Hallo Xanthi, Leo und Eule,
danke für eure Rückmeldungen. Ich versuche mal zusammen zu antworten, weil es ja zum Teil ähnliche Punkte betrifft.
Vielleicht vorab, die Klammern sind für mich hier innere Kommentare, ein Ausruf, Gedankeneinschübe des LIch. Erst dachte ich, dass mir das "ein eingewanderter Mann" nicht so wichtig ist, aber wenn ich es weglasse, fehlt mir diese Feststellung, dieses (An-)Erkennen von Seiten des LIch, denn es meint ja nicht nur nach Deutschland, sondern eben auch an diesen Ort "zwischen – mitte", diesen Zeitpunkt und in ihr Leben. Ich weiß noch nicht, ob ich das ersetzen kann oder wie Eule vorschlägt die ganze Zeile streiche. Die Klammer einfach wegzulassen geht für mich nicht.
Xanthi hat geschrieben:Wenn ich einmal versuche am Text entlang zu gehen, fällt mir gleich in der ersten Zeile das "also" auf. Warum stört mich das so? Weshalb finde ich es unstimmig? Es klingt so abgeleitet, aber die Herleitung aus der es abgeleitet sein könnte ist nicht da und ich will sie auch nicht. ich weiß, dass es den Klang ändert, wenn das also fehlt, aber inhaltlich passt ein also hier nicht für mich.
Leo hat geschrieben:"zwischen" und "mitten im" schwächen sich, glaube ich für mein Empfinden gegenseitig. Braucht es denn das "mitten"?
Das "also" brauche ich, das "mitten im" auch. (Im Moment zumindest noch .-)) Für mich entsteht dadurch die Stimmung der Strophe, der Begegnung. Eine Fremdheit, Unsicherheit, der Versuch sich irgendwie zu verorten. Das "also" öffnet den Raum und es gibt nichts, woher sie in diesem Moment etwas herleiten könnten, sie hängen da nebeneinander in der kalten Luft, die Augen auf die Hunde gerichtet. (Vielleicht ist diese Begegnung auch nur für Hundehalter nachvollziehbar?)
Xanthi hat geschrieben:Rein logisch frage ich mich allerdings, woher das Rot im Feld im November kommt.
Das löst ja die nächste Klammerzeile auf? Die Erdbeerblätter leuchten dieses Jahr tatsächlich erstaunlich rot. Liegt wahrscheinlich am Wetter.
Xanthi hat geschrieben:Ich bin eine Klammerfanatikerin, aber hier stören mich die Klammern, hier erklären sie mir Dinge, die ich mir selbst denken kann, denken sollte, sie manipulieren mich ganz eindeutig und m.M. nach unnötig.
Ohne die Klammerzusätze würdest du dir wirklich "schön – Mist! – warm" denken?? Das überrascht mich. Für mich macht das jedenfalls einen Teil der Stimmung aus nimmt auch ein wenig Pathos raus, bricht auf und lässt so auch den Einzelzeilen mehr Raum. Es erzählt etwas über die Begegnung und über das LIch. Durch das Weglassen der Klammergedanken würde denke ich auch der Bezug zur konkreten Situation verloren gehen. Ich sehe das nicht als Manipulation, aber natürlich schränkt es die Freiheit ein, sich etwas anderes zu denken, es gibt vor.
Leonie hat geschrieben:An dem Titel stört mich vor allem, dass er eine so starke Leerstelle reißt. Wenn Du daraus eine Strophe machen würdest, in der vielleicht ein wenig angerissen wird, was er an diesem anderen Tag erzählt, dann wäre das schon wieder anders, glaube ich.
Ja, es wäre anders und nein, das geht für mich nicht. Das würde den Fokus völlig verschieben, denn es geht ja nicht darum, was er erzählt, sondern dass er überhaupt erzählt, dass es diese anderen Tage gibt.
Ich lasse mir eure Anmerkungen aber auf jedenfall noch durch den Kopf gehen und behalte das im Blick.
Danke, auch fürs teilweise Mögen. :))
Liebe Grüße
Flora