erst einmal auf gerdas kritik bezogen. das andere muss ich erstmal lesen. lisa,........du bist dann auch berücksichtigt....sorry. aber bei soviel antworten auf einmal.....
harte kritiken, liebe gerda sind dann ok, wenn sie am text bleiben. und das tut deine ja. aber - bei allen pauschalisierungsvorwürfen: auch von dir wird mir zuviel in einen pott geworfen und verrührt.
aber nun im einzelnen:
Dieser Text, lieber Niko, will etwas ganz Großes sagen an kleinen Dingen festgemacht, wenn ich richtig interpretiere.
das mag bei dir so ankommen, war aber von mir anders gedacht. ich wollte aus dem alltäglichen eine für das lyrich logische schlussfolgerung ziehen. man beachte bitte: ich well lyi erklären. nicht "die welt". dazu bin ich zuwenig konfuzius.
Das Thema - allumfassend - alles fügt sich - allumspannend
ist in einem, nicht nur wie geschehen, mit konkreten Bildern arbeitetenden Text eigentlich gut aufgeoben, wenn du dann nicht generallisieren würdest.
gerade bereits erklärt: nicht allumfassend. aber vielleicht schon so (so arbeite ich meistens) dass sich bezüge auch anderweitig herstellen lassen. habe ich damit den vorwurf des generalisierens ein wenig entkräftet?
Ich denke man hat es zu oft gehört:
Es wird sich alles fügen, alles wird gut, Gott würfelt nicht, die Natur verliert nichts usw...
ja, gerda. ich weiß doch. und du hast auch recht. aber es kommt immer auf den kontext an. wenn ich schreibe: dies alles fügt sich, dann bezieht sich das auf fenster, welle erdbeben. dies alles fügt sich heißt nicht: alles fügt sich, alles ist im fluss etc.....
Ich glaube, dass dies' nicht das ist, was du eigentlich sagen willst auch wenn es bei mir so ankommt.
darüber grübel ich noch
Vielmehr glaube ich, dass eine gut ausgearbeitete Aussage, vielleicht zuvor durch wenig mehr Bilder ergänzt, in der du deinen Beobachtungen einen ganz persönlichen, konkreten Sinn gibst, sich zu etwas Besonderem zusammenfügen lassen, ohne es so auszusprechen.
ich frag mal ganz naiv: wie sieht eine deiner meinung nach "gut ausgearbeitete aussage" aus? einen ganz persönlichen sinn gebe ich dem geschriebenen immer, alleine, weil die worte so in ihrer auswahl und kombination nur mir eigen ist. wie konkret diese aussage dann ist......-da wird´s dann kompliziert, weil es auf den leser ankommt. und ebenso auf den autor, der nur schreiben kann, wie er empfindet.
Es ist mir zu banal wenn du folgendes schreibst
« NJKahlen » hat folgendes geschrieben:Zum Beispiel
Fensterscheiben:
Sie vibrieren bei Erschütterung.
Das Ahornblatt gestern,
es ließ sich mitreißen.
Auch eine Welle
ist nachgiebig
und ein Erdbeben.
Dies alles fügt sich.
Heute blicke ich
gegen die Uhr
und fliehe
davon.
... ein bisschen wie Herrgott spielen: Vor ihm sind tausend Jahre wie ein Tag, und wir sind alle peanuts das war jetzt die ironische Variante.
Die ernsthafte sagt mir, dass ich nicht Ahornblatt in einem Atemzug mit Erdbeben nennen kann, ja, ich gehe sogar soweit, Welle nicht mehr seit der Jahrtausendwelle...
mal abgesehen, dass banal und herrgott spielen zwei "superlative" sind, die sich einander eigentlich ausschließen, muss ich sagen, gerda, dass es einfach darauf ankommt, was man in dem text liest. also: zwischen den zeilen. deine beiden ironischen varianten lassen mich vermuten, dass du nicht wirklich dahintersteigen magst. oder anders gesagt: du dich dem text verweigerst. das ist legitim. ich finde auch so manches mist und/oder finde keinen zugang. und: eine welle ist eine welle ist eine welle.......-man muss nicht gleich in jedem wässerchen einen tsunami interpretieren.
.gif)
jedenfalls nicht in dieser unreflektierten Form.
Wieviel Leid fügt sich, könnte man auch sarkastisch sagen - wer weiß wozu das alles gut ist ...jammert es andern Orts.
die unreflektierte form ist deine ganz individuelle sichtweise. dazu habe ich gerade schon geschrieben.
deine schlussfolgerung zu guter letzt als synthese des ganzen ist schlicht falsch.
sieh es mal so: fenster, ahorn, welle erdbeben. eine permanente steigerung. aber es gipfelt nicht im erdbeben. sondern darin, dass das lyrich für sich in der uhr (also zeit) eine steigerung des ganzen erfährt.
lieben gruß niko, der jetzt erstmal die anderen beiträge liest.