Begeisterung
Das Glück beginnt
vor der Herzwand zu tanzen
ins All sprüht es Bilder
Sein glühender Strom berührt
Ganglienkrusten und
kühles Gestirn
Das Glück trinkt die Zeit
aus Seelenräumen
und schweigt
Begeisterung
-
Jelena
Ich kann mich der Begeisterung Nikos nicht anschließen. Ich kriege deine Bilder nicht zusammen. Sie sind eher absurd und verrückt, so wie du sie aneinandersetzt. Wenn ich Begeisterung fühle, dann ist es nicht dasselbe wie Glück. Das Univerum und die Sterne berühren, aber sie bgeistern nicht so, wie ich Begeisterung verstehe. Für mich tanzt du hier etwas zu sehr, so dass ich kein stimmiges Ganzes finden kann. Für mich ist das noch sehr unausgereift.
-
Gerda
Liebe Amanita,
mich erreichen die Worte, die von Begeisterung von Glück erzählen sollen nicht.
M. E. liest sich das Ganze sehr "ausgesucht und romantisierend.
"ausgesucht" beziehe ich auf die Wahl der Metaphern, die für mich keine Verbindung mit dem Thema eingehen,
darüber täuscht mich auch nicht der romantische Gesamtton.
Liebe Grüße
Gerda
mich erreichen die Worte, die von Begeisterung von Glück erzählen sollen nicht.
M. E. liest sich das Ganze sehr "ausgesucht und romantisierend.
"ausgesucht" beziehe ich auf die Wahl der Metaphern, die für mich keine Verbindung mit dem Thema eingehen,
darüber täuscht mich auch nicht der romantische Gesamtton.
Liebe Grüße
Gerda
Zuletzt geändert von Gerda am 13.01.2012, 10:23, insgesamt 1-mal geändert.
Hallo Amanita, eine schöne Form des (Vor-)Silvesterfeuerwerks, die Du da beschreibst. Nur das Bild der Herzwand ist mir im Textzusammenhang ein Tropfen zu viel Pathos. Vielleicht liese sich da etwas Zugänglicheres, weniger Hochtrabendes finden.
Ein Klang zum Sprachspiel.
Hallo Amanita,
ich sehe hier zwei Schwierigkeiten.
Einmal wird mir aus dem Text nicht klar, wie sich für dich die Beziehung der Begriffe "Begeisterung" und "Glück" darstellt. Dadurch scheinen Überschrift und "eigentliches Gedicht" mir Fremde?!
Zum anderen passen die Bilder der einzelnen Abschnitte wirklich schlecht zueinander. Wenn du mir im ersten Abschnitt das Glück als etwas vorstellst, das "tanzen" kann, und dann im zweiten Abschnitt als "glühenden Strom", dann verliert das Gedicht sofort die Möglichkeit, wirkliche Bilder hervorzurufen, und fällt auf die verstandesmäßige Wort-Betrachtung zurück. Nun muss das nicht falsch sein und es gibt ja auch andere, die so schreiben - Nikos Begeisterung kommt nicht von ungefähr, wenn man sich seine Texte ansieht -, aber ich würde schon sagen, dass dieses Verfahren zumindest gefährlich ist.
Unterstützt wird dieser Eindruck dann auch durch den geschäftsmäßigen Ton, der die Zeilen durchzieht. Das "All" scheint da nur zu stehen, um das "Gestirn" vorzubereiten, was - "Stirn" - wie etwas wirkt, dass unbedingt rein sollte in dieses Bilderfeld, aber sonst zu plötzlich käme.
Auf der reinen Wortebene - auf der ich mich ja eigentlich am liebsten herumtreibe - zeigt sich diese "Geschäftsmäßigkeit" mit Vorliebe bei den Umstandsbestimmungen. Das ist jetzt natürlich eine eher allgemeine Klage, aber dass alles, was in der Umgangssprache mit "Umstandswort + Dingwort" ausgedrückt wird, immer genauso auch in der Lyrik auftauchen muss ...
"Das glück trinkt die Zeit": Ein Stückweit gilt das auch für Artikel. Meinem Ohr nach klänge etwa diese Zeile stärker ohne das "die".
Ferdigruß!
PS Meine eindeutige Lieblingsbegeisterung ist die von Hölderlin (im Hyperion):
Wie unvermögend ist doch der gutwilligste Fleiß der Menschen gegen die Allmacht der ungeteilten Begeisterung.
Sie weilt nicht auf der Oberfläche, fasst nicht da und dort uns an, braucht keiner Zeit und keines Mittels; Gebot und Zwang und Überredung braucht sie nicht; auf allen Seiten, in allen Tiefen und Höhen ergreift sie im Augenblick uns, und wandelt, ehe sie da ist für uns, ehe wir fragen, wie uns geschiehet, durch und durch in ihre Schönheit, ihre Seligkeit uns um.
ich sehe hier zwei Schwierigkeiten.
Einmal wird mir aus dem Text nicht klar, wie sich für dich die Beziehung der Begriffe "Begeisterung" und "Glück" darstellt. Dadurch scheinen Überschrift und "eigentliches Gedicht" mir Fremde?!
Zum anderen passen die Bilder der einzelnen Abschnitte wirklich schlecht zueinander. Wenn du mir im ersten Abschnitt das Glück als etwas vorstellst, das "tanzen" kann, und dann im zweiten Abschnitt als "glühenden Strom", dann verliert das Gedicht sofort die Möglichkeit, wirkliche Bilder hervorzurufen, und fällt auf die verstandesmäßige Wort-Betrachtung zurück. Nun muss das nicht falsch sein und es gibt ja auch andere, die so schreiben - Nikos Begeisterung kommt nicht von ungefähr, wenn man sich seine Texte ansieht -, aber ich würde schon sagen, dass dieses Verfahren zumindest gefährlich ist.
Unterstützt wird dieser Eindruck dann auch durch den geschäftsmäßigen Ton, der die Zeilen durchzieht. Das "All" scheint da nur zu stehen, um das "Gestirn" vorzubereiten, was - "Stirn" - wie etwas wirkt, dass unbedingt rein sollte in dieses Bilderfeld, aber sonst zu plötzlich käme.
Auf der reinen Wortebene - auf der ich mich ja eigentlich am liebsten herumtreibe - zeigt sich diese "Geschäftsmäßigkeit" mit Vorliebe bei den Umstandsbestimmungen. Das ist jetzt natürlich eine eher allgemeine Klage, aber dass alles, was in der Umgangssprache mit "Umstandswort + Dingwort" ausgedrückt wird, immer genauso auch in der Lyrik auftauchen muss ...
"Das glück trinkt die Zeit": Ein Stückweit gilt das auch für Artikel. Meinem Ohr nach klänge etwa diese Zeile stärker ohne das "die".
Ferdigruß!
PS Meine eindeutige Lieblingsbegeisterung ist die von Hölderlin (im Hyperion):
Wie unvermögend ist doch der gutwilligste Fleiß der Menschen gegen die Allmacht der ungeteilten Begeisterung.
Sie weilt nicht auf der Oberfläche, fasst nicht da und dort uns an, braucht keiner Zeit und keines Mittels; Gebot und Zwang und Überredung braucht sie nicht; auf allen Seiten, in allen Tiefen und Höhen ergreift sie im Augenblick uns, und wandelt, ehe sie da ist für uns, ehe wir fragen, wie uns geschiehet, durch und durch in ihre Schönheit, ihre Seligkeit uns um.
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)
Hallo ferdi, danke fürs lange "Befassen".
Ich sehe schon, an der Skizze ist nichts zu retten, wohl vor allem wegen der Tatsache, dass Glück und Begeisterung offenbar stärker getrennt wird als ich das - subjektiv - sehe. Für mich ist Begeisterung immer auch Glück (Umkehrung gilt nicht, oder jedenfalls nur ansatzweise).
Nun werde ich nicht weiter basteln, denn das würde eine völlig neue Version ergeben.
Ich sehe schon, an der Skizze ist nichts zu retten, wohl vor allem wegen der Tatsache, dass Glück und Begeisterung offenbar stärker getrennt wird als ich das - subjektiv - sehe. Für mich ist Begeisterung immer auch Glück (Umkehrung gilt nicht, oder jedenfalls nur ansatzweise).
Nun werde ich nicht weiter basteln, denn das würde eine völlig neue Version ergeben.
-
pjesma
ich finde das gedicht gelungen. mir schwebt da dieser moment -ich bin überzeugt dass du ihm kennst, (und vielleicht sogar hier genau das beschreibst?),amanita, weil du malst;-) wenn ein äußeres funken die inspiration anzündet, die begeisterung entsteht, ja, sogar eine art fiebrigkeit: gleich anzufangen, weil man es schon vor den augen hat wie es aussehen soll, eine art ungeduld,ich spür das manchmal gar als speichelfluss (oralgesteuertbin
. dieses riesiges gefühl verwandelt sich während dem arbeitsprozes in ein glücksgefühl, der nicht mehr so fiebrig, aber dafür stetig ist. das finde ich gut rübergebracht.
(und manchmal, wenn man vor fertigem steht und es ist gelungen und erfült und man die augen nicht trennen davon kann---dieses drittes erlösendes gefühlchen, der die begeisterung und glück vereint.gif)
lg
. dieses riesiges gefühl verwandelt sich während dem arbeitsprozes in ein glücksgefühl, der nicht mehr so fiebrig, aber dafür stetig ist. das finde ich gut rübergebracht.(und manchmal, wenn man vor fertigem steht und es ist gelungen und erfült und man die augen nicht trennen davon kann---dieses drittes erlösendes gefühlchen, der die begeisterung und glück vereint
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lg
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hut ab!
und nu?