ecb hat geschrieben:nachts
auf der kippe
im scheinwerferlicht
fällt jeder müll
über mich her
schüttet mich zu
raucht und stinkt
ich rudere im schmutz
um mein leben
meine dunkle zuflucht
irgendwo
darin
wo die gedichte sind
hallo ecb,
ein konstatierender text mit wohlbekannten prosaischen bild- und begriffselementen ("auf der kippe", "im scheinwerferlicht", "jeder müll", "schüttet mich zu", "ich rudere um mein leben"), die so etwas banal /wenig aussagekräftig wirken - bis auf die einzig abweichende kombination: "meine dunkle zuflucht", die aufhorchen lässt.
auffällig die quasi 'als unspezifisch spezifizierten' näheren bestimmungsbezeichnungen "
jeder müll", "
die gedichte" - etwas schwingt dadurch mit; es könnte eine unbeholfenheit im ausdruck sein, oder etwas inhaltliches/settingbezogenes, das sich mir nicht erschließt.
"irgendwo / darin / wo" klingt, liest man es wie die vorangehenden verse im satz verbunden, ziemlich schräg - ist das beabsichtigt? springt es sonst niemandem ins auge, da es bisher nicht kommentiert wird? z11 und 12 wirken auf mich als überhöhte leerstellen; ein bisschen bedeutungsschwanger, dass sie aufeinanderfolgende, jeweils ganze verse bilden - das 'innere innehalten' aufgrund der umbrüche trägt hier für mich nicht, so erscheint mir der text etwas sperrig in einer wenig plastischen sprache.
wie das lyr.ich nähme auch ich gerne zuflucht bei gedichten, darin sagt mir der text zu.
liebe grüße!