Liebe Xanthi,
ich finde Distanz, gerade bei Lyrik sehr wichtig. Zu leicht drängt sich der Gedanke des Lesers zwischen die Rezeption und den Text, dass der Autor selbst der Betroffene ist, von sich, erzählt (was er meist auch tut, denn wenn er zumindest diese Gedanken nicht gehabt hätte, wäre es nicht sein Text). Bei Prosa kann man sich als Autor vielleicht besser hinter den Figuren verstecken.
Ich glaube, dass es möglich ist, gerade aus der Distanz, also nicht unter Verwendung des "Lyichs", mit Texten zu berühren.
Ich suche in der Lyrik weniger eine Betroffenheit (nicht negativ gmeint), sondern eher die Abstaktion einer Beobachtung, Begebenheit, Erfahrung etc. und die sich für mich daraus ergebende Überlegung, ja eine Art von Gültigkeit.
Ich suche selbstverständlich noch einges mehr (Bereicherung, Beglückung durch Bilder und Worte u.d. m.), was ich jetzt aber nicht hier zum Gegenstand einer Diskussion machen möchte, denn hier geht nicht um meinen Geschmack oder meine Sicht auf Lyrik, sondern um deinen Text.

Einen schönen Sonntag
Gerda