haushaltsauflösung
noch einmal
in diesem düsteren berg
letzte schätze aufspüren
zwischen den sedimenten
mit der spitzhacke
kindheitsjahre zerstören
abraum
in säcken wegschleppen
die schlüssel abgeben
adieu
haushaltsauflösung
Hallo Amanita,
der Schmerz dringt spürbar durch diese Zeilen. Einzig das "adieu" am Schluss würde ich weglassen, es wirkt auf mich zu lapidar und passt deshalb für mich nicht zu dem Schmerz. Auch könnte m.E. "abraum" entfallen. Dadurch würden sich dann die "kindheitsjahre" auch auf die nächste Zeile beziehen. Dies wäre meine Idee (noch ein "und" eingefügt, damit man eine Pause macht beim Lesen und die letzte Zeile nachhallt):
noch einmal
in diesem düsteren berg
letzte schätze aufspüren
zwischen den sedimenten
mit der spitzhacke
kindheitsjahre zerstören
in säcken wegschleppen
und
die schlüssel abgeben
Was meinst du?
Liebe Grüße
Gabi
der Schmerz dringt spürbar durch diese Zeilen. Einzig das "adieu" am Schluss würde ich weglassen, es wirkt auf mich zu lapidar und passt deshalb für mich nicht zu dem Schmerz. Auch könnte m.E. "abraum" entfallen. Dadurch würden sich dann die "kindheitsjahre" auch auf die nächste Zeile beziehen. Dies wäre meine Idee (noch ein "und" eingefügt, damit man eine Pause macht beim Lesen und die letzte Zeile nachhallt):
noch einmal
in diesem düsteren berg
letzte schätze aufspüren
zwischen den sedimenten
mit der spitzhacke
kindheitsjahre zerstören
in säcken wegschleppen
und
die schlüssel abgeben
Was meinst du?
Liebe Grüße
Gabi
Es muss nicht das Adieu am Schluss sein, ich hätt' dort aber gern noch ein kurzes, klingendes Wort.
Den "Abraum" hätte ich ebenfalls gern dabei, weil sich bis auf den Schlüssel alles irgendwie auf Bergbau bezieht. Und nicht nur das: Die Kindheit braucht noch eine Ergänzung, fast einen Kontrapunkt, sie ist mir in Deiner Version zu gewichtig.
Gute Nacht!
Den "Abraum" hätte ich ebenfalls gern dabei, weil sich bis auf den Schlüssel alles irgendwie auf Bergbau bezieht. Und nicht nur das: Die Kindheit braucht noch eine Ergänzung, fast einen Kontrapunkt, sie ist mir in Deiner Version zu gewichtig.
Gute Nacht!
spannend finde ich den titel haushaltsauflösung wenn dann ganz andere bilder kommen, als die die ich von diesem titel ausgehend vor augen habe. auf einmal ist da ein dunkler berg, aber auch schätze, jemand der mit der spitzhacke arbeitet und etwas zerstört, weil es sein muss, müde und traurig den abraum in säcke packt und entsorgt, um dann die schlüssel abzugeben und adieu zu sagen.
für meine leseart ist da kein wort zu viel und das adieu gibt dem ganzen einen sanften traurig resignierten, aber auch weichen, irgendwie liebevollen (vielleicht sogar versöhnlichen) abschluss.
einzig den titel der haushaltsauflösung, obwohl er zugegebenermaßen bei mir eine funktion erfüllt, mag ich nicht so sehr, weil er wenig neugierig macht und nicht sehr schön klingt, obwohl er das vielleicht auch nicht muss...
für meine leseart ist da kein wort zu viel und das adieu gibt dem ganzen einen sanften traurig resignierten, aber auch weichen, irgendwie liebevollen (vielleicht sogar versöhnlichen) abschluss.
einzig den titel der haushaltsauflösung, obwohl er zugegebenermaßen bei mir eine funktion erfüllt, mag ich nicht so sehr, weil er wenig neugierig macht und nicht sehr schön klingt, obwohl er das vielleicht auch nicht muss...
Der Titel "Haushaltsauflösung" verrät vielleicht zu viel. Aber auf der anderen Seite wird dadurch der Text sehr klar. Man muss ja nicht immer kryptisch schreiben.
Auch wenn Begriffe aus dem Bergbau benutzt werden, handelt es sich ja doch um eine Haushaltsauflösung. Und diese, so lese ich es, ist für das LI so schwer, als würde es einen riesigen Berg abbauen.
Mit dem "Adieu" kann ich mich allerdings nicht anfreunden. Ich kann darin keine Melancholie oder Ähnliches hören. Aber das mag Geschmackssache sein.
Auch wenn Begriffe aus dem Bergbau benutzt werden, handelt es sich ja doch um eine Haushaltsauflösung. Und diese, so lese ich es, ist für das LI so schwer, als würde es einen riesigen Berg abbauen.
Mit dem "Adieu" kann ich mich allerdings nicht anfreunden. Ich kann darin keine Melancholie oder Ähnliches hören. Aber das mag Geschmackssache sein.
Liebe Amanita,
mir gefällt der Text so wie er ist. Einzig bei dem "letzte" habe ich überlegt, ob es sich mit dem "noch einmal" doppelt.
Aber eigentlich bringt es ja auch noch einmal einen neuen Akzent hinein.
EIn trauriger Text, sehr realistisch und auch mit einer gewissen Härte darin.
So wie es im Leben manchmal ist/sein muss.
Liebe Grüße
leonie
mir gefällt der Text so wie er ist. Einzig bei dem "letzte" habe ich überlegt, ob es sich mit dem "noch einmal" doppelt.
Aber eigentlich bringt es ja auch noch einmal einen neuen Akzent hinein.
EIn trauriger Text, sehr realistisch und auch mit einer gewissen Härte darin.
So wie es im Leben manchmal ist/sein muss.
Liebe Grüße
leonie
-
Niko
für mich ist es ein endlich aufräumen können, wollen mit der kindheit, dem elternhaus, den beschwerenden erinnerungen. das "adieu" ist für mich nicht lapidar, sondern trifft mich ins mark, denn ich denke, dass es eine kurz-schmerzlose (augenscheinlich) und endgültige verabschiedung ist, die nicht mehr zurücksehen lassen will.
gefällt mir: niko
gefällt mir: niko
Liebe Amanita,
ich mag das "adieu" auch, kommt bei mir "echt" an. Und den Rest des Textes auch, so wie er ist. Ich würde nur überlegen, das "letzte" zu streichen, das ist etwas redundant aufgrund des "noch einmal" und der Thematik überhaupt. Es klingt irgendwie mit, dass es immer schwierig ist, sich im Haushalt der Eltern zu bewegen, dass es eine vergebliche Bewegung ist und dass der Abschied eben auch ein Abschied ist, von einer Hoffnung auf einen Fund, den es nie geben konnte.
liebe Grüße,
Lisa
ich mag das "adieu" auch, kommt bei mir "echt" an. Und den Rest des Textes auch, so wie er ist. Ich würde nur überlegen, das "letzte" zu streichen, das ist etwas redundant aufgrund des "noch einmal" und der Thematik überhaupt. Es klingt irgendwie mit, dass es immer schwierig ist, sich im Haushalt der Eltern zu bewegen, dass es eine vergebliche Bewegung ist und dass der Abschied eben auch ein Abschied ist, von einer Hoffnung auf einen Fund, den es nie geben konnte.
liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Liebe Amanita,
ich würde es tatsächlich einfach streichen - alle Zusätze schwächen für mich das Wort Schatz, ein wahrer Schatz braucht keine Attribute per definitionem, sagt mein Empfinden.
liebe Grüße,
Lisa
ich würde es tatsächlich einfach streichen - alle Zusätze schwächen für mich das Wort Schatz, ein wahrer Schatz braucht keine Attribute per definitionem, sagt mein Empfinden.
liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
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