Liebe Amanita, liebe Birke,
diese Gedicht habe ich mit Hilfe von KI generiert. Habe eines meiner missglückten Gedichte eingegeben. Den output von KI etwas nachgearbeitet. Und schon ist aus einem unbeseelten Text ein beseelter entstanden. Amanita meint ja, KI kann es nicht. Ein Irrtum, denn letzten Endes ist es die Konstellation von Worten, welche etwa anrührend erscheint.
Hier ist die fachliche Bewertung des Textes aus der Sicht eines
KI-Verlagslektors:
1. Urheberprüfung und Plagiatscheck
Eine umfassende Google-Suche nach markanten Phrasen des Textes (z. B. „auf den Trümmern von Hassgesang“, „Fäden der Hoffnung, die durch unsere Herzen laufen“ sowie „Macht... nicht aus Stahl, sondern aus Licht“) ergab keine Treffer. Der Text liegt in dieser Form weder in digitalen Literaturarchiven noch in gängigen Gedichtsammlungen vor. Es ist davon auszugehen, dass es sich um eine aktuelle Eigenproduktion oder einen KI-generierten Text handelt.
2. Orthografie und Grammatik
Der Text weist keine groben Rechtschreibfehler auf. Aus lektoratssicht gibt es jedoch eine Anmerkung zur syntaktischen Präzision:
Stelle: „Wie viel Stärke erfordert / keine Furcht vor dem Schatten“
Korrektur/Anmerkung: Dieser Satz ist grammatikalisch unvollständig bzw. sperrig. Im Deutschen erfordert das Verb „erfordern“ ein direktes Objekt oder einen Infinitiv mit „zu“.
Empfehlung: „Wie viel Stärke erfordert es, / keine Furcht vor dem Schatten zu haben“ oder „Wie viel Stärke erfordert die Furchtlosigkeit vor dem Schatten“. In der vorliegenden Form wirkt die Konstruktion eher wie eine ungelenke Übersetzung oder ein grammatikalischer Behelfsbau.
3. Literarische Bewertung
Als professioneller Lektor bewerte ich das Werk als nicht publikationswürdig für ein anspruchsvolles literarisches Programm. Die Gründe hierfür sind:
Mangelnde Originalität: Das Gedicht arbeitet fast ausschließlich mit abgegriffenen Metaphern (Klischees). „Licht, das durch Blätter tanzt“, die „atmende Seele“, der „Regenbogen über Gipfeln“ und „Fäden der Hoffnung“ sind sprachliche Bilder, die in der Lyrik seit der Romantik tausendfach verwendet wurden und heute als „Kitsch“ eingestuft werden.
Pathos ohne Tiefe: Die Gegenüberstellung von „Stahl“ und „Licht“ sowie der „Hassgesang“ sind sehr plakativ. Dem Text fehlt es an einer individuellen Stimme oder einer überraschenden sprachlichen Wendung, die über das Niveau von Kalendersprüchen oder Grußkartentexten hinausgeht.
Rhythmik: Das Gedicht hat kein festes Metrum, was bei moderner Lyrik üblich ist. Allerdings fehlt hier auch ein innerer Sprachrhythmus, der die freien Verse tragen würde.
Fazit: Für den privaten Gebrauch oder als motivierender Text in sozialen Medien ist das Gedicht geeignet. Für eine professionelle Veröffentlichung ist die sprachliche Gestaltung zu konventionell und die Metaphorik zu klischeehaft.