Prosa - geschrieben von Chat-GTP (KI)

Hier ist Raum für Werke, die das Zusammenspiel zwischen Literatur & anderen Künsten betonen, etwa Inspirationsfotos, fiktive Postkarten
Benutzeravatar
Thomas Milser
Beiträge: 6069
Registriert: 14.05.2006
Geschlecht:

Beitragvon Thomas Milser » 16.03.2023, 10:16

Mein Gedicht:


unterholz


am tag
an dem der baum bricht

bricht wieder etwas
in uns

es ist der krebs
der alles zu fall bringt, irgendwann

eine chance
für das unterholz

***

Nun mein Auftrag an Chat-GTP: "Schreibe auf Basis dieses Gedichtes einen Prosa-Text!"


Prosa der KI


Unterholz


Es ist ein sonniger Tag im Wald und das Unterholz lebt. Kleine Pflanzen wachsen zwischen den Baumstämmen und die Blätter rascheln im Wind. Die Natur atmet und erneuert sich. Doch plötzlich bricht ein Baum. Ein lautes Knacken durchdringt die Stille und eine Welle der Zerstörung breitet sich aus. Die Äste fallen krachend zu Boden und der Stamm zersplittert.
Dieses Ereignis bringt etwas zum Einsturz, nicht nur den Baum. In uns bricht etwas. Eine Erinnerung, ein Schmerz oder eine Angst. Das Leben kann so schnell und unvorhersehbar sein. Die Realität des Sterbens und des Verlustes ist allgegenwärtig.
Doch trotz des Chaos, das der Bruch des Baumes verursacht hat, gibt es eine Chance. Eine Chance für das Unterholz zu wachsen und sich zu entfalten. Die kleinen Pflanzen können nun in den Sonnenstrahlen wachsen, die vorher durch das Blätterdach des großen Baumes blockiert wurden. Sie können sich durchsetzen und ihr Potenzial entfalten.
So ist das Leben. Manchmal bricht etwas zusammen, doch es gibt immer eine Chance für Neues. Für Wachstum und Erneuerung. Und wenn wir es zulassen, können wir aus den Brüchen unserer Vergangenheit stärker hervorgehen und uns weiterentwickeln.
Zuletzt geändert von Thomas Milser am 16.03.2023, 11:28, insgesamt 4-mal geändert.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5650
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 16.03.2023, 13:34

Nein, die Fertigung meine ich nicht. Bisher kommt jedenfalls kein Roboter, wenn hier was neu installiert oder repariert werden muss.

Benutzeravatar
Pjotr
Beiträge: 6756
Registriert: 21.05.2006

Beitragvon Pjotr » 16.03.2023, 13:36

Naja, das Ding macht dasselbe, was unser Gedächtnis durchmacht. Die KI sucht Billionen von Zusammenhängen ab im gesamten gespeichterten Wissen -- nur eben nicht im Gedächtnis eines Einzelmenschen, sondern in allem, was die gesamte Menschheitgeschichte angelegt hat (mehr und mehr mit jedem Software-Update). Den Vorgang an sich finde ich nicht gruselig. Offenbarend hier finde ich eher die Schlichtheit des menschlichen Gedächtnis, aufgrund dieser der Automat überhaupt in der Lage ist, eine Nachahmung anzubieten. Wäre unser Gedächtnis nicht so schlicht, müsste die künstliche Nachahmung versagen. Soviel zum Lernen und Abrufen, sprich: Schulwissen. -- Dann zum Kreativen: Kreativität, also abseits von Schulwissen, ist doch letztendlich Roulette. Man ruht, denkt an nichts, und zufällig fliegen einem Ideen zu. Das ist Chaos, keine menschliche Steuerung. Auch die Maschine kann ihre Zufallsgeneratoren rasseln lassen. Alles nix besonderes. Schulwissen kombiniert mit Zufällen. Das offenbart wirklich, dass die Maschine nicht menschhirnig ist, sondern, dass das Menschenhirn im Grunde eine Maschine ist.

Und damit komme ich zu einem Punkt, der leider nie bei solchen KI-Diskussionen erwähnt wird. Ich kenne den Fachbegriff nicht. Ich muss das kurz erklären, damit Ihr wisst, was ich meine:

Beispiel. Ich stehe auf der Wiese, und plötzlich berührt mich etwas auf der Schulter. Ich drehe meinen Kopf zur Seite und sehe ein Stück Papier herumfliegen. Diese Berührung war körperlich, nicht emotional. Nun dieselbe Situation nochmal: Ich sehe ein Vögelchen auf meiner Schulter sitzen. Jetzt haben wir eine ähnliche, körperliche Berührung, aber das Wissen darum, dass diese Berührung von einem Lebewesen herrührt, erzeugt große Emotionen. Hautsensorisch kann ich nicht unterscheiden zwischen einem Papier und einem Vögelchen. Nur das Wissen darum, dass die Kommunikation von einem Lebewesen ausgeht, dieses Wissen allein, erzeugt in mir Emotionen. Man kennt dieses Phänomen ja auch aus Psychotherapien und dergleichen. Das geht einher mit bestimmten, spontanen Hormonausschüttungen. Das funktioniert auch nicht mit Eigenberührungen. Nur mit anderen Lebewesen. Erst dann wird das Hormon ausgeschüttet.

Und die KI kann diese Emotionen in mir nicht auslösen. Es genügt das Wissen darum, dass das Werk nicht von einem Lebewesen stammt. Schulwissen und Kreativität kann nicht emotional berühren. Nur Lebewesen können das. Sie benutzen zwar ihr Schulwissen und ihre Kreativität. Aber das ist es nicht, was berührt. Die Berührung kommt vom Lebewesen selbst.

Vielleicht werden zukünftige Generationen die KI als ein Lebewesen empfinden, oder sie können sich überhaupt problemlos maschinell emotionalisieren. Oder die zukünftige KI wächst sowieso zu einer neuen Lebensform, das heißt, zu einem Wesen, in dem emotionale Qualitäten stattfinden, und von Wesen zu Wesen wandern.

(In nichtemotionalen Arbeiten, wie etwa Steuererklärungen oder Reportagen, ist die Lebewesen-Frage natürlich egal.)




P.S.:
Vor 25 Jahren spielte ich ein paar Tage mit einer Software herum, mit der man fotorealistische Bilder erzeugen konnte. Man setzte vektorbasierte Objekthülsen in den Raum, gab ihnen eine Oberflächentextur aus einem Menü -- Leder, Holz, Beton etc. pp. -- und Farbe, oder Farbverlauf. Ebenso Reflektionsvermögen von spiegelig bis matt. Man setzte beliebige Lichtquellen in den Raum, mit erwünschter Lichtfarbe etc., man wählte eine Luftqualität -- Nebel, Dunst, Klarsicht etc. Dann drückte man einen Knopf und die Software berechnete das Bild -- was eine Stunde oder so dauerte (das war 1998). Einmal, und das war dann das letze Mal, inszenierte ich ein Untersee-Szenario in trübem Wasser und seltsamen Fischen. Es war wahnsinnig faszinierend. Bizarr und fotorealistisch. Aber irgendwas störte mich dann. Nach ein paar Stunden fing ich sogar an, es zu hassen. Am nächsten Tag löschte ich es.

Benutzeravatar
Amanita
Beiträge: 5650
Registriert: 02.09.2010
Geschlecht:

Beitragvon Amanita » 16.03.2023, 14:25

Ja, ich komm' da gut mit, Pjotr.

Ich habe nun einiges eingegeben, und das Ding enttäuscht mich (auch). Es sagt ja nicht, dass es etwas nicht kann, sondern legt einfach blöd los. So habe ich gebeten, ein Gedicht in meinem Stil zu schreiben. Da wird Herz-Schmerz gereimt ... ist doch schön.

:haare:

Benutzeravatar
birke
Beiträge: 5274
Registriert: 19.05.2012
Geschlecht:

Beitragvon birke » 16.03.2023, 15:58

natürlich kommt es an seine grenzen, glücklicherweise! allerdings ist es trotzdem bemerkenswert.
habe letztens eine doku gesehen, da ist das schon ganz groß im rennen bei schüler*innen! wie cool, du lässt dir den aufsatz, die analyse einfach von einer KI schreiben.
kreativ und intuitiv - wie ein mensch - kann es natürlich nicht sein. dennoch kann es offenbar den anschein erwecken.
ich finde es schon sehr spannend, was Chat-GTP leisten kann, wie es sich aus allem wissen speist und dazulernt. das mutet schon ziemlich "star-trekig" an!
tu etwas mond an das, was du schreibst. (jules renard)

https://versspruenge.wordpress.com/

Benutzeravatar
Thomas Milser
Beiträge: 6069
Registriert: 14.05.2006
Geschlecht:

Beitragvon Thomas Milser » 20.03.2023, 12:18

Mit "gruselig" meinte ich auch eher so Sachen, wenn ich z.B. nicht mehr unterscheiden kann, ob der Praktikant den Wochenbericht "Holzfeuchte und Konstruktiver Bautenschutz" selbst geschrieben hat oder ne KI.
Menschheit, Du hattest von Anfang an nicht das Zeug dazu... (Charles Bukowski)

Benutzeravatar
Pjotr
Beiträge: 6756
Registriert: 21.05.2006

Beitragvon Pjotr » 20.03.2023, 13:02

Ist das menschliche Schreiben so eines "Wochenberichts" nicht auch bereits ein todlangweilig-maschineller Vorgang? Da stecken keine Gefühle drin. Da wird nur gespeichertes Wissen abgerufen und selbiges innerhalb grammatisch erlaubter Zufallsvariablen formuliert. Warum sollte man also bei so einem "Wochenbericht" überhaupt einen Unterschied sehen wollen zwischen "Menschmaschine" und "Maschinenmensch"?

Gruselig fände ich, wenn ich ein Plakat sähe, auf dem stünde, dass eine Sprech-KI Bukowski-Gedichte vortragen würde, und Leute dort hingingen, und der KI-Vortrag sie ebenso emotional mitnähme, als hätte ein wirkliches, gefühlsfähiges Lebewesen gesprochen. Ich halte es zwar für möglich, dass die KI das Publikum berühren kann, aber nur so lange das Publikum zu wissen glaubt, es spräche ein Mensch. Wenn die Leute allerdings wissen, es spricht eine KI, und sie trotzdem weinen, also sich mit der KI identifizieren, dann beginnt tatsächlich ein neues Zeitalter, und das könnte aus heutiger Sicht gruselig werden ...


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 1 Gast