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verlassen

Verfasst: 30.09.2006, 19:21
von maxl
Vers.1

verlassen wandre ich
herbstlaub raschelt
die stadt ist leer von dir

dein zug geht um halbneun
ich werde nicht am bahnhof
einen letzten blick erhaschen


Vers.II

abschied nach einem sommer

dein zug geht um halbneun
ich wandre durch die straßen
herbstlaub raschelt

die stadt ist leer von dir
ich werde nicht am bahnhof
einen letzten blick erhaschen

Verfasst: 30.09.2006, 20:30
von moshe.c
Hey Maxl!

Nett dich zum ersten Mal zu lesen.

Ich stolpere erstmal, aber das kann auch Stil sein.

Bin sehr gespannt auf mehr.

moshe.c

Verfasst: 30.09.2006, 20:58
von DasM
huch, da
habe ich gerade noch ein kritik wegen aufeinanderfolgende sätze geschrieben bei deinem anderen text, muss dann aber hier feststellen, das dir hier ein besseres bild gelungen ist.

aber laieder fehlt auch hier der aha- effekt.

aber ich stimme moshe zu, das ich jetzt gespannt auf weitere texte bin.


liebe grüße
michael

Verfasst: 01.10.2006, 10:15
von Last
Hallo Maxl,

mir gefäält zuerst einmal dein Stil mit dem du eine besondere Art des Verlassenseins darstellst, eine stolze, trotzige bis befreite Art.
Inhaltlich finde ich aber, dass eigentlich Strophe 2 vor Strophe 1 in den zeitlichen Verlauf einzuordnen sind, denn die Stadt ist ja noch nicht leer von ihr, wenn sie erst noch abfahren muss :confused:

LG
Last

Verfasst: 01.10.2006, 11:46
von Dita
Hallo Maxl

und auch von mir ein freundliches Willkommenslächeln.

Mir sagt Dein Text in seiner kurzen und doch prägnanten Art sehr zu. Er hinterlässt mich etwas traurig, aber auch verstehend nickend. Im Gegensatz zu Monsieur Last bin ich der Ansicht, dass man die Verlassenheit auch jetzt schon spüren kann, da das Lyrich das Gegenüber nicht mehr vor Augen und an der Seite hat.
Soweit...
Liebe Grüße,
Dita

Verfasst: 01.10.2006, 13:37
von Max
Liebr Maxl,

mal von max zu Maxl ein Willkommen!

Mir gefällt das Melacholische Deines Gedichts, wobei mir das erste Wort "verlassen" schon fast ein wenig zu dick aufgetragen ist. Das Verlassen, so finde ich, müsste die Quintessenz des Gedichts sein, nicht der Anfang.

Liebe Grüße
max

Verfasst: 01.10.2006, 21:44
von maxl
Danke mal für das Willkommen in der Runde.

Ich fange ja erst an mit dem Schreiben, mal sehen ob es was wird.

Na, zum dick auf getragen war mein Gedanke die Integrierte Überschrift.

liebe grüsse

maxl

Verfasst: 01.10.2006, 22:16
von cali
Willkommen, maxl!

Habe eine Vorliebe für kurze Gedichte. Dieses besticht durch klare Bilder des Verlassenen. Nur würde ich "allein" am Anfang schreiben. Das Wort "verlassen" ist nicht erforderlich, der Text sagt es aus. Der Schlusssatz ist auch gelungen in seiner Beschreibung... sich nicht noch mehr Schmerzen auszusetzen.


lieben Gruß.

Verfasst: 02.10.2006, 09:30
von Lisa
Hallo und willkommen Maxl,

du fängst erst an mit dem Schreiben?

Mir gefällt dein Text ganz gut - ich mag das auch mit dem ersten fetten Wort als Titel integration. Das find ich gut. Und was noch gut ist: Für mich trägst du nicht dick auf...das ist für den Anfang wichtig :-).

Lasts Einwand finde ich leider richtig, auch wenn poetisch durchschwingt, was gemeint ist. Aber vielleicht kann man das einigermaßen elegant lösen?:



verlassen
wandre ich
herbstlaub raschelt
dass die stadt bald leer von dir

dein zug geht um halbneun
ich werde nicht am bahnhof
einen letzten blick erhaschen

Mit der Version wäre nämlich dann auch das etwas tautologisch raschelnde Laub verwobener..?

Liebe grüße,
Lisa

Verfasst: 02.10.2006, 10:13
von tulpenrot
Hallo maxl,

deinen Text und dein Zuschreibenanfangen find ich anregend. In deinen Worten steckt etwas drin, was mich selber veranlasst, daran rumzubasteln.

durchwandere verlassen
raschelndes herbstlaub
die stadt
leer von dir

dem letzten Blick
auf dich
um halbneun
am bahnhof
entsagt


Es hat mich einfach gereizt..... :-)

Freue mich auf Neues von dir.

tulpenrot

Verfasst: 02.10.2006, 11:15
von Paul Ost
Lieber maxl,

dann werde ich auch mal meine Version Deines schönen Kurzgedichtes einstellen. Der eigentliche Grund für meinen Kommentar hier ist aber, dass das koreanische Sprichwort, das unter meinen Beiträgen steht, hier in guter Gesellschaft zu sein scheint.

einsam wandere ich
herbstlaub raschelt
die stadt ist leer

dein zug geht um halbneun
ich werde am bahnhof
keinen letzten blick erhaschen

Grüße

Paul Ost

Verfasst: 02.10.2006, 13:29
von steyk
Hallo maxl,
auch von mir ein herzliches Willkommen und ehrliches
Kopfnicken zu diesem Text.
Die Melancholie spricht mich an, schreibe ja gerne selbst
zu dem Thema hin und wieder.
Einige Änderungen sind ja vorgeschlagen worden. Gehe
sie in Ruhe durch und nimm das, was du für deinen Text
am Sinnvollsten glaubst, denn er und du können viel dabei gewinnen.

Gruß
Stefan

Verfasst: 04.10.2006, 19:47
von maxl
Na ich habe es mal ein wenig geändert.
Hoffe es kommt besser an.
Siehe oben.
Und Danke für das so finde ich "Mut machen"

winke
maxl

Verfasst: 22.10.2006, 23:43
von maxl
Guten Abend,


@Paul Ost: Gute Variante. Und ja, dein Sprichwort ist schön.

@tulpenrot: deine Bastelei, wie du sagst, gefällt mir, aber 'entsagt' ist für mich zu dichterisch gelöst. Das sind nicht recht meine Worte. :-]

@Lisa: Dass die Stadt bald leer von dir, das wär schon richtig. Aber vom Gefühl des Kerls ist sie es schon lange, bevor sie abreist. Ich würde das gern so lassen. Ich habe nicht vor, dick aufzutragen, war ein Spaß, du hast es verstanden.

Allen anderen noch einmal Danke für die Worte, das hilft!

lg
maxl