Heimat

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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Amanita
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Beitragvon Amanita » 16.03.2012, 12:55

zweite/ geänderte Version:

Heimat


Einen Moment das Gefühl
ich käme nach Hause.

In der Luft noch
ein Rest Wärme.
Von der Hügelkette im Schönwetterdunst
fällt mir der Name gleich ein.
An jeder Haustür liegen
Geschichten für mich
und manche Geräusche summen
wie immer ein Lied.

Nur die Wege verlaufen so strikt
vor Mauern aus kunststoffbeschichtetem Weiß.
Die Nachbarin grüßt mich wohl -
der Abend kommt kühl herübergeschwommen.





erste Version:

Heimat


Einen Moment das Gefühl
ich käme nach Hause.

In der Luft war noch
ein Rest Wärme.
Von der Hügelkette im Schönwetterdunst
fiel mir der Name gleich ein.
An jeder Haustür lagen
Geschichten für mich
und manche Geräusche summten
wie immer ein Lied.

Nur die Wege verlaufen so strikt
vor Mauern aus kunststoffbeschichtetem Weiß.
Die Nachbarin grüßt mich wohl -
der Abend kommt kühl herübergeschwommen
und ich verabschiede mich.
Zuletzt geändert von Amanita am 17.03.2012, 15:54, insgesamt 2-mal geändert.

scarlett

Beitragvon scarlett » 16.03.2012, 19:27

liebe amanita,

grundsätzlich finde ich das herz- und hirnerwärmend bzw. ansprechend- ja, das ist echt gut.
das distanzierte einerseits, das tief berührte eher zwischen den zeilen ...

dennoch: zwei fragen

warum setzt du die mittelstrophe in die vergangenheit?
mir ist das nicht einleuchtend, möglicherweise bin ich aber auch blind ...
will heißen, ich sehe keine berchtigung dafür ...

die letzte zeile ist meines erachtens entbehrlich.
um wieviel stärker wäre der schluss mit dem abend, der kühl herübergeschwommen kommt ... das sagt alles.

liebe abendgrüße,
monika

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 16.03.2012, 19:40

Gut, liebe Monika, die letzte Zeile brauche ich tatsächlich nicht unbedingt - wenn Du es (eventuell zusammen mit anderen Lesern) als ausreichende Aussage empfindest.

Mit dem Tempuswechsel wollte ich den Moment des Wieder-Abwendens vom "Spazieren" in die/ durch die Heimat trennen.

scarlett

Beitragvon scarlett » 16.03.2012, 20:00

hmm ... liebe amanita, ich lese den moment des sich abwendens eher in der s3- ich meine, erst muss ja etwas da sein, beschrieben werden /s2/, von dem man sich dann abwenden kann ...
dein lyrisches ich nimmt ja etwas wahr, auf seinem weg zurück- wobei ja schon der konjunktiv am anfang klar macht, dass es kein nach hause kommen mehr gibt ... dennoch ist da ja was.

für mich - und bitte, vielleicht nur für mich - würde das präsens in der s2 mehr sinn machen.

grüße,
monika

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 16.03.2012, 20:10

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scarlett

Beitragvon scarlett » 17.03.2012, 08:33

ja, liebe marlies, ja.

ich hoffe so sehr, dass sich noch andere zu deinem text äußern, für mich ist er jetzt perfekt!

lg
monika

Mucki
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Beitragvon Mucki » 17.03.2012, 13:15

Hallo Amanita,

ja, ich stimme Monika zu. Im durchgängigen Präsens wird das kurze Aufflackern und wieder Abebben des Heimatgefühls deutlicher, wirkt unmittelbarer.

Liebe Grüße
Gabi


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