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sternenmorisee

Verfasst: 30.10.2026, 23:49
von jondoy
und der mond lugt aus wolkengebilden
zeigt sich heute nur halb
und halb versteckt er sich
hinter ihrem vorhang
dreht sich in seinen bahnen
seit viel sternverglühn
will er
wiener walzer tanzen
mit seiner erde
sich lösen
aus der anziehung

Verfasst: 31.10.2026, 12:30
von Mnemosyne
Ein sehr stimmungsvoller kosmischer Tanz.
Aber löst man sich denn beim Wiener Walzer aus der Anziehung? Man bleibt doch in engem Kontakt, oder?

Verfasst: 01.11.2026, 22:39
von jondoy
Hallo Merlin,

Auslöser dieser Betrachtung war der Erdtrabant selbst, der bei Einbruch der Nacht während einer Autofahrt am Himmel meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Er war an dem Abend noch ziemlich rund, vier Tage zuvor am Montag war erst Vollmond gewesen.
Sein Anblick faszinierte mich an jenem Abend, da er schemenhaft etwa nur zur Hälfte aus einem in difuses Licht gehülltes Wolkengebilde zu sehen war, seine andere Hälfte war nicht zu sehen, es sah aus, als hätte er nur etwas aus diesem "Vorhang" herausgeschaut, um neugierig ins Publikum unter ihm zu blicken, diesen Moment wollte ich in Worten festhalten , dieses Erlebnis war der Auslöser für diese Zeilen....

bekanntlich wissen wir ja, aus welchen stofflichen Bestandteilen der einzige Mond der Erde beschaffen ist und dass er einer gewissen Kollisionstheorie nach vor etwa 4,5 Milliarden Jahrennach einer Kollision eines Himmelskörpers, der etwa so groß wie der Mars gewesen sein könnte, mit der damals noch sehr jungen Planetin Erde entstanden sein könnte, weil sich Trümmerteile nach dieser Kollision in einer Umlaufbahn um die Erde sammelten wegen ihrer Anziehungskraft und aus diesen Trümmerteilen dann daraus der Mond geknetet worden sein könnte, durch Zentrifugenkräfte, die physikalisch erklärbar sind.
Jedenfalls möglicherweise seit kurz nach diesem Chrash umkreist unser Mond, so wie er jetzt zusammengebaut ist, unsere Erde schön brav seit ein paar Milliardchen Jährchen, die Anziehungskraft der Erde hält ihren Mond fest und er umkreist sie unfreiwillig, seit Menschen sich erinnern können, mit Hingabe und einer Treue, die fast symbiotisch ist, viele Lebewesen auf der Erde werden von seinem Dasein beeinflusst, selbst das Meer kann sich seinem Einfluss nicht entziehen.

Es wurde schon viel über den Mond geschrieben und solange es Menschen gibt, werden sie weiter über ihn schreiben.

Ich wollte nun ein paar Zeilen über den Mond schreiben, die nicht wiederholen, was ich schon alles über ihn gelesen habe, also keine Geschichten über romantischen Mondschein oder Parry Rhodans - Phantasien oder die Frau im Mond, die Luna, um nur so Beispiele zu nennen...und ich begann mich fiktiv zu fragen, wenn der Mond ein Lebewesen wäre und die Erde seine Freundin, würde es ihm denn befallen, wenn alle seine Gedanken, die in ihm drin auf dem Mond wohnen würden, immer nur um sie kreisen würden, endlos, würde er nicht mal von selbst auf die Idee kommen, von dieser ewigen Umkreisung die Finger zu lassen und in eigenen Bahnen neue Welten zu erkunden, die er noch nie gesehen hat...

....allerdings stelle ich mir in dieser imaginären Betrachtung den Mond und die Erde wegen unter ihnen bestehenden Nähe und Anziehung als zwei Wesen dar, die sich sehr mögen, das spricht aus ihrer Verbundenheit, weil sie seit Urzeiten füreinander da sind, wer weiss, obs ohne die Erde den Mond überhaupt noch gäbe, vielleicht wäre er auf seinen eigenen Bahnen im Kosmos unterwegs schon irgendwo tödlich verunglückt, vielleicht verglüht an einer Sonne oder zerborsten ann einem monstergroßen Himmelskörper, für den unser Jupiter nur ein Staubkorn aus Gas wäre, wir kennen schließlich bislang ja nicht mal die Nachbarn in unserer kleinen Milchstraße so genau,....

und dann stelle ich mir den Mond vor, was möchte er mit seiner großen Freundin anstellen, der schönen Erde mit den großen wasserblauen Augen, ich stellte mir vor, er möchte dann endlich mal etwas temperamentvolles mit ihr erleben, sie nicht ständig statisch in endlosen Bahnen umkreisen und seit dem ersten Crash endlich wieder mal berühren, auf jeden Fall stellte ich mir die beiden Himmelskörper ziemlich aufgeweckt vor, als nicht nur totes Gestein, wenn die beiden könnten, wie sie wollten, würden sie im Sternensaal....beispielsweise miteinander Wiener Walzer tanzen......der ist wenigstens so temperamentvoll, wie ich mir die beiden so als verliebte Planeten vorstelle....sie würden sicherlich Wiener Walzer tanzen, denn wenn man in einem Raum ist, in dem viele Wiener Walzer tanzen, kann man ´Autoscooter fahren´ tanzen, sich mit voller Geschwindigkeit in andere Planetenpaare hineindrehen, so beschwingt, dass es irgendwie die Sterne um sie herum prächtig leuchten und sich dies in ihren Blutbahnen anfühlt, wie Autoscootercrashe, metarmorphös, sinnbildlich gesehen...

jedenfalls habe ich mir gedacht, ich will lyrisch etwas in dieser Art und Weise über die beiden schreiben, es wurde vermutlich zwar schon alles einmal geschrieben, aber ich habe so in der Richtung noch nie was über Ede und Mond gelesen,

ich habe mir während des Autofahrens gedacht, sieht ganz schön keck aus, wie er da rausschaut, ich würde ihm zutrauen, er würde beides wollen, wenn er ein Lebewesen wäre, er würde mit der wunderschönen Planetin Erde Wiener Walzer tanzen wollen und gleichzeitig würde er seinen zweiten Traum verwirklichen wollen, sich aus ihrer anziehung zu lösen, und es wäre spannend, wie sich die beiden sich dann plötzlich auf Augenhöhe wiederfänden, ich stelle mir in meiner Phantasie ja vor, dass sich die beiden weiterhin sehr mögen würden, da sie sich ja plötzlich erkennen würden, wer weiss, vielleicht würden sie gemeinsam die Milchstraße aufmischen und ihre Nachbarn kennenlernen wollen und davor die große Lampe ausmachen.

Merlin, du hast vollkommen recht, beim Wiener Walzer bleibt man in engen Kontakt, wenn man sich da, während man sich dreht, loslässt, kann das böse enden, aber mit dem Herzen drehen sie sich erst, wenn beide freiwillig das machen, also wenn der Mond sich aus der Anziehungskraft der Erde gelöst hat.

Und diese lyrischen Zeilen waren die Essenz davon.