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Haiku, 17.02.14
Verfasst: 17.02.2014, 08:56
von Wolfgang
Version Nr. 3
der schneemann wartet
mit uns
auf die schneefrau
Version 2:
der schneemann wartet
mit uns
auf den winter
der schneemann wartet
wir mit
auf den winter
Verfasst: 17.02.2014, 09:34
von scarlett
gefällt mir, wolfgang, ob nun haiku oder nicht ...
nur bissi ungelenk empfinde ich dieses "wir mit" ...
ginge nicht auch:
und wir mit ihm ?
oder kapier ich hier etwas nicht???
sca
Verfasst: 17.02.2014, 10:45
von Wolfgang
Hallo Scarlett,
lustigerweise hatte ich: "und wir mit ihm" in der Urfassung stehen; ich habe es aber verworfen, weil mir zuviele I`s in einer Zeile waren. Liest man laut: "wir mit ihm", klingt es wie: Ih! Ih! Ih! Und darauf wollte ich verzichten. Ein "und" ändert daran nicht viel.
Gruß
Wolfgang
Verfasst: 17.02.2014, 10:49
von scarlett
ok.
ich fände zwar genau diese vokalharmonie hätte was, aber gut.
Verfasst: 17.02.2014, 11:18
von Wolfgang
Da fällt mir gerade ein: "und wir mit" ginge, also ohne das "ihm". Das könnte ich verbessern.
Verfasst: 17.02.2014, 11:44
von Cicero
Hallo Wolfgang,
bleibt die Frage, wo kommt der Schneemann her, wenn der Winter noch nicht da ist.
Liebe Grüße
Cicero
Verfasst: 17.02.2014, 12:07
von birke
also, ich warte definitiv nicht auf den winter
.gif)
leider kann ich die gesamte behauptung des textes nicht so richtig nachvollziehen.
(stelle mir auch ciceros frage. wie kann etwas auf etwas warten, das nicht existiert?)
aber vielleicht bleibt mir der tiefere sinn ja verschlossen?
lg,
birke
Verfasst: 17.02.2014, 12:29
von Wolfgang
Hallo Leute,
mir war nicht bewusst, was für ein schwieriges Rätsel ich euch bereitet habe. Keine Angst, es gibt eine Lösung! Stellt euch vor, in einigen Regionen Deutschlands fällt Schnee und in einigen nicht - so wie es gerade aktuell passiert. Wohnt jemand in einer Gegend, in der es geschneit hat, kann er einen Schneemann bauen, da es aber nicht richtig Winter ist, bleibt weiterer Schnee aus. Also kann er mit dem Schneeman auf den Winter warten.
Gruß
Wolfgang
Verfasst: 17.02.2014, 12:53
von birke
verzeih, lieber wolfgang, aber deine erklärung ist /für mich/ nicht logisch ... wo bereits ein schneemann existiert, dort ist meiner meinung nach winter. ohne winter kein schnee, ohne schnee kein schneemann.
lg,
birke
Verfasst: 17.02.2014, 12:55
von scarlett
ich finde ja nun gerade dieses paradoxe gut.
so als gäbe es ihn bereits, den schneemann, der nur auf seinen einsatz wartet ...
Verfasst: 17.02.2014, 13:37
von Wolfgang
Liebe Birke,
diese,meine, Erklärung war die Voraussetzung für mein Haiku. Du sagst, es liegt Schnee, also ist Winter; ich sage, es liegt Schnee, aber das genügt für einen Winter nicht. Wenn im Schwarzwald Schnee liegt und am Bodensee die Sonne scheint, dann ist das für mich eben kein Winter. Ich finde mein Haiku insofern reizvoll, weil es hinterfragt, was denn ein Winter ist und was nicht.
Gruß
Wolfgang
Verfasst: 17.02.2014, 13:55
von birke
ah ja ... da haben wir wohl eine unterschiedliche sichtweise ... denn dann ist eben für mich im schwarzwald winter und am bodensee nicht. ;)
nein, nein, nur spaß, ich hör auf jetzt - und das paradoxe an deinem haiku hat schon durchaus was ... ist reizvoll, ja.
dieses "wir mit" finde ich auch nicht so glücklich,
wie wäre es denn einfach:
der schneemann wartet
mit uns
...
oder brauchst du hier die andere perspektive, dass "wir" mit dem schneemann warten?
gern sinniert
lg
b.
Verfasst: 17.02.2014, 14:08
von Wolfgang
Hallo Birke,
zum Verständnis meiner Texte: das Spiel mit Vorstellungen gehört bei mir dazu. Bei mir ist selten etwas so, wie man es landläufig gewohnt ist. Man kann das als schrullig abtun - meinetwegen - aber das ist nun einmal für mich der Reiz beim schreiben.
Dein Vorschlag mit dem "mit uns" gefällt mir. Wie Du vielleicht aus meinen vorherigen Kommentaren gelesen hat, habe ich mit an der I-Häufung gerieben.
Danke und Gruß
Wolfgang
Verfasst: 17.02.2014, 14:31
von Cicero
Hallo Wolfgang,
was mir ein wenig fehlt, das ist der Nachhall, der ja jedes gute Haiku ausmacht. In Deinen drei Zeilen ist eigentlich schon alles gesagt.
Liebe Grüße
Cicero