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Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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leonie
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Beitragvon leonie » 20.04.2011, 10:55

wegen Veröffentlichung gelöscht
Zuletzt geändert von leonie am 29.01.2016, 18:18, insgesamt 1-mal geändert.

Gerda

Beitragvon Gerda » 22.05.2011, 09:51

Danke, liebe leonie,

indes, überzeugen kann mich deine Erläuterung (noch) nicht. (Ich weiß, ich kommentiere oft spät und falle vielleicht ein bisschen lästig).
Ich will nochmal über dieses "uniformiert" und die (Be)deutung, die du ihm im Text beimisst, nachdenken.
Was ich mich frage, ob es für Leser auflösbar ist, dass gerade die "uniformierten" Gesichter nicht alt wurden. Mit fehlt da etwas, eine Idee, wo und in welcher historischen Zeit ich mir den Zusammenhang suchen kann.
Ein Gedanke an die Zeit vor 1989 schiebt sich in meinen Fokus, eine Gegend im Osten Deutschlands, damals DDR oder vielleicht auch Polen, in die das Lyrixch reist ... auch wegen der Levkojen (Jauche und Levkojen von Christine Brückner).

Nachdenkliche Grüße und einen schönen Sonntag
Gerda

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leonie
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Beitragvon leonie » 22.05.2011, 12:00

Liebe Gerda,

ich hatte die Photos im Kopf, die bei einer bestimmten Generation von Frauen auf den Kommoden standen oder an der Wand hingen. Die gefallenen Männer und Söhne. Beide meiner Großmütter hatten solche Bilder.

Liebe Grüße

leonie

Gerda

Beitragvon Gerda » 25.05.2011, 12:34

Liebe leonie,

das empfinde ich aber nicht im Text gut verankert, weil die Betrachtung doch eine Außenschau der Gegenwart ist, die nach Innen wirkt, oder habe ich das falsch verstanden?
Auf ein altes Foto wäre ich nicht gekommen und weiß immer noch nicht wie Gesichter aussehen, die uniformiert sind.
Es sind die Uniformen, die die Gesichter beeinflussen ... ja, dem kann ich zustimmen.

Liebe Grüße
Gerda

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 25.05.2011, 12:51

Liebe leonie, ich habe diese Diskussion nicht sehr gewissenhaft verfolgt, aber wenn ich einfach Deinen Text als Grundlage nehme (den ich schon viele Male gelesen habe, nicht ohne Probleme, gebe ich zu), dann wäre ich - wohl ähnlich wie Gerda - nicht auf Uniformen gekommen. Für mich hatten sich die Gesichter "uniformiert" - durch damaliges Outfit (das ja mehr Regeln unterworfen war als heute), durch ähnliche Erfahrungen im Leben ... ich weiß es nicht.

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 25.05.2011, 14:36

Hallo!

Gerda, Leonie hat ja geschrieben, wie sie es meint: "Uniformiert" bedeutet für mich, dass erkennbar ist, dass die Menschen, die dazu gehören, eine Uniform tragen. Sie hat als "einen Teil für das Ganze" gesetzt ("Gesicht" für "Mensch") und dann dem "Teil" etwas beigefügt, das eigentlich zum "Ganzen" gehört. Ich finde, das ist noch nachvollziehbar?!

Leonie, die Photos, die dir beim Schreiben vor Augen standen, sind sicher nicht nachvollziehbar für den Leser - müssen sie aber auch nicht, finde ich (es sei denn, ihre Sichtbarkeitsmachung wäre dein erklärtes Ziel gewesen, aber das sehe ich hier nicht?!)... Andererseits sind die "Uniformen" ein klein wenig unangebunden; aber nicht so, dass es ernsthaft stört.

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)

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leonie
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Beitragvon leonie » 25.05.2011, 22:13

Liebe Gerda, liebe Amanita, lieber ferdi,

Wie wäre etwas wie:

und in jedem Haus Trauerrahmen
um uniformierte Gesichter,
die wurden nie alt.


Liebe Grüße

leonie

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 25.05.2011, 22:20

Hallo leonie, diese Version gefällt mir gar nicht, denn wer einen Trauerrahmen um "sich" hat, ist doch tot und kann gar nicht älter werden. Muss denn die letzte Zeile hinein?

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Beitragvon leonie » 25.05.2011, 22:31

Aber ohne die letzte Zeile geht es doch auch nicht, oder?
Es geht ja gerade um die toten Männer/Söhne..., die in Form dieser Bilder zum Inventar werden.

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Beitragvon Amanita » 25.05.2011, 22:33

Vielleicht muss man es ja gar nicht genau so verstehen wie Du selbst ...

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Beitragvon leonie » 25.05.2011, 22:40

Das stimmt.
Aber für mein Empfinden kann es unmöglich nach "uniformierte Gesichter" enden...Dann klingt es so "unfertig"...

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Beitragvon Amanita » 25.05.2011, 22:56

Die letzte Zeile finde ich sehr schön; trotzdem stört sie mich. Ich meine, gerade die Ursache dafür gefunden zu haben: Der Kontext, wo die Zeit, das Altern ja eine wichtige Rolle spielt ("Im Metronom, rückwärts gewandt ... Kindheitstage ...") wirft die Frage auf, ob es positiv, beneidenswert oder negativ, ein Fluch ist, dass die uniformierten Gesichter nie alt wurden. Mit dieser unbeantworteten Frage fühle ich mich, sozusagen, allein gelassen. Daher könnte ich schon ohne die letzte Zeile "leben" ...

Gerda

Beitragvon Gerda » 26.05.2011, 09:46

Liebe leonie,

also ich bin ganz klar gegen weglassen.
Aber abgesehen davon, ist es dein Text, der dann evtl. unterschiedlich rezipiert wird.
Trauerahmen finde ich nicht gut, rein vom Bauchgefühl her.

Was mir nicht so ganz behagt, ist auch eher dieses "uniformierte Gesichter", da habe ich mich im Vorfeld offenabr nicht klar genug ausgedrückt. Dafür würde ich eine andere Beschreibung suchen.
(und in jedem Haus
Porträts in Uniform
Gesichter die nicht alt wurden)

So wäre es für mich rundum stimmig.
Verwirrend ist nämlich auch bei deiner Version der Präsenz, jedenfalls für mein Empfinden.

Liebe Grüße
Gerda

Renée Lomris

Beitragvon Renée Lomris » 26.05.2011, 16:08

Liebe Leonie,

Wie oft hat dein Gedicht etwas, wie du schreibst "Rückwärtsgewandtes" In Anlehnung an Mahler höre ich 2 Der Tag (hier das Vergangene, Verblichene ) war schön. Trotz aller Nostalgie ist her ein Klarton spürbar: Das Metronom. Ist die Zeitreisende auch rückwärtsgewandt, die Zeit ist ein fliehendes Pferd - nach vorn.


Deine Gedichte erschließen sich mir in den allermeisten Fällen und ich mag sie dann schließlich. Aber auch hier anfänglicher Widerstand, ich wehre mich geen Nostalgie ... das liegt nicht am Gedicht, nicht an deiner Sprache, es ist einfach ein Unterschied. Und das macht die Suche spannend und die mögliche Deutung - ich will saegen die Nachvollziehbarket ist allein schon mehr als lohnenswert.

Die einzige Zeile, mit der ich mich nicht anfreunden kann:

du merkst
dass einst du dort gebacken hast



du sagst dir
"dort buk ich einst..." ??

liebe Grüße ...

Renée
den nie alt[/quote]

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ferdi
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Beitragvon ferdi » 26.05.2011, 20:23

Hallo Leonie,

ich sehe nicht, warum du noch was ändern müsstest... Die letzte Zeile weglassen scheint mir jedenfalls keine Lösung?!

Ferdigruß!
Schäumend enthüpfte die Woge den schöngeglätteten Tannen. (Homer/Voß)


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