Glaubensbekenntnis

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 29.04.2013, 18:44

Glaubensbekenntnis

Was glauben Sie denn
sprechen kann Gott ja wohl nicht
oder hörten Sie jemals etwas
von göttlichen Stimmbändern
hahaa formalintriefend
inmitten goldener Tröge
hinpilgern würden Sie – das weiß ich
Sie beten ja auch zu einem Stück Brot
und der Einsilbige zeigt sich praktisch
wenn Sie nicht weiter wissen
sprechen Sie doch mal
Ordnung und Aleatorik gleichzeitig aus
oder buchstabieren Sie Hoffnung
ach lieber rufen Sie Gott an
(klingt so erhaben)
Ich nutze mein Handy

Estragon

Beitragvon Estragon » 11.07.2013, 05:01

der größte Irrtum ist ein "immer", wenn das Ich in einem literarischen Text immer eins wäre mit dem Autor bräuchte man keine Literatur, da kann man das wenige dass man sich erzählt, auch auf Plastikeimern schreiben.
Wenn Tolstoi Anne Karenina in der Kutsche zum Bahnhof fahren läßt, um sich dort das Leben zu nehmen und sie packt ihr innerstes heraus und wirft es auf die Strasse, da möchte ich den sehen, der sagt, das ist Tolstoi in der Kutsche.
Und das ist nur ein Beispiel

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 11.07.2013, 07:39

Habt Dank für Eure teilweise ausführlichen Anregungen.

Ob Autor und lyrisches Ich "eins" sind, ist wohl eine Sache der Definition/ Perspektive.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 11.07.2013, 09:03

Hallo Pjotr,

Die Klagende ist wahrhaftig(!) sauer auf diejenigen Kritiker, die bei der Frage um die Existenz Gottes mit wissenschaftlichen Argumenten daherkommen.
Wo siehst du diese Kritiker im Text? Das angesprochene "Sie", der Pilger und Brotanbeter? Und warum ist das LIch für dich weiblich?

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Pjotr
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Beitragvon Pjotr » 11.07.2013, 09:50

Estragon hat geschrieben:der größte Irrtum ist ein "immer", wenn das Ich in einem literarischen Text immer eins wäre mit dem Autor bräuchte man keine Literatur, da kann man das wenige dass man sich erzählt, auch auf Plastikeimern schreiben.
Wenn Tolstoi Anne Karenina in der Kutsche zum Bahnhof fahren läßt, um sich dort das Leben zu nehmen und sie packt ihr innerstes heraus und wirft es auf die Strasse, da möchte ich den sehen, der sagt, das ist Tolstoi in der Kutsche.
Und das ist nur ein Beispiel
Was für ein konfuser Kommentar. Plastikeimer? Wie, warum? Und was sei das Problem?

Das ist Tolstoi in der Kutsche.



Moin Flora.

Wo siehst du diese Kritiker im Text?
In dem Gegenüber, das die Ich-Autorin anspricht, sehe ich diese Kritiker; sehe darin aber auch jene Überfrommen, die mit logischen Argumenten zu missionieren versuchen. (Bei den letzteren frage ich mich oft, warum sie mit ihren seltsamen Zahlen und Schlussfolgerungen so fieberhaft fuchteln, ist das weil sie insgeheim selbst daran zweifeln? Sie scheinen sich mit Glauben nicht zufrieden zu geben, sie möchten wohl lieber Wissen.)

Und warum ist das LIch für dich weiblich?
Weil das Avatar so weiblich aussieht.

Wie betont man eigentlich "Amanita". A-maaanita oder Ama-niiita? Das wollte ich schon immer mal wissen. Schon immer. Immer schon. Griechisch hieße es wohl Amani-taaa.

Da stecken so viele Melodien drin.


Cheers

P.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 11.07.2013, 10:08

Hallo Pjotr, das angenommene weibliche Ich finde ich hier auch interessant, mag sein, dass es durch mein eigenes Ich transportiert wird - "gemeint" war es allerdings (zumindest) nicht (explizit).

Wie Amanita betont wird, weiß ich nicht; ich würde das í herausstellen.
Es handelt sich um eine Pilzgattung, zu der der Fliegenpilz und die Knollenblätterpilze gehören, allerdings außer diesen hochgiftigen Kandidaten auch der Speisepilz Kaiserling, der besonders schmackhaft sein soll.
Ich habe Amanita gewählt, weil Fliegenpilze genau das Rot besitzen, das ich als Synästhetikerin bei diesem Wort "sehe" - Kongruenz also, mehr nicht. Die Vielfalt der Amanitas mag mit eine Rolle gespielt haben, außerdem die Tatsache, dass es ein Vorname sein könnte.

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nera
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Beitragvon nera » 11.07.2013, 11:23

pjotr
du liest den text also so, dass das lyich den kritikern (die ich auch so wie flora nicht sehe) ihre kritik verstärkt um die ohren haut? hm? wieso?

lg

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 11.07.2013, 11:39

Doch, ja, nera, der Kritiker wird kritisiert... so war's gedacht.

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 11.07.2013, 11:53

Amanita hat geschrieben:Doch, ja, nera, der Kritiker wird kritisiert... so war's gedacht.
Der Kritiker von was?
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 11.07.2013, 12:03

Der Kritiker des religiösen Menschen - weil er diesen lächerlich machen will.

Grundlage sind entsprechende "Diskussionen" bzw. Statements im Netz. Missionieren mit und ohne Glauben, für den Glauben oder dagegen - beides ätzt mich an.

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nera
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Beitragvon nera » 11.07.2013, 12:11

also soll der text diesen kritiker bloßstellen, durch seine eigene totschlargumente oder so?

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 11.07.2013, 12:23

Amanita hat geschrieben:Der Kritiker des religiösen Menschen - weil er diesen lächerlich machen will.
Vielleicht stehe ich auf dem Schlauch, aber ich habe den Eindruck, dass LIch und Gegenüber hier durcheinandergehen? Amanita, der Kritiker des religiösen Menschen wäre LIch, oder??? Pjotrs Kritiker war aber das Gegenüber???
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

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Beitragvon Amanita » 11.07.2013, 12:32

Sicher ist beides kritisch (zu sehen). Einen Menschen will ich nicht bloßstellen.

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Beitragvon Amanita » 11.07.2013, 12:34

Der eine "braucht" den anderen, um sich zu echauffieren. Vielleicht war der religiös Empfindende ja zuvor auch schon frech.

Estragon

Beitragvon Estragon » 11.07.2013, 12:36

In einem in der Ich-Form geschriebenen Text ist -- für mein Empfinden -- das Ich und der Autor immer eins.


:eek:
Zuletzt geändert von Estragon am 11.07.2013, 12:53, insgesamt 2-mal geändert.


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