mein herzecho

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Jelena

Beitragvon Jelena » 27.10.2011, 20:14

mein herzecho


ohne mich
spuckt es blut
schlägt schlägt schlägt

wie konnte ich glauben
es meinte je mich
als es stolperte

irgendwann wird es
mich missen

den unbekannten raum
.
.
.
.
.
.

Max

Beitragvon Max » 30.10.2011, 22:28

Liebe Jelena,

das begeistert mich nicht wirklich sehr.

Das Herz ist ein sehr gängig als Bild und mir will scheinen, dass Dein Text zwar sehr ehrlich ist und von Dir kommt, aber zu Beknntem wenig Neues hinzufügt.

Das ist natürlich die rein kritische Sich auf den Text.

Liebe Grüße
Max

Mucki
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Beitragvon Mucki » 30.10.2011, 23:55

Hallo Jelena,

der Titel "mein herzecho" hat mich auch abgeschreckt, muss ich zugeben.
Zudem verstehe ich den Sinn des letzten Satzes nicht. Er wirkt angehängt auf mich.

Meine Idee wäre, nur ein Vorschlag:

irgendwann

ohne mich
spuckt es blut
schlägt schlägt schlägt

wie konnte ich glauben
es meinte je mich
als es stolperte

irgendwann wird es
mich missen



Was meinst du?

Saludos
Gabriella

Jelena

Beitragvon Jelena » 31.10.2011, 05:09

Hallo ihr Zwei,

ich merke an euren Antworten, dass ich nicht transportieren konnte, was ich eigentlich meine. Ich wollte den Eindruck, den mein Herzultraschall hinterließ, wiedergeben, die Fremdheit, die ich meinem doch eigentlich nächsten Organ gegenüber gar nicht kenne. Ich werde darüber nachdenken und es bearbeiten.

LG, Jelena.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 31.10.2011, 07:14

Hallo Jelena, ich mag den Titel und auch das Gedicht, das ich vermutlich ganz richtig verstanden habe; entscheidend die 2. Strophe, in der für mich das "Fremdsein" besonders gut rüberkommt

Mit den letzten drei Zeilen habe allerdings auch ich meine Schwierigkeiten, da plätschert der Text so dahin, jedenfalls in der allerletzten Zeile; irgendwann wird es mich missen geht für mich nicht auf, da das Herz ja (wahrscheinlich) nicht mehr schlägt, wenn Ihr Euch - ein für allemal - "trennt".

Gerda

Beitragvon Gerda » 31.10.2011, 10:22

Liebe Jelena,

ich habe das Gedicht erst nach deiner Erläuterung deiner Intention nach lesen können.
Ich denke, wenn du schreiben würdest:

ohne bewusste steuerung
...
...

wäre es klar bis hierher:

irgendwann wird es
mich missen

den unbekannten raum


Da dreht sich m. E. die Perspektive. War es zuvor das Lyrich, das sich darüber wundert, dem eigenen Herzen derart fremd zu sein, versuchst du jetzt aus Sicht des Herzens eine Art Schlussfolgerung zu ziehen, gewissermaßen dem Lyrich Trost zu spenden. Ich musste an Sätze einer beliebigen Mutter denken, nach dem Motto: Du wirst noch sehen was du an mit hattest.

Liebe Grüße
Gerda

Mucki
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Beitragvon Mucki » 31.10.2011, 12:28

Hallo Jelena,

ups, dass du das Fremdsein bei einem Herzultraschall beschreibst, habe ich auch nicht herausgelesen.
Diese Idee finde ich originell, aber sie ist m.E. nicht originell umgesetzt.
Zudem stimme ich Gerda zu. Die drei letzten Zeilen passen dann nicht. Da solltest du in der Perspektive des LIs bleiben.

Saludos
Gabriella

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Eule
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Beitragvon Eule » 01.11.2011, 02:07

Mir gefällt die Schnörkellosigkeit - eines der wichtigsten Organe und oft doch ein fast unbemerktes Wesen - des Textes und die Vorstellung, die Ännaherung einmal bis zum Perspektivenwechsel durchzuspielen. Vielleicht würde ich das "mein" im Titel weglassen, da dieser Bezug im Textzusammenhang schon sehr deutlich wird.
Ein Klang zum Sprachspiel.

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Beitragvon Amanita » 01.11.2011, 08:49

Stimmt, Eule! Auf das mein zu verzichten, würde den Leser nicht derart festlegen. Obwohl es natürlich gut klingt ... mein Herzecho ...

Gerda

Beitragvon Gerda » 01.11.2011, 10:10

Eule hat geschrieben: Vielleicht würde ich das "mein" im Titel weglassen, da dieser Bezug im Textzusammenhang schon sehr deutlich wird.


Das ist eine gute Idee, finde ich ... aber gerade fällt mir etwas anderes auf, was ich bisher nicht beachtet habe.

Liebe Jelena,

im Text nimmst du nicht Bezug aufs Echo, sondern sprichst vom Organ selbst. Das Herzecho spuckt ja kein Blut. Je länger ich darüber nachdenke, desto schwieriger finde ich gerade diesen Punkt. Du brauchst im Text meines Erachtens einen Kniff, um nicht das"Herz" zu benennen, dem Leser aber die Möglichkeit geben "Herz" zu denken, sonst geht es nicht auf.

Liebe Grüße
Gerda

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Beitragvon Amanita » 01.11.2011, 10:33

Ich habe das Echo so verstanden, dass es die Frage anreißt, wer da "der Chef" ist/ das Subjekt (das Ich oder das Herz) bzw. was wirklich ist, das Schlagen des Herzens oder sein Echo (<-- auch wenn nicht im strengen Sinne gemeint). Für mich war es jedenfalls eine Verständnishilfe!

Gerda

Beitragvon Gerda » 01.11.2011, 11:24

Klar, Amanita, dass es so gemeint ist ... Wenn ich aber den Titel lese und in Z1 gleich weiter, bezieht sich das "es" aufs -Echo.

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 01.11.2011, 13:23

Stehen Überschrift und erste Zeile denn in grammatischem Bezug? Also ... ich meine ... generell?

Gerda

Beitragvon Gerda » 01.11.2011, 14:22

Das kann man nicht generalisieren, Amanita, denke ich. Hier bin ich jedoch geneigt, ihn herzustellen, weil im Text keine Bennenung des betreffenden "Gegenstandes" erfolgt. Aber vllt. geht es nur mir so.


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