grüße
Eva

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 27.07.2013, 22:33

Mir geht es ähnlich wie der birke - die vielen Dus machen mich fast atemlos beim Lesen, ich fühle mich irgendwie nicht (genug) angesprochen, das Gedicht rückt beim Lesen von mir ab.

aram
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Beitragvon aram » 28.07.2013, 00:48

zum vergleich eine du-reduzierte variante -

und du glaubst
dass er etwas sagt
und wartest
und denkst hinterher

und glaubst
dass er weiß
dass du verschweigst
und er erkennt
wo du
im nebel badest

und glaubst
dass er dich hat
bei den hörnern
und in der hand
und denkst
und glaubst
zu wissen

er aber hat
nur geschwiegen



lieber niko,

gefällt mir. die idee und die grundsätzliche umsetzung des textes sprechen mich an und berühren mich.

kritik: "im nebel badest" finde ich in diesem sehr 'faktisch abstrakt' konstruierten text (der mich darin an r.d. laing erinnert) etwas blumig/nebelig. ("dich selbst" kann m.e. weg.)
am ende finde ich bedauerlich/schwächend, dass es auf das 'nur' angewiesen ist - und damit, im entscheidenden moment, auf eine wertung.
diese 'krücke' lässt mich zweifeln, ob hier tatsächlich was aus sich heraus gesagt wird, oder nur scheinbar. (d.h. die pointe zwar 'wirkt', näherer betrachtung aber gar nicht standhält). ich weiß es selbst nicht; und habe auch keine andere gestaltungsidee dazu - tendiere nach diesem exkurs des zweifelns zur ansicht, dass die letzte zeile wohl doch in ihrer form gut/gültig ist.

gern gelesen, liebe grüße!


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