milchstraße

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
ecb

Beitragvon ecb » 25.06.2014, 21:53

meine stummen gedanken
gehn heute weit

dort oben im dunkeln
ist mein stern

zwischen allen brennnenden welten

glänzt vergangenes
durch abwesenheit

und die töne wandern weiter
wenn sie mich erst erreicht

DonKju

Beitragvon DonKju » 29.06.2014, 11:27

hallo eva,

ich bleibe leicht zweifelnd bei diesem text. es sind einfache klare bilder, über die sich durchaus trefflich sinnieren lässt, auch wenn ich, um mephistoteles zu bemühen, sagen könnte: "... Wie würde dich die Einsicht kränken: Wer kann was Dummes, wer was Kluges denken, das nicht die Vorwelt schon gedacht? ...", denn die bilder wirken ach so vertraut und doch ...

mit sonntagsgrüßen der donkju

Mucki
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Beitragvon Mucki » 29.06.2014, 15:02

Hallo Eva,

mir geht es hier anders als Hannes. So einfach und klar sind die Bilder für mich keineswegs, vor allem die letzte Strophe nicht. Auf mich überträgt sich hier ein Nachdenken, ein Hinterfragen der eigenen Existenz.
Einzig der Passus
ecb hat geschrieben:glänzt vergangenes
durch abwesenheit

"stört" mich ein wenig, da dieser Spruch etwas abgedroschen ist. Vllt. kannst du ihn leicht umformulieren?

Liebe Grüße
Gabi

ecb

Beitragvon ecb » 29.06.2014, 21:22

Dann ist wohl immer noch etwas Abgeschmacktes an dieser Wendung, der ich geglaubt hatte, gerade das Abgeschmackte zu nehmen durch das Paradoxale und die Zeilenbrechung. Na, mal sehn, ob ich das irgendwie ändern kann.

Danke euch!

Liebe Grüße
Eva

Mucki
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Beitragvon Mucki » 29.06.2014, 21:48

Hallo Eva,

mal als Idee, wie wäre:

schimmert das vergangene
durch nichtsein


oder so ähnlich, also im Prinzip nur andere Worte wählen.

Vielleicht stört es auch nur mich. Warte doch mal andere Kommentare ab.

Liebe Grüße
Gabi

ecb

Beitragvon ecb » 29.06.2014, 22:28

Hm, das ist es noch nicht, glaube ich ...

Aber hast recht, Gabriella, ich warte einfach noch ein paar Tage, vielleicht sagt noch jemand etwas dazu, das wäre gut, und überlegen kann ich ja auch schon mal - hab vielen Dank!

Liebe Grüße
Eva

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 30.06.2014, 00:02

Ich finde diese Zeilen gar nicht abgeschmackt; vermutlich weil das "glänzt" hier ja ein tatsächlicher Glanz ist, kein metaphorischer. Der Sinn der letzten beiden Zeilen geht mir jedoch nicht recht auf. Bezieht sich das "sie" der letzten Zeile auf die Abwesenheit?

Grüße von Zefira
Vor der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.
Nach der Erleuchtung: Holz hacken, Wasser holen.

(Ikkyu Sojun)

ecb

Beitragvon ecb » 30.06.2014, 13:53

So hatte ich es selbst gedacht, Zefira - danke dir.
Das "sie" der letzten Zeile bezieht sich auf die Töne.

Liebe Grüße
Eva

Mucki
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Beitragvon Mucki » 30.06.2014, 14:03

Hallo Eva,
ecb hat geschrieben:Das "sie" der letzten Zeile bezieht sich auf die Töne.

muss es dann nicht "wenn sie mich erst erreichten" (oder "erreichen") heißen?

Liebe Grüße
Gabi

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Zefira
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Beitragvon Zefira » 30.06.2014, 14:21

Richtig, Gabi, ich verstehe es jetzt auch noch weniger als vorher ...
Eva, kannst Du uns aufklären?
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(Ikkyu Sojun)

ecb

Beitragvon ecb » 30.06.2014, 15:40

Es ist ein verschlucktes "erreicht haben", dadurch wollte ich den Anklang an "-heit" und "weit" bewahren - gibt mir jetzt echt zu denken, daß es nicht gleich so gelesen wird, dann ist das wohl nicht erkennbar.

Habt Dank für euer genaues Lesen, es ist nur gut, wenn man alles noch einmal überdenken muß.

Liebe Grüße
Eva


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