tRäumte

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
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noel
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Beitragvon noel » 02.01.2011, 12:31

ich tRäumte
mich aus dem sTaub
gestriger symphonien,
wollte hören was ich
nicht mehr fühlte
zu & vor

kann man etwas lassen
was man immer noch
& immer wieder …


ich atmete mich
aus meiner hemmnis,
fühlte mich über warmen
leben eben zurück
& doch kein stück zu mir

ein fick ist ein fick ist ein fick

ich äste nUr
das tier,
das tier in mir ,
schnurrte ob des frei
_ganges & grimassierte
da die sünden
befreiung fanden

kann man etwas lassen
was man immer noch
& immer wieder …


mein hirn ruht
auf einem nagel
_kissen ohne kenntnis,
traum hat keinen raum
mehr, das wissen wie
was ertragbar ist m8
die stimme zu staub

ich sah mich
auf einem splitter gleiten.
wusstest du wie
schön zerberus ist?
ich könnte erStarren.


freiheit,
fluss,
kuss,
genuss?
zeit?
nächte,
tage,
sinn?
dasein,
hiersein,
bewusstsein?
ikarus verbrannte an der sonne
welch perverse wonne.

ich sah mich
auf einem splitter gleiten
wusstest du wie
schön zerberus ist?
ich könnte erStarren.


gehört,
empört,
geschwört,
verstört,
betört,
überhört,
zerstört,
unerhört,

manchmal entwinde ich mich
wOrten, lege mich zu wURzeln
& ziehe zahlen


der grund
blätter
belegt
beinhaltet nichts….
denn nichts steht
mir geschrieben
in toten trieben
& farben explorieren sich
ohne sinn
an den seelenlosen

manchmal entwinde ich mich
wOrten, lege mich zu wURzeln
& ziehe zahlen

kolk kl.jpg
NOEL = Eine Dosis knapp unterhalb der Toxizität, ohne erkennbare Nebenwirkung (NOEL - no observable effect level).

Wir sind alle Meister/innen der Selektion und der konstruktiven Hoffnung, die man allgemein die WAHRHEIT nennt ©noel

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Lisa
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Beitragvon Lisa » 02.01.2011, 20:45

Liebe noel,

diesen Text empfinde ich als sehr gelungen, die Stimme schafft es glaubwürdig (fühlbar) wehmütig zu klingen, ohne wehleidig zu sein, sie klingt wie ein Lied, das gesprochen wird oder andersherum noch eher: etwas Gesprochenes klingt wie ein Lied und hier geht für mich deine typischen Sprach- und Buchstabenspiele auch ganz auf. Der "Refrain" passt zum Thema der Wiederholung, Worte wie "fick" und "hemnis" klingen zusammen, das Gedicht klingt gegenwärtigund dennoch klingt in ihm althergebrachtes. Auch die Grafik finde ich strukturell jund farblich stimmig zum Text, allerdings ist in der kleinen Vorschau die Struktur noch etwas magischer.

Ich bin wirklich beeindruckt und angerührt.

liebe Grüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.

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noel
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Beitragvon noel » 03.01.2011, 03:45

:O)~
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Quoth
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Beitragvon Quoth » 03.01.2011, 10:13

Hallo Noel,
ein paar Kleinigkeiten, an denen ich festhing, ohne zu spüren, dass ich hier hängen sollte:
"fühlte mich über warmem/leben"
"die stimme zu staub" - warum nicht auch hier "sTaub"?
hinter "ich äste nUr" hätte ich gern ein Komma, weil sonst das folgende Tier Akkusativobjekt ist, und ein transitives Äsen auf Tiere bezogen ist mir unbekannt (es ginge "weidete"). Dafür könnte das Komma hinter "in mir" dann entfallen.
"geschwört" würde ich rausnehmen, weil "geschworen" besser wäre.
Dein Zerberus hat mich reingelockt, auch der Ikarus und die Sünde - eben das, was Lisa "Althergebrachtes" nennt.
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.

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noel
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Beitragvon noel » 03.01.2011, 17:41

ohne zu spüren, dass ich hier hängen sollte


merkwürdiger satz...

"fühlte mich über warmem/leben"
warmen = plural

die stimme zu staub" - warum nicht auch hier "sTaub"?

ein wiederholung muss besser sein als ihre auslassung

ICH lyri---äste--- das tier ---in sich selbst
verstehe das prob nicht

danke für den befass
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Gerda

Beitragvon Gerda » 03.01.2011, 19:23

Liebe noel,

mich beeindruckt der Text sehr.
Er ist eine geballte Ladung und entzündet ein Bilderfeuerwerk.

Dennoch, mir ist es ein wenig viel ... traue ich mich ja kaum zu sagen, nach dem Lob.

Weniger wäre m. E. mehr, denn der Text enthält so schlichte wunderbare Wendungen, die in dieser Flut untergehen, ganz gleich, ob sie sich aus der gegenwärtigen Moderne ;-) speisen oder Bezug auf Historisches nehmen.

Mir gefällt beispielsweise dieser Satz, über den ich gern und lange nachdenken kann:
z. B.:
kann man etwas lassen
was man immer noch
& immer wieder


Ich denke die Einzelaufzählungen sind die etwas schwächeren Glieder. Wahrscheinlich magst du aber von all dem nichts weglassen.

Der "Zerberus" ist mir aus der Mythologie als wildes Tier bekannt und ich habe auch nach einigen Überlegungen keine Idee, warum du ihn hier als "schön" erwähnst. Aber ich erhebe auch nicht den Anspruch das durchdringen zu müssen, möglicherweise übersehe ich ja die Verankerung im Großen und Ganzen.

Dann noch das "Äsen" und "Schnurren" in kurzer Abfolge ... ich frage mich, ob du den Leser damit amüsieren willst, kann es mir aber kaum vorstellen. Das ist so eine Stelle, wo es ein "Zuviel" ist, m. M.
(Hirsche, Rehe usw. "äsen", "schnurren", meines Wissens Katzen). Ich finde es etwas unglücklich, Bilder, die nah beieinander stehen, mit diesen Verben zu gestalten.

Dennoch beeindruckend ... s. o.

Liebe Grüße
Gerda

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noel
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Beitragvon noel » 03.01.2011, 19:37

das tier schnurrt ob des freiganges
nicht der der äst
auch wen der/die die äst per se & hülleshalber eine & dieselbe sei...

danke dir
ich werde noch klick & blicken
nach deinen worteinwendungen
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