Hallo,
ein sehr nüchterner, unprätenziöser und deshalb gut geratener Text.
Einstieg ohne Einstieg, sondern in medias res - gelungen!
Ein Kind Überlebender
steht im Lager.
Der Unterschied, der Grund:
Wenn die Anderen spielen,
hält es das Feuer
am brennen,
(Brennen natürlich groß, und diese Formulierung ist tatsächlich, wie in einem Kommentar angemerkt, auf den ersten Blick ungeschickt, aber jede andere träfe es nicht: "Feuer schüren" wäre zu stark und nicht gemeint, "brennen lassen" zu schwach", "am Brennen halten" ist schon genau richtig, gerade weil es ungeschickt WIRKT!)
Weiter geht es mit Lust und Last und sachliche Notwendigkeit des lebendigen Erinnerns
das schenkt Glitzern
den Augen,
Hitze den Händen
und Asche dem Haupt.
und mit dem genialen Schluss:
Das Kind zieht einen Strich,
den es Lächeln nennt.
Und im Grund ist es nicht so wichtig, finde ich, ob es sich um ein bosnisches, jüdisches, armenisches oder anderes Überlebenden-Kind handelt, auch nicht, ob es sich tatsächlich um ein Kind handelt, oder um einen Erwachsenen, der die Kinder auf Bildungsreise an das Schlimme erinnert.
Es ist gut so, wie es ist! Es ist wunderbar, wie der Test ohne Pathos auskommt und dennoch eine Schwere erreicht, die nicht lastet, eine Tiefe, die nicht künstlich wirkt - Hut ab!
Grüße von Klara, die einigermaßen staunt über einen 21jährigen Autor, der so etwas schreiben kann
