Stundenbuch

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 31.03.2012, 17:55

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Niko

Beitragvon Niko » 31.03.2012, 20:58

hallo amanita,

strofe zwei ist ein gedicht! (wenn man den "und ich wandere nachtwärts-untertitel mal außen vorlässt)-mir wäre es als einzelnes werk schon genügend. einzig "muttererinnern" ist ein schwieriges wort. so rein lesemäßig. das wecken durch schallwellen und vor allem das lungenatme ist mir zu dicke.
ich draf mal dreist meine version als empfindungsrückmeldung schreiben?. minimale veränderungen zwischendrin und ein ganz anderes ende (aber das ist eben aus meinem empfinden geschrieben.).....

Stundenbuch


Und ich wandere nachtwärts

Jahrzehnte, die meine
Minuten durchreisen
heben sich auf, pflügen
fügen ein Bild aus Bildern
im Labyrinth zu Klängen
die nie verenden

Du bist dabei, dort wo
es keinen Ort gibt
legst Lilien, Muttererinnern
mir ans Herz, schenkst
mir aus einer Schatulle
ein Wort, eine Heimat –

bis mich eine farbe weckt
wie ein hahnenschrei



dein text hat wunderbare passagen! gern gelesen (wie eigentlich fast alles von dir)

liebe grüße: niko

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 31.03.2012, 22:03

Hallo Niko! Erstmal vielen Dank für die Anregungen.

Da ich den Text gedanklich noch nicht abgeschlossen habe, ist noch viel Änderungs"potenzial" drin!

Das pflügen ist mir allerdings etwas zu heftig.

Muttererinnern ist so'n Wort, mit dem ich selbst nicht vollständig zufrieden bin, es passte für mich inhaltlich und mit seiner Silbenzahl, aber bei einer besseren Möglichkeit greife ich gern zu.

Der Schluss ist absichtlich ein Bruch - vielleicht könnte man es aber auch ganz anders machen. Dein Gedankengang (mit Farbe und Hahnenschrei) ist mir erst einmal so fremd, dass ich ihn so nicht übernehmen könnte (aber allemal danke!).

Niko

Beitragvon Niko » 31.03.2012, 22:09

zum übernehmen war´s nicht gedacht, amanita. (obwohl es mir egal wäre!) lediglich meine verlyrichung inspiriert durch deinen text.

ich wünsch dir ein feines wochenende! Niko

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Beitragvon Amanita » 31.03.2012, 22:36

Lach, Niko, das kann man hier im Forum nicht immer absehen, welchen Grades die Änderungen sind ...!

moonlight

Beitragvon moonlight » 01.04.2012, 16:07

Liebe Amanita,
deine zweite Version finde ich ausgesprochen gut bis auf die......bis mich der Schall des Morgens
in die Jetztzeit wirft .......

daran würde ich noch etwas feilen.


LG
Moonlight

Herby

Beitragvon Herby » 02.04.2012, 22:24

Hallo Amanita,

deine zweite Version empfinde ich als runder, sie gefällt mir sehr gut. Ausgesprochen positiv finde ich, dass aus "lungenatme" (seltsam gestelzt/redundant) "Atem schöpfe" wurde.

Warum machst du aus "Jetztzeit" nicht "Jetzt" - also

bis mich der Schall des Morgens
ins Jetzt wirft


Den Ausdruck "Jetztzeit" empfinde ich im Kontext als eher sperrig, könnte glatt verwandt sein mit "lungenatme".

Das sind ansprechende Verse, die ich sehr gerne gelesen habe.

LG Herby

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Beitragvon Amanita » 02.04.2012, 22:47

Hallo Herby, so besser?

Jetzt ist das Aufwachen zwar erheblich angenehmer geworden, aber das hat ja auch was :)

Danke fürs Lesen!

Herby

Beitragvon Herby » 02.04.2012, 23:22

"Gegenwart" finde ich schon mal besser als "Jetztzeit" - und vielleicht auch klanglich besser als mein Vorschlag "ins Jetzt"- dennoch glaube ich, dass sich noch da noch was verbessern ließe.


In der ersten Version heißt es:

Amanita hat geschrieben:Kurz bete ich mich in den Traum zurück


In der zweiten

Amanita hat geschrieben:ich mich kurz in den Traum
zurückbete


Durch die erste Version kommt an dieser Stelle etwas Ruhe in den Text, durch Version II wird der Satzbogen länger und das ganze Konstrukt (nach meinem Empfinden) etwas atemloser - was gut zum Schlussvers passt.

LG Herby

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Beitragvon Amanita » 02.04.2012, 23:28

Ja-haaa, Herby! Dann müsste ich aber schreiben


Kurz bete ich mich in den Traum zurück

und schöpfe Atem



- und das gefällt mir so nicht

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Beitragvon Amanita » 02.04.2012, 23:32

"und atme mich wach" ist mir einfach zu schlapp (so der Vorschlag von meiner Freundin). Hört sich so nach Joga an -

Herby

Beitragvon Herby » 02.04.2012, 23:51

Oops, dann hab ich missverständlich ausgedrückt, Amanita.

Kurzform: Die Version II

Amanita hat geschrieben:ich mich kurz in den Traum
zurückbete

und Atem schöpfe


finde ich um Längen besser als Version I.

So, und nun werd ich ins Bett gehen und mich in Träume beten, ehe ich noch mehr Missverständnisse produziere :smile:

LG und gute Nacht,
Herby

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Beitragvon Amanita » 03.04.2012, 08:57

Nicht schlimm, Herby - ich melde mich aber doch nochmal zu Wort, weil ich nicht verstanden habe, wo genau sich "was verbessern ließe".

Herby

Beitragvon Herby » 03.04.2012, 21:22

Hallo Amanita,

ich meinte damit das Wort "Gegenwart", das mir im Kontext des Gedichtes vom Klang her irgendwie aufstößt. Du merkst vielleicht schon an meiner unbeholfenen Formulierung, dass ich es nicht schaffe, meine konfusen Bedenken zu präzisieren. Ich meine halt nur, dass es da vielleicht noch einen Ausdruck gibt, der besser passen würde.
Aber nimm den Ausdruck ruhig, wenn er für dich stimmig ist.

Lieben Gruß,
Herby


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