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Ein Geheimnis

Verfasst: 07.12.2005, 18:06
von Maija
Das Geheimnis

Ruf der Krähen, ist's soweit?
Tiefe Kälte, eisige Winterzeit
Frostige Winde ziehen über's Land
Alle Keime sind verbannt

Gedanken fliegen dahin
Ein leeres Nest -, ein Ziel, ohne Gewinn
Alles ruht und alles schweigt
Ein Bild mit Macht sich zu mir neigt

Er sieht mich an, als mahnt er leise
Geduld der Seele, Wozu die Reise?
Einsam schweigen, tröstliches Ziel
Blitze folgen einem verdrießlich Spiel

Oh stlille Schauer, sonderbare Macht
Wie wir es oft im Traum gedacht
Alles Welle, Kunst und Schein
Bild will nicht gefangen sein

Ein Zauber der uns bindet
Herzen schaudernd, zu Höherem sich findet
Bewegte Gedanken nur bei dir fand
Vogel fliegt ins unbekannte Land

Verfasst: 10.12.2005, 11:41
von Alma Marie Schneider
Hallo Maija,

ein bewegendes Gedicht. Sehr gut daran gefällt mir der Beginn in der Kälte und der letzte Vers verstrahlt schon zuversichtliche Wärme.
Man wird sozusagen erwärmt von Deinen Worten.

Liebe Grüße
Alma Marie

Verfasst: 11.12.2005, 10:54
von Maija
Danke Alma, ich dachte schon, dieses Gedicht ist grottenschlecht und keiner versteht dies.
Dieses Gedicht ist schon älter, ich wollte nur eure Reaktion darauf sehen.

Gruß, Maija

Verfasst: 12.12.2005, 08:20
von hwg
Guten Morgen Maija!

*Er sieht mich an, als mahnt er leise...*
Bitte, wer ist e r ?

Viel Symbolkraft, etliche Worte würde ich allerdings einsparen:
*tiefe Kälte, *eisige Winterszeit*, *frostige Winde* = etwas zuviel des Schauderns...*g*

Die nach meinem Dafürhalten schönste Stelle:

*Alles Welle, Kunst und Schein,
Bild will nicht gefangen sein.*


Sind bloß so spontane Gedanken, die ich hier tippe...
Lieben Gruß!

Verfasst: 12.12.2005, 10:42
von Maija
Deine spontane Bemerkung ist doch in Ordnung, Danke!

Bitte, wer ist e r?


Als ich Depressionen bekam und starke Schmerzen hatte, beschäftigte ich mich mit Nietzsche intensiv. Dies ist nun über ein Jahr her und Nietzsche lässt mich nichtmehr los. ;-)

Das Bild soll doch ein Geheimnis bleiben!

Ausnahmweise verrate ich es dir.

Ich las das Buch "Zarathustra" von Joachim Köhler - Eine Biographie. In diesem Buch fand ich ein Foto.

"Aah! das ist ja Zarathustra!" rief Nietzsche aus, als er 1885 eine Reproduktion von Leonardo da Vincis Selbstporträt in Peter Gasts Pensionszimmer in Venedig entdeckte. "So ungefähr habe ich ihn gedacht"


Nun bin ich gefangen in Nietzsches Bann und ich bin mit Herz und Seele eine Nietzscheanerin.
Das Bild ist also ein dreifaches Geheimnis :mrgreen: :mrgreen:

Gruß, Fuu