Was neu ist

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 12.02.2012, 20:53

Was neu ist


Neu ist die Erkenntnis darüber, dass das Alte so
Überraschend viel älter ist.
Jung lebt man, als habe die Welt gestern begonnen.
Man lebt weniger in den Tag hinein als von
Einem zum andern..

Das Neue schrumpft.
Es wird von
Einem zum andern
Blasser
Verliert
Den Glanz

Ja, was neu ist,
ist diese Trübung, die aus dem
neuen
Altes macht.

Jelena

Beitragvon Jelena » 13.02.2012, 10:44

Renée Lomris hat geschrieben:Was neu ist


Neu ist die Erkenntnis darüber, dass das Alte so (Erkenntnis darüber: klingt umständlich)
Überraschend viel älter ist. (Überraschend ist die Erkenntnis, dass das Alte so viel älter ist.)
Jung lebt man, als habe die Welt gestern begonnen. (Jung lebt man, wenn die Welt erst gestern begonnen hat.)
Man lebt weniger in den Tag hinein als von
Einem zum andern..

Das Neue schrumpft.
Es wird von
Einem zum andern
Blasser
Verliert
Den Glanz

Ja, was neu ist,
ist diese Trübung, die aus dem
neuen
Altes macht.


Hallo Renée,

habe gestern Gerdas "Verinnerungen" kommentiert. Die Thematik finde ich in deinem Werk in vereinfachter Form wieder, wobei ich es sprachlich, wie oben farbig als Verbesserungen vorgeschlagen, nicht geschickt finde. Das Gedicht ist für mich deshalb nicht klar und eindringlich genug.
Gerda hat die Verzweiflung über die zunehmende Aussichtslosigkeit besser zum Ausdruck gebracht, finde ich. Dein Gedicht liest sich sehr sachlich. Eher wie eine Betrachtung.

Liebe Grüße, Jelena.

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 13.02.2012, 11:02

Ja, liebe Jelena, diese Kritik (eine nicht geglückte Form dessen, was ich ausdrücken wollte) akzeptiere ich .. ich werde über eine bessere Form nachdenken.
Da ich keine Verzweiflung über zunehmende Aussichtslosigkeit ausdrücken wollte, ist es gut, dass diese nicht zum Ausdruck gekommmen ist. Aber ich hätte die weiße Unempfindlichkeit (eine Art Anästhesie) bersser zum Ausdruck bringen sollen. Ich werde versuchen, etwas dran zu arbeiten.

lG
Renée

Mucki
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Beitragvon Mucki » 13.02.2012, 13:44

Liebe Renée,

mir gefällt gerade die Schlichtheit, das Direkte und Schnörkelose in deinem Gedicht, würde es lediglich geringfügig kürzen, um auf den Punkt zu kommen. Das wäre meine Idee:

Was neu ist

Das Alte ist so überraschend viel älter.
Jung lebt man, als habe die Welt gestern begonnen.
Man lebt weniger in den Tag hinein als von
einem zum anderen.

Das Neue schrumpft.
Es wird von einem zum anderen blasser.
Verliert den Glanz.

Ja, was neu ist,
ist diese Trübung, die aus dem
Neuen Altes macht.



Liebe Grüße
Gabi


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