übergang

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Gerda

Beitragvon Gerda » 14.09.2012, 09:30

übergang

am nussbaum
wachsen früchte
der reife entgegen

vergorene süße
lässt wespen torkeln
die luft summt

am himmel
zieht die sonne
letzte hohe scheitel

du streichst mir falten
aus dem sommerlächeln
und kleidest mich in herbstlicht

©GJ2006

Timo

Beitragvon Timo » 14.09.2012, 14:21

Hallo Gerda,
das Herbstlicht, verklärt manches in seinem Schein und wir fühle den Abschied des Sommers.
Herzlichst
Timo

Gerda

Beitragvon Gerda » 16.09.2012, 08:21

Lieber Timo,

dankeschön für die Rückmeldung.
Diese Lesart ist enthalten, fällt dir sonst nichts dazu ein?
So eindimensional ist der Text nicht. Nimm die Dinge mal als Metaphern.
Mehr mag ich dazu nicht erklären.

Liebe Sonntagsgrüße
Gerda

Niko

Beitragvon Niko » 16.09.2012, 08:41

also gerda,

dein gedicht gefällt mir. dazu stellen sich ne menge bilder ein und mir fällt ne menge ein, was mich mit herbstlichem verbindet. es ist eins der schöneren herbstgedichte, die ich der jahreszeit geschuldet notgedrungen jetzt verhäuft lese.

wo mir aber nix mehr zu einfällt ist beizeiten deine art, rückmeldungen zu kommentieren. siehe hier:
fällt dir sonst nichts dazu ein?
So eindimensional ist der Text nicht. Nimm die Dinge mal als Metaphern.


kommentierende leser sind keine schüler, die man zum denken animieren muss, gerda.
sich einfach freuen über jedwede art von rückmeldung wär schonmal was.

ach.......

liebe grüße: niko, den soetwas leider immer wieder ärgert und der die klappe nicht halten kann

Gerda

Beitragvon Gerda » 16.09.2012, 09:06

Das macht nix, Niko, wir kennen uns ja nicht erst seit gestern...
Aber auch ich bin keine Schülerin ... ;-) Nur lerne ich dennoch immer noch dazu. :pfeifen:

Habs schön am sonnigen Sonntag und ja, mich freut es sehr, dass dir mein Gedicht gefällt.
Dankeschön für die Rückmeldung.

Liebe Grüße
Gerda

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 16.09.2012, 09:14

Ja, diese Stelle fand ich auch zu harsch, Gerda. Hier herrscht doch (zum Glück) das Prinzip: Immer-wieder-neu. Wenn jemand in Deinen Augen ein nicht so gutes Gedicht geschrieben hat, muss das nicht im Kommentar zum Kommentar mitschwingen.

pjesma

Beitragvon pjesma » 16.09.2012, 09:14

hi niko...mir fällt was zu ein, ein kleines lob an "zickigkeit"...vielleicht unpassend, dennoch alles "drängt zum ausdruck"...timo "fühlt sich" nähmlich irgendwie nicht "echt", kanns auch nicht glauben... (ein glück das wir hier alle noch höflich sind :mrgreen: ---es gibt weitaus unbequemeres... )
zum gedicht: gefällt mir. ein übergang aus verliebtheit in liebe? reifen, dennoch nicht ruhen...? sich neuerfinden in jetztigem zeitabschnitt...überlappung des früheren bildes mit heutigem...vertrauen, zuversicht.

lg, pjesma

Gerda

Beitragvon Gerda » 16.09.2012, 09:25

Tja, dass mein Kommentar zum Kommentar so ausgefallen ist hat eine Vorgeschichte.
Ich denke, dass du, Timo es einordnen kannst.

RäuberKneißl

Beitragvon RäuberKneißl » 16.09.2012, 11:06

Hallo Gerda,

ich las das als einen Selbstbestätigungsversuch, als LI eine gereifte Dame (was a) nicht negativ klingen soll und b) nicht persönlich gemeint ist), die sich in klassischer Form und klassischen Bildern den Übergang ins Alter verschönt.
Mir würde das Gedicht um Klassen besser gefallen, wenn die unterschwellige Verlustangst einen - und sei es auch minimalen - Ausdruck fände, also irgendetwas die glatte Reihe von wohlbekannten Herbst-Chiffren 'stören' würde.

Schöne Grüße
Franz

Gerda

Beitragvon Gerda » 16.09.2012, 22:03

Dankeschön Räuber, ich bin heute nach einer Feiluftlesung zu müde.
Morgen ist auch noch ein Tag. :-)

Liebe Grüße
Gerda

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 17.09.2012, 00:42

Hallo alle,
ich stimme dem Herrn Räuber zu, dass das Gedicht eine Brechung des Vollreife-Gefühls transportieren sollte, aber ich sehe diese Brechung durchaus schon vorhanden: Die Nüsse sind noch nicht mal ganz reif, andere Früchte (ich nehme jahreszeitenbedingt an, dass Pflaumen gemeint sind) sind dagegen schon vergoren und machen die Wespen besoffen ... die Sprecherin steht zwischen den Stühlen, einerseits noch jung und wachsend (man wächst ja ein Leben lang), andererseits wieder überreif; diese Ambivalenz empfinde ich selbst sehr deutlich - ich bin Mitte 50 - und kann sie gut aus dem Gedicht herauslesen. Für mich stimmt es so. Wenn es nicht ganz so glücklich klänge, würde es genau auf mich passen :pfeifen: , aber jedenfalls trifft es das Gefühl an der Schwelle sehr gut.

Grüße von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

Gerda

Beitragvon Gerda » 17.09.2012, 06:58

Liebe Zefira,

herzlichen Dank, dir für deine Rückmeldung, die mir die Begründung, weshalb ich dieses Gedicht, so wie es ist als "fertig" ansehe, doch sehr erleichtert.
Mich freut es, dass dir der Text gefällt, dass du dich darin wiederfinden kannst.

Herzliche Grüße in die neue Woche
Gerda

Gerda

Beitragvon Gerda » 17.09.2012, 07:04

Lieber Räuber,

du hast möglicherweise schon gelesen, was Zefira geschrieben hat. Besser hätte ich es nicht auf den Punkt bringen können. Der Text ist eine Analogie zum nahenden Lebensherbst.
Ich wollte in diesem Gedicht Ambivalenz zeigen und auch, dass eine Beziehung (Liebe, ein Mensch an der Seite) einen durch eben diese Gefühle, die der Lebensherbst zwangsläufig mit sich bringt tragen können. Die letzte Strophe könnte ganz platt heißen: Es ist nicht schlimm, dass ich nicht mehr jung bin, solange du da bist und mich berührst.

Wäre ich den von dir vorgeschlagenen Weg gegangen, wäre es wohl ein ganz anderes Gedicht geworden, der Bruch offensichtlicher, aber das hatte ich in diesem Text nicht beabsichtigt.

Liebe Grüße
Gerda

scarlett

Beitragvon scarlett » 17.09.2012, 08:00

ich kann mich noch gut an den text erinnern, gerda, er hat nichts "verloren" in der zeit - ich finde ihn immer noch stimmig, genau so wie er ist.

lg
monika


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