gruß aus heidelberg (aus: lyrische postkarten)

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Niko

Beitragvon Niko » 09.10.2011, 11:58



gruß aus heidelberg


und über dem schloss
keine wolke
und unterhalb
ein markt voller leben

ich denke an zwischenzeiten
an die vielen gespräche
unter uns
und an die gebrochenen stäbe
über uns

wir haben allem standgehalten
doch heute stehe ich
unschlüssig auf einem schloss
über mir ein endlosblau
und unter mir
auf dem kornmarkt
suche ich dich
wie einen tropfen
der sich verbündet
mit der strömung des neckars



.
Zuletzt geändert von Niko am 09.10.2011, 14:17, insgesamt 2-mal geändert.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 09.10.2011, 12:25

Hi Niko,

dein Gedicht finde ganz wunderbar! Nur büdde lass die letzten drei Zeilen weg und ende mit "suche ich dich".
Du hast hier das "über" und "unter" ganz klasse miteinander verwoben. Vor "wir haben allem standgehalten" würde ich noch einen Absatz machen und außerdem einen passenderen Titel suchen. Der passte für lyrische Postkarten, doch nicht hier.

Saludos
Gabriella
P.S: Ich sehe dein Gedicht übrigens unter Liebeslyrik, nicht Freies Weben.

Niko

Beitragvon Niko » 09.10.2011, 12:51

hallo gabriella,

ich habe befürchtet, dass die tropfen im ozean zu einem wilden aufschrei führen :-)
aber ich lasse sie mal für´s erste. mal sehen, ob alle aufschreien.
der titel passt zwar zu den postkarten - wo ich ihn nicht verwendet habe - aber ich finde, dass er auch hier passt. denn heidelberg ist nicht irgendeine stadt, sondern wird mit liebe und romantik verbunden.
mit dem absatz vor "wir haben allem standgehalten" hast du vollkommen recht. werde ich ändern.

liebe grüße: niko

Trixie

Beitragvon Trixie » 09.10.2011, 14:09

hi niko,

wie schön, ein heidelberg-gedicht!

finde ich schön eingefangen, die allgemeine atmosphäre und auch den heidelbergschen bezug ;-) nur, was ich als unpassend empfinde ist der ozean, der hat nämlich gar nix mit heidelberg zu tun...
wieso nicht stattdessen mal, weil das mit dem weiten ozean auch sehr abgedroschen ist, sowas wie die länge oder tiefe des flusses? immerhin fließt der "junge wilde" in den rhein und der ist ziemlich lang ;-)

viele Grüße
Trix

Niko

Beitragvon Niko » 09.10.2011, 14:22

ja.........danke trix.......der ozean hat nicht gerade bezug zu heidelberg, obschon ja jeder fluss irgendwann irgendwie in´s meer fließt. ich hab´s ein wenig geändert. vielleicht ist es so stimmiger.

am freitag war ich in heidelberg. war anfangs enttäuscht, denn ich war, wie sich herausstellte an der schäbigsten ecke in die stadt eingefahren. lauter bahngleise und schäbige gebäude. ich war frustriert, wollte fast schin umdrehen. da kam ich zum bismarckplatz und in die altstadt. es ist wunderschön. auf dem schloss war ich auch. zu fuß. und das wetter war ok. in der heiliggeist-kirche(?) war ein organist, der sich auf ein konzert vorbereitete. ich habe mit ihm so ganz spontan ein ave maria zum besten gegeben. das war schon etwas besonderes!
ich hab heidelberg sehr genossen und komme wieder!

liebe grüße: niko

Trixie

Beitragvon Trixie » 09.10.2011, 14:26

nikoooo,
mensch, sach doch was das nächste mal!! ;-) dann geb ich dir ne stadtführung und zeige dir die schönsten ecken von heidelberg... ja, heiliggeist kirche, genau. die schöne größe alte kirche :-) gibt aber noch andere schöne ;-)

miiir persönlich gefällt das ende jetzt natürlich besser als heidelbergtreue bürgerin :-)

grüßlein!
die trix

(ps: bilder laden grade..)

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 09.10.2011, 14:56

Lieber Niko,

inspirierend habe ich das gedicht schon heute morgen gefunden.
jetzt, so überarbeitet, gewinnt es noch durch die klarer herausgearbeitete beziehung zu der stadt aus der die postkarte stammt. ohne heidelberg zu kennen, gefällt mir dieses konkrete in verbindung mit dem unfaßbaren einer beziehung, sehr gut.
das oben und unten mit dem das gedicht einsetzt, ein leerer himmel und ein markt voller leben, das ist ein sehr gutes einstiegsbild, das viele möglichkeiten für das gedicht öffnet.
auch in der zweiten strophe verknüpfst du geschickt einen begriff wie "zwischenzeiten" mit gebrochenen stäben.

das lyrische befindet sich auf dem schloss, mit diesem speziellen blick und denkt nach über gespräche und zeiten mit einem bestimmten du, das sich ihm zu entwinden scheint, indem es sich mit dem strom, der strömung (einer strömung dem der einzelne nichts entgegensetzen kann) verbündet, und dem lyrischen ich eine unentschlossene suche lässt.

so weit meine leseart.
als dank für die inspiration sozusagen.

Niko

Beitragvon Niko » 09.10.2011, 15:08

für inspirationen kann man hüben wie drüben nix, xanthi, aber dennoch danke für dein danke...
und deine leseart gefällt mir in gleichem maße wie dein kommentar zum gedicht. also nochmal danke von mir. jetzt steht es 2:1 für mich, so rein danketechnisch :razz:

ja trix.....du weißt ja-ich werfe die orte immer durcheinander. gerade bei dir. und ich war mir nicht sicher...berlin? heidelberg? regensburg? beim nächsten hab ich einen stadtführer! ich freu mich drauf. denn ich will bei sommerlichen temperaturen nocheinmal den heidelberger flair schnuppern, der in diesem herbstlichen wetter doch etwas unterging. leider. eine woche früher wäre es noch sommerhaft gewesen!
)hast du meine pn gelesen?)

liebe grüße: niko

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Eule
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Beitragvon Eule » 09.10.2011, 15:14

Hallo niko & ihr anderen, als nicht ganz heidelberg-unkundiger würde ich den schluß nochmals verändern, denn die meisten wassertropfen kommen über die zuflüsse geschwommen und die kommen vorwiegend aus dem Odenwald im Osten und östlich der Stadt. ;-) Dehalb vielleicht besser: "... mit der strömung des flusses !???" Liebe Grüße.
Ein Klang zum Sprachspiel.

Mucki
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Beitragvon Mucki » 09.10.2011, 15:22

Hi Niko,

als "Heidelberg-Gedicht" finde ich es ja ganz nett.
Aber ich bleibe dabei: für mich wäre es nicht nur "ganz nett", sondern richtig klasse, wenn du den Heidelberg-Aspekt rausließest. Meine Idee wäre

und über dem schloss
keine wolke
und unterhalb
ein markt voller leben

ich denke an zwischenzeiten
an die vielen gespräche
unter uns
und an die gebrochenen stäbe
über uns

wir haben allem standgehalten
doch heute stehe ich
unschlüssig auf einem schloss
über mir ein endlosblau
und unter mir
auf dem kornmarkt
suche ich dich


Die erste Zeile also auch als Titel genommen, da dieses "Schloss" dann zwei Bedeutungen enthält.


Saludos
Gabriella


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