lisa
cafe carina, wien, im mai
zuerst
saß da dieses arschloch
der hocker mit der jacke
sei besetzt sagte er
und ich ging
woanders hin
dann kam sie
sagte drrrei neunzisch
und die nacht war
blass und samtbraun
berühre ihr kleines muttermal
über der oberlippe
atme ihren flaum
ahne ihre brust
schenke ihr
19 oder 21 weiße lilien
und knie nieder vor ihr
um mein geld vom boden aufzuheben
sie lacht mich an und aus
ich grinse blöd
und bestell
direkt noch eins
dann ist
der hocker mit dem arschloch
plötzlich frei
für mich
die band spielt
völligen mist zusammen
aber sie
sie lächelt
lisa
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
- Geschlecht:
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
-
Max
Hi Tom,
ich glaube, das ist eine ganz große Stärke: Mit wenigen Linien zu skizzieren, was war, nicht was sein könnte, nichts Metaphorisches, weil das Leben nicht Metaphorisch ist und wenn, dann nur, weil wir es metaphorisch lesen.
Ich mag die Worte die Du findest, nicht lang und doch eine ganze Geschichte.
Sehr gute Text.
Liebe Grüße
Max
ich glaube, das ist eine ganz große Stärke: Mit wenigen Linien zu skizzieren, was war, nicht was sein könnte, nichts Metaphorisches, weil das Leben nicht Metaphorisch ist und wenn, dann nur, weil wir es metaphorisch lesen.
Ich mag die Worte die Du findest, nicht lang und doch eine ganze Geschichte.
Sehr gute Text.
Liebe Grüße
Max
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
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Interessant: An diesem Text habe ich ne ganze Weile gefeilt, und mir selbst kommt er immer noch ein bisschen unrund bzw. arhythmisch vor. Kann mich aber auch täuschen, weil er ausnahmsweise mal nicht 'im Fluss' entstanden ist, und mir der Runterschreib(hol)prozess fehlt :o)
Nifl: ich kni-e vor dir nieder :o)
Pjotr: ... (das ist das Bon-Mot des Jahres!)
Alle: Danke für die Löbe.
Töm
Nifl: ich kni-e vor dir nieder :o)
Pjotr: ... (das ist das Bon-Mot des Jahres!)
Alle: Danke für die Löbe.
Töm
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Hallo, Thomas,
auch Du hast hier was erzählt (wie Louisa in ihrem Thronfolgertext), also ein kleines "Drehbuch" geschrieben. Nicht ohne Grund schreibt Leonie: "Man sieht den Film ..." Darf ich mich mal als Script-Girl betätigen? Das Scriptgirl hat (neben vielem anderen) die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass zwischen Einstellungen das Setting nicht oder nur drehbuchgemäß verändert wird. Findet also eine Szene in einem Café mit Grünpflanzen statt, darf sie nicht plötzlich im selben Café ohne Grünpflanzen enden. Okay?
Du schreibst:
Das ergibt diese Situation: Das Arschloch sitzt an einem Tisch mit zwei Stühlen. Das lyrIch möchte sich auf den freien Stuhl setzen, über dessen Lehne die Jacke des Arschlochs hängt. Aber das Arschloch ist nicht bereit, die Jacke herunter zu nehmen und behauptet fälschlicher Weise, dieser Stuhl sei besetzt.
Zum Ende hin schreibst Du:
Auf einmal hat das Arschloch selber auf dem Hocker gesessen! Hier muss das Scriptgirl protestieren: Das Arschloch ist gegangen und hat nur die Jacke von dem die ganze Zeit freien Hocker herunter genommen.
Eine Frage, die mir (jetzt bin ich wieder ich) der Text (den ich übrigens gern gelesen habe) nicht beantwortet, ist: Warum ist das Besetzen bzw. Besitzen des Hockers überhaupt so wichtig? Das lyrIch hat die hübsche Bedienung doch auch ohne Hockerbesitz locker und offenbar sogar erfolgreich anbeten können. Hat es an der Bar stehen müssen? Betet es sich im Sitzen besser an? Z.B. weil man zur Bedienung dann aufblicken kann?
Gruß
Quoth
auch Du hast hier was erzählt (wie Louisa in ihrem Thronfolgertext), also ein kleines "Drehbuch" geschrieben. Nicht ohne Grund schreibt Leonie: "Man sieht den Film ..." Darf ich mich mal als Script-Girl betätigen? Das Scriptgirl hat (neben vielem anderen) die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass zwischen Einstellungen das Setting nicht oder nur drehbuchgemäß verändert wird. Findet also eine Szene in einem Café mit Grünpflanzen statt, darf sie nicht plötzlich im selben Café ohne Grünpflanzen enden. Okay?
Du schreibst:
zuerst
saß da dieses arschloch
der hocker mit der jacke
sei besetzt sagte er
Das ergibt diese Situation: Das Arschloch sitzt an einem Tisch mit zwei Stühlen. Das lyrIch möchte sich auf den freien Stuhl setzen, über dessen Lehne die Jacke des Arschlochs hängt. Aber das Arschloch ist nicht bereit, die Jacke herunter zu nehmen und behauptet fälschlicher Weise, dieser Stuhl sei besetzt.
Zum Ende hin schreibst Du:
dann ist
der hocker mit dem arschloch
wieder frei
für mich
Auf einmal hat das Arschloch selber auf dem Hocker gesessen! Hier muss das Scriptgirl protestieren: Das Arschloch ist gegangen und hat nur die Jacke von dem die ganze Zeit freien Hocker herunter genommen.
Eine Frage, die mir (jetzt bin ich wieder ich) der Text (den ich übrigens gern gelesen habe) nicht beantwortet, ist: Warum ist das Besetzen bzw. Besitzen des Hockers überhaupt so wichtig? Das lyrIch hat die hübsche Bedienung doch auch ohne Hockerbesitz locker und offenbar sogar erfolgreich anbeten können. Hat es an der Bar stehen müssen? Betet es sich im Sitzen besser an? Z.B. weil man zur Bedienung dann aufblicken kann?
Gruß
Quoth
Barbarus hic ego sum, quia non intellegor ulli.
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
- Geschlecht:
Hallo Scriptgirl :o)
Leo hats erfasst: Hocker stehen immer an Theken, nie an Tischen, außer an Stehtischen, aber die müssten dann ja korrekterweise Hocktische heißen, sobald Hocker dran stehen.
Hier war die Situation ganz einfach und überschaubar:
An besagter Theke saß ebenjenes Arschloch auf einem Hocker, auf dem freien Hocher neben ihm saß seine Jacke.
Das Be-Sitzen eines Hockers ist für mich die zentrale Voraussetzung für einen Kneipenbesuch. Zum Einen sitzt man direkt an der Quelle, kann der Bedienung beim Bedienen zusehen, und hat obendrein noch den besten da erhöhten Blick auf die Bühne. Zum Anderen wechselt hier ständig die Besatzung, da ja auch Nichthockende herantreten zum Bestellen. Wir befinden uns quasi mittendrin statt nur dabei.
Nur ganz selten findet man mich an Kneipentischen, und das dann meist zwecks verabredeter Geselligkeit (Billardrunde, Teambesprechung, Sparclubauszahlung usw.). Schreiben tu ich meist an besagten Theken.
Das geht sogar soweit, dass ich - im Falle einer Veranstaltung wie im obigen Text zum Bleistift - weit vor der Zeit eintreffe, um mir so einen hölzernen Gesellen zu sichern. Ich komme aber nicht schon morgens vor dem Frühstück und lege ein Handtuch drüber; soweit gehts dann doch nicht.
Und in dem hier vorliegenden Fall war ich trotz zeitigen Erscheinens und in Anbetrracht der sehr geringen Hockerzahl
an einen Tisch verbannt, was mich arg fuchste. Vielleicht ist der Text deswegen auch noch etwas unrund. Diese Erläuterung da mit hinein zu schreiben verbesserte die Sache allerdings wahrscheinlich nicht, weshalb ich hiermit das Scriptgirl um Korrektur ihrer Wahrnehmung bitte :o)
Tom
Leo hats erfasst: Hocker stehen immer an Theken, nie an Tischen, außer an Stehtischen, aber die müssten dann ja korrekterweise Hocktische heißen, sobald Hocker dran stehen.
Hier war die Situation ganz einfach und überschaubar:
An besagter Theke saß ebenjenes Arschloch auf einem Hocker, auf dem freien Hocher neben ihm saß seine Jacke.
Das Be-Sitzen eines Hockers ist für mich die zentrale Voraussetzung für einen Kneipenbesuch. Zum Einen sitzt man direkt an der Quelle, kann der Bedienung beim Bedienen zusehen, und hat obendrein noch den besten da erhöhten Blick auf die Bühne. Zum Anderen wechselt hier ständig die Besatzung, da ja auch Nichthockende herantreten zum Bestellen. Wir befinden uns quasi mittendrin statt nur dabei.
Nur ganz selten findet man mich an Kneipentischen, und das dann meist zwecks verabredeter Geselligkeit (Billardrunde, Teambesprechung, Sparclubauszahlung usw.). Schreiben tu ich meist an besagten Theken.
Das geht sogar soweit, dass ich - im Falle einer Veranstaltung wie im obigen Text zum Bleistift - weit vor der Zeit eintreffe, um mir so einen hölzernen Gesellen zu sichern. Ich komme aber nicht schon morgens vor dem Frühstück und lege ein Handtuch drüber; soweit gehts dann doch nicht.
Und in dem hier vorliegenden Fall war ich trotz zeitigen Erscheinens und in Anbetrracht der sehr geringen Hockerzahl
an einen Tisch verbannt, was mich arg fuchste. Vielleicht ist der Text deswegen auch noch etwas unrund. Diese Erläuterung da mit hinein zu schreiben verbesserte die Sache allerdings wahrscheinlich nicht, weshalb ich hiermit das Scriptgirl um Korrektur ihrer Wahrnehmung bitte :o)
Tom
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Guten Morgen,
ich schreibe jetzt etwas unvorhersehbares:
Das Scriptgirl meint vermutlich ein anderes Problem, eins, das ich nun auch sehe:
Es gibt zwei Hocker. Eins mit einem Arschloch und eins mit einer Jacke. Das Ich braucht nur den Hocker mit der Jacke, nicht den mit dem Arschloch.
Am Ende ist für das Ich aber der Hocker des Arschlochs frei, dabei wollte das Ich nur den anderen Hocker, nämlich den mit der Jacke.
Vielleicht wäre es so besser:
dann ist
der hocker am arschloch
wieder frei
für mich
Nein, das hilft auch nicht weiter.
Mal am besten einen Mathematik-Professor fragen.
Salute
Pjotr
ich schreibe jetzt etwas unvorhersehbares:
Das Scriptgirl meint vermutlich ein anderes Problem, eins, das ich nun auch sehe:
Es gibt zwei Hocker. Eins mit einem Arschloch und eins mit einer Jacke. Das Ich braucht nur den Hocker mit der Jacke, nicht den mit dem Arschloch.
Am Ende ist für das Ich aber der Hocker des Arschlochs frei, dabei wollte das Ich nur den anderen Hocker, nämlich den mit der Jacke.
Vielleicht wäre es so besser:
dann ist
der hocker am arschloch
wieder frei
für mich
Nein, das hilft auch nicht weiter.
Mal am besten einen Mathematik-Professor fragen.
Salute
Pjotr
- Thomas Milser
- Beiträge: 6069
- Registriert: 14.05.2006
- Geschlecht:
Es waren ja nachher beide Hocker frei, weil Arschloch samt Jacke abgezogen war. Daran hatte ich ja erst bemerkt, dass der Hocker gar nicht für eine weitere Person reserviert war.
Mir gefiel das (selbstkritische) Wortspiel, was Scarlett schon bemerkte, dass für MICH der Hocker des ARSCHLOCHS frei wurde, ich mich quasi zum Arschlochnachfolger qualifiziert hatte, da ich mich bei meiner Angebeteten durch das Fallenlassen des Geldes hinreichend zerblödet und durch den Glauben, ein alter fetter Sack könne so ein junges zartes Ding mit bloßen Blicken erorbern, nicht minder überschätzt hatte.
Jessas, so wenig Text, und soviel Erklärung. Da stimmt doch was nicht ... :o)
Mir gefiel das (selbstkritische) Wortspiel, was Scarlett schon bemerkte, dass für MICH der Hocker des ARSCHLOCHS frei wurde, ich mich quasi zum Arschlochnachfolger qualifiziert hatte, da ich mich bei meiner Angebeteten durch das Fallenlassen des Geldes hinreichend zerblödet und durch den Glauben, ein alter fetter Sack könne so ein junges zartes Ding mit bloßen Blicken erorbern, nicht minder überschätzt hatte.
Jessas, so wenig Text, und soviel Erklärung. Da stimmt doch was nicht ... :o)
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)
Ich glaube, das Problem liegt in dem Wort "wieder". Dieses "wieder" kann sich logischerweise nur auf den Jackenhocker beziehen, weil zu Beginn das Ich nur den Jackenhocker wollte.
Vorschläge:
dann ist
der hocker mit dem arschloch
frei für mich
der hocker mit dem arschloch
wird frei
für mich
jetzt ist
der hocker mit dem arschloch
frei für mich
Außerdem war vorher sowieso kein einziger Hocker frei, als warum "wieder"?
P.
Edit: Der zweite Vorschlag ("wird") löst auch das Paradoxon des bearschlochten und zugleich unbearschlochten Hockers: Er "wird" frei.
Vorschläge:
dann ist
der hocker mit dem arschloch
frei für mich
der hocker mit dem arschloch
wird frei
für mich
jetzt ist
der hocker mit dem arschloch
frei für mich
Außerdem war vorher sowieso kein einziger Hocker frei, als warum "wieder"?
P.
Edit: Der zweite Vorschlag ("wird") löst auch das Paradoxon des bearschlochten und zugleich unbearschlochten Hockers: Er "wird" frei.
Zuletzt geändert von Pjotr am 23.09.2010, 11:28, insgesamt 1-mal geändert.
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