Seite 1 von 3

Weanaleut`, Weanafreud`, da liegt was drin (war:City)

Verfasst: 14.06.2008, 22:55
von Elsa
4. Fassung

Weanaleut`, Weanafreud`, da liegt was drin

Glutwind treibt durchs Straßengrau
im bleiernen Luftgemisch verwesen
müde Begegnungen

heut kommen d’Engerln auf Urlaub nach Wean

Sommer in versmogter Beckenlage
Touristen wälzen sich vom Stephansplatz übern Graben
auf dem weder Flieder noch Rosen

Palmen in Blechtöpfen neben der Pestsäule

Wien: Weltstadt very hip und ein altes Palais
erschauert in der Tropenhitze




► Text zeigen


► Text zeigen

by ELsa

Verfasst: 15.06.2008, 13:43
von Perry
Hallo Elsa,
Summer in the City. Ich war leider schon lange nicht mehr in Wien und kann es kaum glauben, dass es bereits so schlimm sein soll.
Mir gefällt es, wie du die Natur, die Stätten und die Menschen hier zu einem brodelnden Brei verrührst. Da nehm ich lieber ein Schluck Heurigen in einer schattigen Laube auf dem Kahlenberg und sehne mich nach der alten Zeit.
LG
Manfred

Verfasst: 15.06.2008, 14:00
von scarlett
Liebe Elsa,

hui ... das ist fein! Die Zeile aus dem alten (?) Wienerlied toll eingefügt.
Ja ja, vor lauter hip und very sieht man das Gesicht der STadt beinah nimmer ... Deshalb liebe ich Wien im November!

IM bleierneN Luftgemisch - läse ich irgendwie lieber, weiß a net ...

Die Inversion am Anfang verstehe ich nicht.

Liebe Grüße,
Monika

Verfasst: 15.06.2008, 14:53
von Mucki
Liebe Elsie,

schön, wie du das Stadtchaos einfängst. Da werde ich als Leser, aufgrund deiner bildhaften Beschreibung, sehr schön mitgeführt.
Die Inversion zu Beginn würde ich auch rausnehmen und noch das "weil" in der vorletzten Zeile.
Gerne gelesen!
Saludos
Mucki

Verfasst: 15.06.2008, 15:14
von Jürgen
Hallo Elsa,

mir gefällt´s so, wie es jetzt ist. Wirklich schön umgesetzt.

Schönen Sonntag

Jürgen

Verfasst: 16.06.2008, 14:07
von Elsa
Lieber Perry, ja, beim Heurigen geht es noch halbwegs. Schön, dass dir die Brodelei gefällt.

Liebe Monika, liebe Mucki, Die Inversion ist hängen geblieben aus der Arbeitsphase, ich habe sie rausgenommen, die braucht es nicht.
ja, das ist ein sehr altes Wienerlied, genau. Wien im November ist viiiel schöner, Monika, stimmt.
Das Blei hab ich umgebuchselt. Das "weil", Mucki, möchte ich stehen lassen, es zeigt, dass das LI sich ereifert. Meine ich jedenfalls im Moment. Danke für die Arbeitshilfen.

Lieber Jürgen, *hüpf* Trotzdem habe ich die Details der Damen weitgehend übernommen.

Vielen lieben Dank, Lob macht froh ;-)

Lieben Gruß
ELsa

Verfasst: 16.06.2008, 14:22
von Thomas Milser
Hi Elsi,

leider kann ich die Änderungen nicht mehr nachvollziehen, aber sei's geschisse :o)))

Ich komme bei diesem Text nicht so recht in Fahrt. Ich denke deswegen, weil

- die erste Strophe schon sehr adjektivisch überladen ist
- der Text mir dadurch zuviele Stimmungen und Bilder vorwegnimmt ("show, don't tell")
- du viele vielsilbige Worte verwendest
- der Rhythmus sich manchmal ein wenig ungelenk über das Zeilenmaß hinaus erstreckt
- am Ende durch die Verkasematuckelung 'weil Wien ist ...' eine zusätzliche Bremse ist, wo m. E. Tempo sein müsste

Diesmal nur: "Germany: Two Points"

Tom

Verfasst: 16.06.2008, 14:30
von Elsa
Ich hab die 1. jetzt nochmals eingestellt, Tom.

Ich steh auf die Adjektive in diesem Fall, sonst bin ich auch gegen viele.

der Rhythmus sich manchmal ein wenig ungelenk über das Zeilenmaß hinaus erstreckt
Eins habe ich entdeckt, da muss ich noch mal ran, ansonsten ...?

Diesmal nur: "Germany: Two Points"
ööööch ....

Danke dir, vielleicht ändert sich's ja noch. Bei so neuen Sachen kann das gut möglich sein.

Lieben Gruß
ELsa

Verfasst: 16.06.2008, 14:35
von Thomas Milser
2. Version besser! (da eine Bremse weniger :o)))

Adjektive - (siehe "show, don't tell") wie gesagt: nimmt mir zuviel Phantasie

Zeilenmaß -

Touristen - lieben
Palais - erschauert

Nicht, dass das nicht ein gangbares Stilmitel wäre. Aber hier finde ich es, zusammen mit den anderen Bremsen, einfach zuviel.

Meine bescheidene Meinung. Lass dir nicht in die Suppe spucken, wenn sie dir salzig genug ist :o)

Tom

Verfasst: 16.06.2008, 15:14
von Elsa
Danke, Thom,

Ob sie salzig genug ist, werde ich erst nach einer Weile festellen können.

Gebremste Grüße :)
ELsie

Verfasst: 18.06.2008, 14:22
von Elsa
Hallo, ich habe einer Neufassung geschrieben.

LG
ELsa

Verfasst: 18.06.2008, 14:41
von Thomas Milser
Flüssiger ists allemale jetzt.

Aber es scheint wie bei nem alten Haus: Schmierst du einen Riss zu, gehen woanders drei auf :o)

Irgendwie scheint der Text selbst nach seiner Form zu suchen. Zum einen die erzählenden, zum anderen die lyrischen Elemente. Und für mich reichen sie sich noch nicht die Hand. Obwohl der Rhythmus schon viel besser ist. Weiß auch nicht, warum ich das so empfinde. Vielleicht bin ich möglicherweise einfach nur bekloppt. :o)

Was ich aber sicher finde ist, dass der Titel viel gezielter und aussagekräftiger sein könnte. Mein erster Gedanke war 'Engerln auf Urlaub'. 'City' ist ein bisschen so, wie wenn man ein Gedicht 'Liebe', 'Wolken' oder 'Im Wald' nennt. Das gönge m.E. kreativer.

Nu streng dich doch mal an, Menschenskind! :o))))))

Augenzwinkernde Grüße von
Nörgler Tom ;o)

Verfasst: 18.06.2008, 15:02
von Mucki
Liebe Elsie,

gefällt mir besser. Hier:

"hinter abgewinkelten Mündern bleiben Begegnungen
ermüdet oder aus"

gerate ich ins Stocken. "bleiben müde Begegnungen" gefiele mir besser. Das Problem ist dann nur: Mündern/müde, geht also nicht.
Das "weil" stört mich nach wie vor, aber wenn du daran hängst, muss es natürlich bleiben.
Saludos
Mucki

Verfasst: 18.06.2008, 15:02
von Elsa
Alles klar, Tom, mach ich.

Danke fürs Sagen, ist mir wichtig.

Dein goldenes Wienerherz Elsie