Seite 1 von 2

übergang

Verfasst: 22.09.2006, 01:35
von Gast
Bei der Accountlöschung bat die Autorin darum, ihre Texte zu löschen. Dieser Bitte kommt die Administration nach.

Verfasst: 22.09.2006, 05:41
von Niko
hallo gerda!
gefällt mir sehr. besonders die letzte strophe. die torkelnden wespen scheinen mir unnötig. vielleicht aber auch nur, weil sie mir kein bild erzeugen.
ein schneller erster leseeindruck....
lieben gruß: Niko

Verfasst: 22.09.2006, 10:42
von leonie
Liebe Gerda,

das ist sehr, sehr schön und melancholisch. Die reifenden Früchte und die zärtliche Geste am Schluss stehen in einer Beziehung, denke ich. Vor den letzten vier Zeilen hätte ich mir noch eine Leerzeile gewünscht, Du hast es vermutlich wegen der Symmetrie so umgebrochen, oder? Ich bin mir noch unsicher, ob „die luft summt“ und „wespen torkeln“ mich im Lesen und genießen nicht eher unterbrechen. Das Herbstbild wäre ja auch ohne sie toll gezeichnet.
In jedem Fall sehr gern gelesen.

Liebe Grüße
leonie

Verfasst: 22.09.2006, 13:21
von Mucki
*grins* Gerade "wespen torkeln" gefällt mir so gut! Ich würde es nur direkt unter "vergorene süße" schreiben.

Kennt ihr die grandiose Doku "Die Wüste lebt"? Dort hat ein Baum überreife Früchte, sprich, sie sind alle gegoren. Die Tiere berauschen sich an diesen Früchten, sind schließlich alle betrunken, sogar die Elefanten torkeln. Geniale, reale Aufnahmen. Und an dieses Bild musste ich sofort denken, als ich "wespen torkeln" las ;-)
Saludos
Magic

Verfasst: 22.09.2006, 16:23
von Max
Liebe Gerda,

das finde ich ein gelungenes Gedicht, vielleicht weil ich Naturbilder, die nicht nur Naturbilder sind, sehr mag. Von mir aus dürfen die Wespen auch weitertorkeln, hier ist gerade eine vrobeigekommen und hat micht erinnert, dass ich nicht nur für die Mathematik schreiben sollte ;-).

Einzig die letzte Strophe kam für mich unerwartet, weil mir das "kleidest mich in herbstlicht" für mich klingt wie "lässt mich altern" ... ein "kleidest mich in Spätsommerlicht" hätte ich passender gefunden.

Liebe Grüße
max

Verfasst: 22.09.2006, 16:50
von Gast
Vielen Dank,
lieber Niko, liebe leonie, liebe Magic und last but not least - lieber Max, fürs Lesen und besprechen.
Es freut mich, dass ihr euch geäußert habt.

Das mit den Wespenwurde bekrittelt.
Ich finde das Mittelstück gerade interessant... denn es passt in diese warme Zeit, wo das Obst überall fault, einerseits.... und der Hintergedanke an ein letztes Torkeln schwingt andererseits auch mit... alles im Überfluss und doch Sterben...

Lieber Max, da ist was dran, am Spätsommerlicht... meinst du denn das passt dennoch zu den Falten?
Es wird ja auch der Lebensalterungsprozess angesprochen...
Nach dem Sommer kommt man sich zumeist entschieden älter vor... als im Frühling ;-)

Euch allen nochmals vielen Dank.
Ich werde mich noch ein wenig darüber ins Herbstlicht versenken.

Liebe Grüße
Gerda

Verfasst: 22.09.2006, 16:54
von Max
Liebe Gerda,

es wird Herbst und ich bin noch genauso kindlich albern wie im Frühling ;-).

Aber im Ernst: ich finde gerade wegen der Falten sollte es Spätsommer sein. Das lyr. Ich fühlt sich ja in diesem Moment nicht herbstlich (obwohl das auch sehr schön sein kann), sondern es trägt - um mich selbst zu zitieren (sonst tut das ja keiner ;-) ) - den Sommer im Herzen, vielleicht sogar den frühling.

Liebe Grüße
max

Verfasst: 22.09.2006, 16:58
von Gast
Oh, fast in Echtzeit, lieber Max,
du leistet wahrlich Überzeugungsarbeit, denn die Sommersonne die habe ich auch im herzne und wenn es ums albern sein und scherzen geht, na ja frag Lisa... ;-)

Lass mich noch ein wenig zaudern, ja?! ;-)
LGG

Verfasst: 22.09.2006, 18:35
von Trixie
Hallo Gerda!

Dieses Gedicht finde ich wirklich total schön. Es stimmt mich so friedlich und es gibt mir so einen deutlichen Eindruck von der Zukunft, dass ich mich gar nicht arg ängstige vor dem Altwerden! Mir gefällt hier jedes Wort, vor allem die torkelnden Wespen finde ich spitze. (Ja, Magic, den Film habe ich auch schon 1000 Mal gesehen und musste auch sofort daran denken :mrgreen:)!

spätsommerlich-frühherbstliche Grüße
Trixie

Verfasst: 22.09.2006, 19:59
von Max
Liebe Gerda,

klar ich bin auc h das Zauderzauberresultat gespannt.

Liebe Groetjes
Max

Verfasst: 22.09.2006, 20:57
von Jürgen
Hallo Gerda

Wirklich sehr schöne Bilder. Die Nüsse, die torkelnden Wespen (sind ziemlich aggressiv und aufdringlich, die Biester :mrgreen: ) und vor allem die vergorene Süße weckt Assoziationen. Schwierig fand ich den Satz "du streichst mir falten aus dem sommerlächeln und kleidest mich in herbstlicht". Es klingt, als ob LyrDu das LyrIch älter werden lässt. Max hat es ja ähnlich gesehen. Ist es so gemeint, dass das Du das LyrIch reifen lässt?

Schönen Abend

Jürgen

Verfasst: 23.09.2006, 11:54
von Gast
Liebe Trixie, lieber Max, lieber Jürgen,

vielen Dank euch Dreien.

@ Trixie, das ist eine Nebenwirkung, die nicht zwingend eintreten muss, aber ich nehme sie mit Freude zur Kenntnis. (Mit dem Herzen liest man besser). :-) Danke.

@Max
Zaudern vorbei. Ich habe es hin und her bewegt, ruhen lassen laut und leise gesprochen, das "herbstlicht" muss auch zwei Gründen bleiben ;-)
Einmal ist Herbstsonne für nicht mehr so junge Semester - wie das lyrIch - sehr viel wämer und weicher, weil es schräg fällt und nicht nicht mehr in steilem Winkel wie die (Spät)sommersonne)
In diese Licht gekleidet zu sein heißt also nicht nur "Altern", sondern vom Blick liebevoll eingehüllt zu werden.
Das heißt das lyrDu schaut mit dem blick der Liebe auf das nicht mehr taufrisch lyrIch.

Andererseits klingt es besser, spätsommerlicht ist 2 Silben zu lang.
Dennoch, danke... so musste ich konkret werden.
Ich hoffe nur, dass man meine Intention lesen kann.

@ Jürgen, ich glaube, wenn du liest, ewas ich Max geschrieben habe, ist deine Frage fast beantwortet., nicht wahr?! ;-)
Das was du ansprichst ist aber ebenso enthalten wenn du es daraus liest, man ist nach jedem Sommer reifer, ja - danke.

Liebe Grüße und ein sonniges WE im Herbstlicht...
GeRdanken

Verfasst: 23.09.2006, 16:03
von Max
Liebe Gerda,

ich habe inzwischen auch bemerkt, dass der Sommer halt schon zwei Zeilen über dem Herbstlicht steht und damit redundant wäre ....

Liebe Grüße aus den letzten Sommertagen (tja, er hält sich bei mir meist bis kurz vor Ende November)

Max

Verfasst: 23.09.2006, 20:04
von königindernacht
Ein schönes Gedicht, liebe Gerda,

das mich an mein "herbstblatt" erinnert.
So wie du kann nur eine Frau schreiben, die alle Jahreszeiten mit ihren schönen Momenten mag- und alle Lebenszeiten. Das Herbstlicht ist ein ganz besonderes- möge das Du es oft genussvoll an dir entdecken,

herzlichst, KÖ