wo war ich

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Klimperer

Beitragvon Klimperer » 07.04.2016, 18:31

bevor ich
gezeugt wurde
eine schwalbe
ein habicht
eine möwe
wo
werde ich
am ende sein
wo war am anfang
meine seele
wo
wird sie danach sein
sie gleitet
wie ein habicht
dunkel
fast schwarz
durch die ungewöhnliche höhe
und verschwindet
aus dem rahmen meines fensters

pjesma

Beitragvon pjesma » 07.04.2016, 23:36

hübsches gedicht, klimperer :-)

thematisch nicht so ganz meins, aber schön aufgefasst. und ungewöhnliche höhen scheinen mir nicht ungefährlich.
warum ist es wichtig zu wissen wo einer oder anderer viel früher war ?
ist es hier und jetzt nicht schöner?
ich war früher paar zigaretten kaufen am kiosk um die ecke, zum beispiel, irgendwas indianisches k.A. und dannach war ich gutes stück schweinefleisch holen und ein bisschen leber für die katze und dann bekam ich etwas kopfweh, aber das ist auch schon weg.

lg, pjesma

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birke
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Beitragvon birke » 08.04.2016, 12:21

oh, das mag ich sehr... sowohl vom gedanken her, als auch von der umsetzung.
das einzige, was mir etwas unstimmig erscheint ist dieses "wo (war ich)" in verbindung mit der schwalbe, dem habicht und der möwe - da müsste dann die frage wohl eher "wer" heißen? oder man müsste irgendetwas noch einschieben, damit es stimmiger wird - in etwa "dort, wo die schwalbe/ ..." hm.
und der schluss, sollte die seele nicht zunächst aus dem rahmen des fensters verschwinden, bevor sie durch "ungewöhnliche höhe gleitet"?
ungewöhnliche höhe gefällt mir übrigens sehr, vom klang her - und von der bedeutung. :)
lg
d.
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

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Mucki
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Beitragvon Mucki » 08.04.2016, 12:27

Hola Carlos,

über den Titel "wo war ich" stolperte ich auch, es müsste "wer war ich" heißen.
Ansonsten: mit dem Thema der Seele beschäftigt sich der eine oder andere wohl immer wieder. Mir geht das auch so. Das hat auch seinen Grund. Es gibt manchmal so Momente, in denen ich von etwas weiß und nicht festmachen kann, woher dieses Wissen kommen kann. Es fühlt sich wie ein Erinnern an. Zudem glaube ich an Reinkarnation. Ist nicht Thema eines jeden, ist klar, aber meines schon.

Saluditos
Mucki

pjesma

Beitragvon pjesma » 08.04.2016, 19:32

Lieber Klimperer

Mich stört, jetzt nicht bei deinem Gedicht, sondern allgemein, dass dieses schönes Wort "Schwalbe" in deutscher Sprache mit Fussballsport verbunden ist (diese Sport-disziplin (keine Art!) hat mich noch nie interessiert, auch aus Gründen). Am liebsten wäre es mir wenn es so viele Schwalben gäbe, dass keiner mehr an Fußballspielereien denkt.

lg, pjesma


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