Kein Garten wie Deiner
im Reihenhausparadies.
Die Leute, sie schimpfen
und rümpfen die Nasen.
Die Nachbarn, sie klagen:
kein Garten wie Deiner.
Sie ziehen die Zäune höher
und graben die Gräben tiefer.
Ich erklimme eine Mauer.*
Ich stehe und sehe
einen Garten wie Deinen.
Die Disteln, sie blühen so gelb
im weiten Meer der Brennnesseln,
das Moos wie ein endloser grüner Strand.*
* vorher "Ich erklimme die Mauer" nach Anregungen von Lisa, königindernacht und Louisa
* vorher "im sattgrünen Meer der Brennnesseln, das Moos wie ein endlos weiter Strand.
Kein Garten wie Deiner
Lieber Gurke,
der Gedanke zu diesem Gedicht ist wunderwunderchön finde ich...ich war gleich berührt...mir gefällt auch das Bild dafür...der (ver)wilderte Garten...Disteln, Brennnessel und Moos...ein Ort (für mich Bild für das Innere eines Menschen) deren Schönheit im Vergleich zu anderen der Betrachter erkennt...ich finde ja fast, dass es nach einem Liebesgedicht klingt (auch wenn ich es allgemeiner lesen kann (Lyrik/Kultur), aber es berührt mich so als sei es ein Liebesgedicht).
Einzig ein "Bildfehler" fällt mir auf: Erst sind es Zäune und Gräben, doch dann erklimmst du die Mauer...an der Stelle würde ich noch arbeiten, auch wenn die mauer im übertragenden Sinn gemeint ist.
Und dann: Wieso: Ich sehe einen garten wie deinen? Hast du das wie gesetzt, um hier von der "realen" Ebene (Spießergärten, lebendige Gärten) auf den Inneren zu schließen? ich würde überlegen, ob du das musst...oder ob du das Bild nicht ganz durchziehen willst ohne den Vergleich? Die Stärke hätte es, wie ich finde.
Aber der text hat mich eigentümlich berührt...danke dafür...
Liebe Abendgrüße,
Lisa
der Gedanke zu diesem Gedicht ist wunderwunderchön finde ich...ich war gleich berührt...mir gefällt auch das Bild dafür...der (ver)wilderte Garten...Disteln, Brennnessel und Moos...ein Ort (für mich Bild für das Innere eines Menschen) deren Schönheit im Vergleich zu anderen der Betrachter erkennt...ich finde ja fast, dass es nach einem Liebesgedicht klingt (auch wenn ich es allgemeiner lesen kann (Lyrik/Kultur), aber es berührt mich so als sei es ein Liebesgedicht).
Einzig ein "Bildfehler" fällt mir auf: Erst sind es Zäune und Gräben, doch dann erklimmst du die Mauer...an der Stelle würde ich noch arbeiten, auch wenn die mauer im übertragenden Sinn gemeint ist.
Und dann: Wieso: Ich sehe einen garten wie deinen? Hast du das wie gesetzt, um hier von der "realen" Ebene (Spießergärten, lebendige Gärten) auf den Inneren zu schließen? ich würde überlegen, ob du das musst...oder ob du das Bild nicht ganz durchziehen willst ohne den Vergleich? Die Stärke hätte es, wie ich finde.
Aber der text hat mich eigentümlich berührt...danke dafür...
Liebe Abendgrüße,
Lisa
Vermag man eine Geschichte zu erzählen, die noch nicht geschehen ist?
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
Es verhält sich damit wohl wie mit unserer Angst. Fürchten wir uns doch gerade vor dem mit aller Macht, was gar nicht mehr geschehen kann, eben weil es schon längst geschehen ist.
-
steyk
Hallo Gurke,
schön mal wieder was von dir zu lesen.
Ein „Liebesgedicht“ an den Garten Natur, Wildheit in unbeschnittener,
ungeordneter Schönheit, ohne Zäune und Gräben.
Die Mauer stört mich nicht, da sie - wie ich vermute- nicht wirklich
vorhanden ist, sondern nur im übertragenem Sinn.
Gruß Stefan
schön mal wieder was von dir zu lesen.
Ein „Liebesgedicht“ an den Garten Natur, Wildheit in unbeschnittener,
ungeordneter Schönheit, ohne Zäune und Gräben.
Die Mauer stört mich nicht, da sie - wie ich vermute- nicht wirklich
vorhanden ist, sondern nur im übertragenem Sinn.
Gruß Stefan
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königindernacht
Mir gefällt dieses Gedicht, weil die Idee, diesen ständigen Nachbarschaftsstreit oder Neid in einem ernst zu nehmenden Gedicht wohl noch nicht umgesetzt wurde. Das Bild von den Zäunen und Gräben, die trennen hast du gut eingefangen, g.
Dennoch würde auch ich prüfen, ob du eine Mauer erklimmen musst.
Kannst du nicht einfach die Tür öffnen/ durch sie hindurch gehen o.ä? um die Schönheit zu entdecken?
Gern gelesen,
herzlichst, KÖ
Dennoch würde auch ich prüfen, ob du eine Mauer erklimmen musst.
Kannst du nicht einfach die Tür öffnen/ durch sie hindurch gehen o.ä? um die Schönheit zu entdecken?
Gern gelesen,
herzlichst, KÖ
-
Louisa
Hallo Gurke!
Ich finde das auch wunderschön! Man kann sich diese Siedlung und den wilden Garten sehr gut vorstellen. Sehr schön!
Die kleinen Kritikpunkte hat Lisa und Co ja schon aufgezählt. (Das "wie" am Ende iritiert mich ein wenig, ohne oder anders formuliert fände ich es besser. Es sollte derselbe Garten bleiben, denke ich!)
Liebe Grüße (aus dem Garten in den Garten!)
louisa
Ich finde das auch wunderschön! Man kann sich diese Siedlung und den wilden Garten sehr gut vorstellen. Sehr schön!
Die kleinen Kritikpunkte hat Lisa und Co ja schon aufgezählt. (Das "wie" am Ende iritiert mich ein wenig, ohne oder anders formuliert fände ich es besser. Es sollte derselbe Garten bleiben, denke ich!)
Liebe Grüße (aus dem Garten in den Garten!)
louisa
-
Jürgen
Hallo Lisa, steyk, königindernacht & Louisa
Vielen Dank für Eure Kommentare und Beiträge.
Zur Mauer: sie ist mir als Bild wichtig. Eine Mauer zu erklimmen, bedeutet Anstrengung und Arbeit, eine offene Tür zu durchschreiten, beinhaltet diese Komponente nicht. Gleichzeitig überschreitet man eine Abgrenzung, wenn man auf eine Mauer klettert. Ich werde den bestimmten Artikel der Mauer in einen unbestimmten ändern, vielleicht wirkt das Mißverständnissen entgegen?
Es ist natürlich dieser eine Garten, den ich sehe. Da hat Louisa ganz recht. Mir kam es vor allen auf die Wiederholung des Titels mit der Veränderung der Sichtweise an. ´Kein Garten wie Deiner - so wie Du ist keiner´ als negative Anklage der Umgebung, steht gegen ´ein Garten wie Deiner´ - Das bist Du und zwar im Vergleich zu dir selbst, echt eben, als Einschätzung nachdem man die Perspektive geändert hat und auf die Mauer geklettert ist.
Euch nochmal Danke
Jürgen
Vielen Dank für Eure Kommentare und Beiträge.
Zur Mauer: sie ist mir als Bild wichtig. Eine Mauer zu erklimmen, bedeutet Anstrengung und Arbeit, eine offene Tür zu durchschreiten, beinhaltet diese Komponente nicht. Gleichzeitig überschreitet man eine Abgrenzung, wenn man auf eine Mauer klettert. Ich werde den bestimmten Artikel der Mauer in einen unbestimmten ändern, vielleicht wirkt das Mißverständnissen entgegen?
Es ist natürlich dieser eine Garten, den ich sehe. Da hat Louisa ganz recht. Mir kam es vor allen auf die Wiederholung des Titels mit der Veränderung der Sichtweise an. ´Kein Garten wie Deiner - so wie Du ist keiner´ als negative Anklage der Umgebung, steht gegen ´ein Garten wie Deiner´ - Das bist Du und zwar im Vergleich zu dir selbst, echt eben, als Einschätzung nachdem man die Perspektive geändert hat und auf die Mauer geklettert ist.
Euch nochmal Danke
Jürgen
-
Gast
Lieber Jürgen,
gut dass Birute gestern Abend so viele gedichte kommentiert hat, so bin ich auch auf ein Gedicht noch einmalaufmerksam geworden.
Gelesen hatte ich es wohl, aber heute Nacht hat es mich angesprochen, sagt mir jetzt mehr als beim ersten Lesen, lässt das Bild vor meinem inneren Auge entstehen , das mir von einem schönen verwilderten Garten, wie ich ihn liebe erzählt, aber gleichzeitigGednaken an Ausgrenzung wach ruft.
Gelungen, bis auf das Bild in der letzten Zeile:
das Moos wie ein endlos weiter Strand.
Es ist so, dass ich bei Moos eine völlig andere Assoziation habe, als bei Strand... Moos bedeutet mir nie Weite, sondern hat für mich immer mit Wald und alten Mauern und dunklen Ecken zu tun.
Anscheinend ergeht es aber nur mir so.
Sehr gern gelesen.
Gute Nacht
Gerda
gut dass Birute gestern Abend so viele gedichte kommentiert hat, so bin ich auch auf ein Gedicht noch einmalaufmerksam geworden.
Gelesen hatte ich es wohl, aber heute Nacht hat es mich angesprochen, sagt mir jetzt mehr als beim ersten Lesen, lässt das Bild vor meinem inneren Auge entstehen , das mir von einem schönen verwilderten Garten, wie ich ihn liebe erzählt, aber gleichzeitigGednaken an Ausgrenzung wach ruft.
Gelungen, bis auf das Bild in der letzten Zeile:
das Moos wie ein endlos weiter Strand.
Es ist so, dass ich bei Moos eine völlig andere Assoziation habe, als bei Strand... Moos bedeutet mir nie Weite, sondern hat für mich immer mit Wald und alten Mauern und dunklen Ecken zu tun.
Anscheinend ergeht es aber nur mir so.
Sehr gern gelesen.
Gute Nacht
Gerda
Lieber Jürgen,
auch mir gefällt dieses Gedicht sehr. Besonders die inhaltliche Umkehrung von „kein Garten wie Deiner“. Und die Anschaulichkeit, ich sehe den Garten vor mir.
Ein paar kleine sprachliche Ideen: In der letzten Strophe könntest Du Vers drei vielleicht streichen, da, glaube ich, das klar ist, dass es dieser Garten ist.
Gibt es wirklich gelbe Disteln? Kenne ich noch gar nicht, ich kenne eher violette oder so weißlich blühende.
„Endlos weiter Strand“ finde ich eine wenig doppelt gemoppelt, meiner Meinung nach würde ein Adjektiv reichen.
Gern gelesen
Liebe Grüße
leonie
auch mir gefällt dieses Gedicht sehr. Besonders die inhaltliche Umkehrung von „kein Garten wie Deiner“. Und die Anschaulichkeit, ich sehe den Garten vor mir.
Ein paar kleine sprachliche Ideen: In der letzten Strophe könntest Du Vers drei vielleicht streichen, da, glaube ich, das klar ist, dass es dieser Garten ist.
Gibt es wirklich gelbe Disteln? Kenne ich noch gar nicht, ich kenne eher violette oder so weißlich blühende.
„Endlos weiter Strand“ finde ich eine wenig doppelt gemoppelt, meiner Meinung nach würde ein Adjektiv reichen.
Gern gelesen
Liebe Grüße
leonie
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