Der Mörder
Vor seinem Opfer, der Leich‘,
steht der Mörder ganz bleich.
Sein Blick so stier –
ja, wehe dir!
Aus der Leich‘ läuft das Blut.
Wie wohl ihm das tut!
Er hat sich gerächt
und abgesägt.
Jetzt ist ihm schlecht.
Oh wär er ein Specht
und hätte zwei Flügel!
Nein, ist ihm übel.
Der Mörder
-
Nicole
Hi Räuberle,
uff, ich hoffe, das ist ein nicht wirklich ernst gemeintes Gedicht....
Es klingt so nach "reim Dich oder ich fress Dich", das es wirklich herzlich komisch ist....
Und wenn das jetzt wirklich ernst gemeinte Lyrik sein sollte und ich gerade mit beiden Füßen in die Fett Tonne gesprungen bin, mache ich gleich einen "ich schäme mich zu Tode und verlasse das Feld mit hängenden Kopf" Faden auf....
Nicole
Ja, diese Stelle - gerächt und abgesägt - finde ich auch lustig, da sie den Reimetüden einen deutlich plumpen Anstrich gibt.
Ansonsten weiß ich aber nicht, was der Text will; mir jedenfalls fehlt insgesamt der "Kick", der ein (doch grundsätzlich tragisches) Thema wirklich spaßig erscheinen lässt. Ich möchte einwenden, dass ich vielleicht vor lauter Bäumen keinen Wald sehe, dass irgendwas Wesentliches an mir vorüberrauscht. Jedenfalls finde ich vor allem den Bruch von Wie wohl ihm das tut zu Jetzt ist ihm schlecht überhaupt nicht gelungen, sondern nur "lau". Es fehlt mir das Erstaunliche, das (eben nicht bloß leicht) Verzerrende usw.
Ansonsten weiß ich aber nicht, was der Text will; mir jedenfalls fehlt insgesamt der "Kick", der ein (doch grundsätzlich tragisches) Thema wirklich spaßig erscheinen lässt. Ich möchte einwenden, dass ich vielleicht vor lauter Bäumen keinen Wald sehe, dass irgendwas Wesentliches an mir vorüberrauscht. Jedenfalls finde ich vor allem den Bruch von Wie wohl ihm das tut zu Jetzt ist ihm schlecht überhaupt nicht gelungen, sondern nur "lau". Es fehlt mir das Erstaunliche, das (eben nicht bloß leicht) Verzerrende usw.
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pjesma
ich sags warum es für mich witzig war. neulich schaute ich ein krimi, wo der mörder klagevoll meinte (sinngemäß): "die meisten menschen meinen, es ist leicht ein mörder zu sein---es ist gar nicht so unanstrengend: die ganze planung und logistik, und verstecken und verteilen und gestank und angst von entdeckung...". der tat sich ganz schön leid...bzw selbstmitleid und "berufstolz" vermischten sich in seiner aussage... so ähnlich kam mir dieser mörder im gedicht vor, nur dass der offensichtlich in affekt tötete und es wird ihn übel wenn er jetzt merkt dass er sich unnötig "arbeit" gemacht hat...kann aber auch ganz anders sein? schwarzen humor gibts halt immer noch ein hauch schwärzer....
lg,
pj
ps. plus eine persönliche vorliebe für manchmal echt blutrünstigen willhelm busch
, deren hauch ich daraus höre
lg,
pj
ps. plus eine persönliche vorliebe für manchmal echt blutrünstigen willhelm busch
, deren hauch ich daraus höre
Zuletzt geändert von pjesma am 29.06.2011, 12:51, insgesamt 1-mal geändert.
Natürlich gibts schwarzen Humor, dagegen will ich auch gar nichts sagen (auch wenn er Geschmackssache ist).
Aber soooo viel Humor sehe ich hier nicht, zumindest keinen schwarzen; am humorvollsten ist für mich eben die Art des Dichtens, die allerdings auch mit Herz-und-Schmerz "ginge".
Aber soooo viel Humor sehe ich hier nicht, zumindest keinen schwarzen; am humorvollsten ist für mich eben die Art des Dichtens, die allerdings auch mit Herz-und-Schmerz "ginge".
Also, ich mag schwarzen Humor, sehr sogar!
Aber dafür müsste es hier für mich sehr viel makaberer sein. Zudem fände ich es dann wirklich witzig, im Sinne des schwarzen Humors, wenn der Mörder am Schluss selbst ins Visier gerät, sprich derb eins auf die Mütze bekäme.
Aber dafür müsste es hier für mich sehr viel makaberer sein. Zudem fände ich es dann wirklich witzig, im Sinne des schwarzen Humors, wenn der Mörder am Schluss selbst ins Visier gerät, sprich derb eins auf die Mütze bekäme.
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