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Rückblick
Verfasst: 10.08.2006, 12:39
von moshe.c
Rückblick
Auf stetiger Distanz
zu dir, Erde
mit Namen Land
gehen meine Wege
vom Alltäglichen
ins Notwendige.
Hinter erleuchteten
Fenstern, Worte
purer Einsilbigkeit.
Die Straßenlaterne
beleuchtet die
abblätternde Liebe
der Wände,
dahinter den Haß
der Mauern.
Verfasst: 10.08.2006, 14:07
von steyk
ich nehme an, lieber moshe, daß du die derzeitige situation in deiner heimat erzählst, wobei ich dein gedicht gleichzeitig in jede andere gegend unserer welt reflektieren kann, in der feindsligkeiten den alltag schreiben
und die menschen hilflos den tatsachen ausgeliefert sind.
gruß stefan
Verfasst: 10.08.2006, 14:21
von scarlett
Sehr bedrückende Zeilen, lieber moshe, sprachlich in anschauliche Bilder gebracht.
"die abblätternde Liebe der Wände"... die "Worte purer Einsilbigkeit"... wunderbar traurig.
Das geht unter die Haut...
Gruß,
scarlett
Verfasst: 10.08.2006, 16:53
von moshe.c
Danke scarlett !!!!!!
Verfasst: 10.08.2006, 17:33
von Max
Hey Moshe, das ist gut!
Insbesonder gefallen mir die feinen Unterscheidungen zwischen Wändern und Mauern und dem Alltäglichen und dem Notwendigen.
Liebe Grüße
Max
Verfasst: 10.08.2006, 17:43
von moshe.c
Hey Max,
schön dein Gefallen.
Was sagst du zur Form?
moshe.c
Verfasst: 10.08.2006, 18:05
von Max
Hey Moshe,
ich fand die Form sehr gut dem Inhalt angepasst - mit der Art Gedicht tu ich mich am leichtesten. Bei den Formulierungen habe ich einzig bei Erde mit Namen Land gezögert. das ist eine originelle Idee, aber auch ein wenig künstlich, da bin ich noch unetnschlossen .. das tut meinem Gefallen aber keinen Abbruch
Liebe Grüße
max
Verfasst: 11.08.2006, 07:17
von savage
Hi moshe, traurige Worte, die unter die Haut gehen.
Mich würde interessieren, was dich zu diesem Gedicht
veranlasst hat...
savage
Verfasst: 11.08.2006, 11:49
von steyk
hallo moshe,
da ich inszwischen weiß, daß ich mit meiner deutung völlig daneben lag -danke und lächel-
wollte ich eigentlich nur noch anfügen, da ich es oben vergessen hatte, daß mir deine sprache wieder sehr gut gefallen hat.
gruß stefan
Verfasst: 11.08.2006, 21:01
von moshe.c
Lieber Stefan, das Leben ist manchmal merkwürdig:
Heute dachte ich über deinen Kommentar nach und entdeckte eine Annäherung, siehe:
Lieber Savage,
Immer wieder erlebe ich Menschen, die dazu gebracht werden ihre Heimat, also den Ort, Platz, Land, usw., wo sie geboren und aufgewachsen sind, verlassen müßen, weil sie aus verschiedenen Gründen eventuell um ihr Leben fürchten oder weil es ihnen so unerträglich geworden ist, daß sie lieber auswandern. Dem geht etwas zuvor und da kommt etwas danach. Und diesen Rückblick versuchte ich hier zu beschreiben. (Übrigens: Es kann sich auch um Menschen handeln, die in Ihrem Land in eine innere 'Auswanderung' gerieten und diesen Umstand hinter sich bringen konnten)
moshe.c
Stefan: Rund die Hälfte der Menschen hier sind Immigranten, und in Europa gibt es davon auch eine Menge. Was ist eigentlich der Anlaß für diese 'Völkerwanderung'?
Verfasst: 11.08.2006, 21:30
von Louisa
Hallo Moshe!
Für Deine letzte Frage habe ich leider nicht genügend Zeit, aber ich möchte auch noch einmal sagen wie schön Du das wieder gedichtet hast!
Hinter erleuchteten
Fenstern, Worte
purer Einsilbigkeit.
Die Straßenlaterne
beleuchtet die
abblätternde Liebe
der Wände,
dahinter den Haß
der Mauern.
Diese Zeilen haben für mich die größte Wirkung. Sie sind sehr gut formuliert. Auch die Liebe, die von den Wänden abblättert ist perfekt! Oder natürlich auch die hasserfüllten Mauern im Kontrast dazu!
Ich kann dazu eigentlich nur Erwin sprechen lassen:
Alles Gute Monsieur Zitrone! louisa
Verfasst: 12.08.2006, 00:55
von moshe.c
Danke Louisa,
das Gute ist angekommen.
moshe.c
Verfasst: 12.08.2006, 11:24
von savage
Danke für die ausführliche Erklärung
savage
Verfasst: 01.09.2006, 22:17
von Birute
Hallo, lieber moshe,
dieses Gedicht ist dir wirklich gut gelungen. Es gibt wider.
Was hältst du davon, die letzte Zeile in "in den Mauern" zu ändern?
Lieben Gruß
Birute