mein herzecho

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Jelena

Beitragvon Jelena » 27.10.2011, 20:14

mein herzecho


ohne mich
spuckt es blut
schlägt schlägt schlägt

wie konnte ich glauben
es meinte je mich
als es stolperte

irgendwann wird es
mich missen

den unbekannten raum
.
.
.
.
.
.

Jelena

Beitragvon Jelena » 01.11.2011, 15:41

O, viele Beiträge!

Nur kurz: Hier war Überschrift tatsächlich nur Überschrift. Deshalb hatte ich in der einsamen Phase auch editiert, den Abstand zwischen Überschrift und Gedicht noch einmal vergrößert.

Inzwischen denke ich, die Überschrift irritiert.

Der Perspektivwechsel war gewollt. Weil gerade das war ja so irritierend an dieser Untersuchung: Die Begegnung mit einem eigenen Wesen, das Ich ist. Von Eule und Amanita fühle ich mich da gut verstanden.
Aber alle anderen Anregungen werden mir auch weiterhelfen.
Auf alle Fälle ist es wohl noch nicht klar genug geworden, worum es mir geht.

Ich werde eine neue Version finden. ;-)

Edit: Gefunden.

Jelena

Beitragvon Jelena » 01.11.2011, 20:30

kardiologisch


ich bin zwei kammern
und doch offen

spucke dein blut gegen wände

ohne eine idee vom universum
ein universum

ohne eine idee von deinem leben
dein leben

ein zucken
durch das du stolperst
rot gelb blau grün orange
(auf deinem bildschirm bildnis)

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.11.2011, 22:08

Also, ehrlich: Die erste Version gefällt mir nach wie vor viel besser (ich war ja nun eine von denen, die nicht viel dagegen einzuwenden hatten). Diese Fassung beginnt wie ein Rätsel (soll sie vermutlich auch), was für mich etwas albern - sorry - klingt.

Gerda

Beitragvon Gerda » 02.11.2011, 12:39

Hm, Jelena, nach meinem Empfinden, ist diese Variante keine überarbeitete Version, sondern ein völlig anderes Gedicht.
Ich muss sagen, dass mir die erste besser gefällt. Sie ist weniger "medizin-technisch", was mir sehr viel eher zusagt.
Vielleicht magst du dich mit den Änderungsvorschlägen für die erste befassen.

Jelena hat geschrieben:mein herzecho


Im Titel würde ich das mein streichen

Jelena hat geschrieben:ohne mich
spuckt es blut
schlägt schlägt schlägt


Hier würde ich in Z1 umformulieren

ohne mein zutun



Jelena hat geschrieben:wie konnte ich glauben
es meinte je mich
als es stolperte



Z1 klingt mir zu dramatisch
Ich habe mal gedreht:

als es stolperte
glaubte ich
es meinte mich



Jelena hat geschrieben:irgendwann wird es
mich missen


wird es mich je vermissen

Hier würde ich enden wollen, wenn es mein Text wäre.

den unbekannten raum


Der "unbekannte Raum", so meine ich, ist im "ohne mein zutun" und im "mich" enthalten

Liebe Grüße
Gerda

Jelena

Beitragvon Jelena » 02.11.2011, 18:25

Amanita hat geschrieben:Diese Fassung beginnt wie ein Rätsel (soll sie vermutlich auch), was für mich etwas albern - sorry - klingt.

Ja, jetzt erkenne ich auch, dass der neue Beginn an ein Teekesselchen erinnert... :blink2:

@Gerda

Ja, ein neues Gedicht ist das, stimmt, keine Überarbeitung.
Ehrlich gesagt: Ich hätte nichts an dem ersten Gedicht wirklich ändern wollen. Es wurde nur inhaltlich nicht gut verstanden, mit Ausnahmen. Jetzt merke ich aber, dass das zweite auch nicht verstanden wird.

Werde dieses Thema also mal ruhen lassen.

Zu deinen nettgemeinten Vorschlägen:

Ohne mein Zutun: das würde nicht ausdrücken, was ich meine. Ohne mein Zutun: das wäre ja die Realität und gleichzeitig nicht die Realität. Das Herz schlägt zwar selbst, aber braucht meinen Körper doch: Lunge, Leber etc.

Mir geht es ja um die Begegnung der neuen Art im Ultraschall: Das Wissen zu sehen, das eigene Herz als eigenes unbekanntes Wesen wahrzunehmen und dann die Lage mal umzukehren. Am Ende die Frage: Ist mein Ich, meine Wahrnehmung dann nicht auch nur ein Zellhaufen?

Die Sätze glaubte ich und wie konnte ich glauben sind auch sehr unterschiedlich. Ich möchte Erstaunen über eine neue Sitution ausdrücken! Dein Satz wäre mir zu wenig.

Deshalb wäre die Tatsache, dass das Herz das Ich missen wird mit dem Tod, hier keine Frage mehr. Deshalb gefällt mir auch dein zweiter Veränderungsvorschlag nicht. Das ist ja hier nicht eine dichterisch gemalte Wissenschaft. Ich glaube, du verstehst nicht, was ich ausdrücken will. Aber ich will auch nicht noch mehr Angebote.
Ich möchte diese Herzsache ehrlich mal ruhn lassen und schauen, ob ich eine eigene neue Idee bekomme. Eigentlich finde ich beide Gedichte o.B. Besonders den Bildschirm, der ein Bildnis macht, den er besser nicht machte. Aber das ist wohl in der Andeutung untergegangen...

So long, Jelena.

Gerda

Beitragvon Gerda » 02.11.2011, 18:33

Hi und guten Abend,

Jelena hat geschrieben:Ich möchte diese Herzsache ehrlich mal ruhn lassen und schauen, ob ich eine eigene neue Idee bekomme.


Aber sicher doch, kann ich gut nachvollziehen.

Jelena hat geschrieben:Eigentlich finde ich beide Gedichte o.B. Besonders den Bildschirm, der ein Bildnis macht, den er besser nicht machte. Aber das ist wohl in der Andeutung untergegangen..


Das verstehe ich nicht, was heißt Gedichte o. B. und der Rest ... :frage:

Liebe Grüeß
Gerda

jondoy
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Registriert: 28.02.2008

Beitragvon jondoy » 02.11.2011, 23:30

Hallo Jelena,

tut mir leid, dass ich deinen Thread nochmals hervorhole, aber da muss ich jetzt noch was dazu schreiben.

Den Text hab ich lange auch nicht verstanden, das ist normal bei mir, so Textfexen, wie sie hier im Forum ununterbrochen präsentiert werden, kann ich oft anfangs schwer einordnen, oft brauch ich erst Tage, bis ich sie nüchtern analysieren kann (will), dann aber gestochen scharf, wobei ich nüchtern analysieren wiederum ziemlich unecht finde, wer würde beim echten ersten Lesen unentwegt analysieren, erst durch deine Erklärungen hab ich ein Gespür dafür, wie du es gemeint haben könntest und was deine Zeilen sagen wollten, und mir beginnt, dein Text zu gefallen,

mir gefällt vor allem die Warte, von aus das lyrische Ich sich sieht, es guckt zu, was es macht, dieses ding da in sich drin, es schlägt und pumpt, was weiss es schon von dir, du beobachtest, wie es schlägt, denkst dir, wenn es dich endgültig im Stich lässt, dann wird es dich missen, vielleicht weiss es gar nicht von dir, so viele würden NEIN schreien, hießen sie Daxenberger, Jobs oder Schlingensiefs, sie würden ihre ganze Unrast dafür geben, wenn sie das da in sich drin beeinflussen könnten, wenn es nicht mehr will, dann kann ihr ganzes Wollen nichts dagegen ausrichten, dann wird es dich missen, dich Unbekannten....den unbekannten raum...

Max

Beitragvon Max » 02.11.2011, 23:31

Liebe Jelena,

ich finde es nicht ganz einfach, gleichzeitig den eingestellten Text und Version II zu diskutieren, die kaum ein Wort gemeinsam hat (und - da stimme ich mit Armaniat überein - ein wenig nach Rätselgedicht klingt).
Vielleicht magst du es als 2 Texte einstellen?

Liebe Grüße
Max

Jelena

Beitragvon Jelena » 04.11.2011, 08:54

Hallo Gerda,

o.B, das heißt "Ohne Befund", hatte ich also mit einem leichten Grinsen Medizinerjargon eingeschrieben. Sorry.
Ja, das Bildnis auf dem Bildschirm, da dachte ich an "Sich ein Bildnis machen" und die Folgen. Aber das ist so nicht klar geworden, obwohl diese altertümliche Wort Bildnis ja als deutlich unpassend beim Lesen herausfällt. Ich wollte die Frage aufwerfen, auch wenn ich dem medizinischen Fortschritt dankbar bin. Aber darum geht es ja nicht.

Hallo Max, sobald ich eine noch neuere Version habe, stelle ich sie rein. Es ist mir weniger dringend, an einem Text kleben zu bleiben und an ihm rumzuverbessern. Manchmal ist der Papierkorb die bessere Lösung. Das sage ich unabhängig davon, ob meine Gedichte gut oder schlecht sind.

Max

Beitragvon Max » 06.11.2011, 18:17

Liebe Jelena,

Es ist mir weniger dringend, an einem Text kleben zu bleiben und an ihm rumzuverbessern.


das finde ich ja sympathisch. Ich wollte nur vermeiden, dass der Text im Kommentardschungel verloren geht.

Liebe Grüße
Max


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