abschied
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Niko
so recht weiß ich nicht, was dazu zu sagen, EMO. es kommt mir distanziert, zu beschreibend, extrem sperrig in den ersten beiden zeilen rüber. du beschreibst einen augenblick des trennens. ja. es ist -ein bericht. ein erwähnen von fakten.
1)abschiedsaugenblick
2) sie steht im türrechteck
3)sie schaut mich an
4) die tür fällt ins schloss
5) du bist weg
in deiner version ist mir das zu wenig. da rettet auch das "still" die emotionslosigkeit nicht mehr. würdest du aber gerade genau dies unterstreichen wollen (die emotionslosigkeit) müsstest du wiederum etwas drastischer vorgehen. nach meinem empfinden. da wäre fast meine variante schon wieder passender.gif)
ich lese es. es erreicht mich nicht. schade, aber nicht schlimm.
liebe grüße: niko
1)abschiedsaugenblick
2) sie steht im türrechteck
3)sie schaut mich an
4) die tür fällt ins schloss
5) du bist weg
in deiner version ist mir das zu wenig. da rettet auch das "still" die emotionslosigkeit nicht mehr. würdest du aber gerade genau dies unterstreichen wollen (die emotionslosigkeit) müsstest du wiederum etwas drastischer vorgehen. nach meinem empfinden. da wäre fast meine variante schon wieder passender
.gif)
ich lese es. es erreicht mich nicht. schade, aber nicht schlimm.
liebe grüße: niko
Hallo Emo,
hier würde ich einerseits reduzieren, andererseits noch ein Adjektiv einfügen, das beschreibt, wie sie schaut.
Reduzieren würde ich etwa in diese Richtung:
in dem augenblick (dass es sich um den Augenblick des Abschieds handelt, wird durch den Titel klar)
stehst du still
im winkel der tür ("türrechteck" ist ein furchtbar sperriges Wort)
und schaust mich an <-- hier ein Adjektiv rein
die tür fällt ins schloss
Das "und du bist weg" finde ich zu larmoyant und ist m.E. auch obsolet durch den vorherigen Satz.
Soweit meine Gedanken dazu.
Saludos
Gabriella
hier würde ich einerseits reduzieren, andererseits noch ein Adjektiv einfügen, das beschreibt, wie sie schaut.
Reduzieren würde ich etwa in diese Richtung:
in dem augenblick (dass es sich um den Augenblick des Abschieds handelt, wird durch den Titel klar)
stehst du still
im winkel der tür ("türrechteck" ist ein furchtbar sperriges Wort)
und schaust mich an <-- hier ein Adjektiv rein
die tür fällt ins schloss
Das "und du bist weg" finde ich zu larmoyant und ist m.E. auch obsolet durch den vorherigen Satz.
Soweit meine Gedanken dazu.
Saludos
Gabriella
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EMO
Ja, ich hatte Probleme mit diesem Gedicht. Ich wusste, was ich sagen wollte, aber nicht richtig, wie.
Ich habe darüber nachgedacht (das Problem habe ich nämlich öfters, seitdem ich mich wieder der deutschen Sprache "zu betätigen versuche" – usch, das hört sich schauderhaft an) und ich glaube, es kann daran liegen, dass entsprechende Texte (Gedichte, Kurzgeschichten u. Ä) nicht mehr, wie zuvor üblich, nur auf schwedisch "zu mir kommen", sondern wie gespiegelt, in beiden Sprachen nebeneinander (und nicht als Übersetzung!) Und da entdecke ich, dass eine sprachliche Version meistens schlechter ausfällt, als die andere. Und dann fängt das hobeln an, mit nicht immer geglücktem Ausfall.
Ja, Niko, in diesem Fall enthalten beide Spiegelungen einen Bericht von Fakten, nämlich einer so gut wie gefühllosen und erleichternden Trennung und dennoch wieder nicht. Das Adjektiv, das Gabriella vermisst, hätte "traurig" sein können, aber doch nicht richtig. Ich weiss einfach nicht welches passen würde. Es war ein Abschluss, folgerichtig, etwas bedauernd, eine vermutlich beiderseitige Erleichterung – ein Abschluss eben, aber doch irendwie etwas traurig.
Laut gelesen hört sich die schwedische Version jedenfalls viel besser an, versucht es bitte selbst (Aussprache fast wie geschrieben, sk = sch, sedan = dann, stängdes = wurde geschlossen):
i avskedets ögonblick
stod du stilla
i dörrspaltens rektangel
sedan stängdes dörren
med ett klick
Dieses Phänomen der Spiegelung ist mir mit meinen anderen Sprachen (ja, es hört sich hochtrabend an) nie passiert, aber etwas anderes schon. Vielleicht haben andere Leser im Blauen Salon etwas ähnliches erlebt:
Zum einen, nach etwa zwei Jahren in Schweden stellte sich mein Gehirn auf schwedisch um, so dass ich fortan in dieser Sprache dachte und träumte. Das Schlimme daran war, das ich plötzlich weder deutsch sprechen noch denken konnte. Es war qualvoll: ich musste bei Bedarf alles schwedische mühsam ins deutsche übersetzen, sogar manchmal den Duden beanspruchen. Erst nach Monaten klappte es wieder.
Zum anderen, als ich nach längerem Aufenthalt in der Türkei (wo ich nur türkisch sprach) auf der Heimreise bei dem Umweg über Libanon in Beirut ein kurze Zeit verbrachte und da auf französisch umstellte, ging das ganz gut, aber fatalerweise mit türkischer Grammatik! Das war ganz verrückt: z. B. anstelle von "la maison" wurde immer "maison la" u.Ä.
Nun, nach diesen Ausweichern, ist es vielleicht besser, dass ich das kleine Gedicht wieder herausnehme und weiter reifen lasse. Aber vielleicht gibt es noch mehr Kommentare.
Mvh, EMO
Ich habe darüber nachgedacht (das Problem habe ich nämlich öfters, seitdem ich mich wieder der deutschen Sprache "zu betätigen versuche" – usch, das hört sich schauderhaft an) und ich glaube, es kann daran liegen, dass entsprechende Texte (Gedichte, Kurzgeschichten u. Ä) nicht mehr, wie zuvor üblich, nur auf schwedisch "zu mir kommen", sondern wie gespiegelt, in beiden Sprachen nebeneinander (und nicht als Übersetzung!) Und da entdecke ich, dass eine sprachliche Version meistens schlechter ausfällt, als die andere. Und dann fängt das hobeln an, mit nicht immer geglücktem Ausfall.
Ja, Niko, in diesem Fall enthalten beide Spiegelungen einen Bericht von Fakten, nämlich einer so gut wie gefühllosen und erleichternden Trennung und dennoch wieder nicht. Das Adjektiv, das Gabriella vermisst, hätte "traurig" sein können, aber doch nicht richtig. Ich weiss einfach nicht welches passen würde. Es war ein Abschluss, folgerichtig, etwas bedauernd, eine vermutlich beiderseitige Erleichterung – ein Abschluss eben, aber doch irendwie etwas traurig.
Laut gelesen hört sich die schwedische Version jedenfalls viel besser an, versucht es bitte selbst (Aussprache fast wie geschrieben, sk = sch, sedan = dann, stängdes = wurde geschlossen):
i avskedets ögonblick
stod du stilla
i dörrspaltens rektangel
sedan stängdes dörren
med ett klick
Dieses Phänomen der Spiegelung ist mir mit meinen anderen Sprachen (ja, es hört sich hochtrabend an) nie passiert, aber etwas anderes schon. Vielleicht haben andere Leser im Blauen Salon etwas ähnliches erlebt:
Zum einen, nach etwa zwei Jahren in Schweden stellte sich mein Gehirn auf schwedisch um, so dass ich fortan in dieser Sprache dachte und träumte. Das Schlimme daran war, das ich plötzlich weder deutsch sprechen noch denken konnte. Es war qualvoll: ich musste bei Bedarf alles schwedische mühsam ins deutsche übersetzen, sogar manchmal den Duden beanspruchen. Erst nach Monaten klappte es wieder.
Zum anderen, als ich nach längerem Aufenthalt in der Türkei (wo ich nur türkisch sprach) auf der Heimreise bei dem Umweg über Libanon in Beirut ein kurze Zeit verbrachte und da auf französisch umstellte, ging das ganz gut, aber fatalerweise mit türkischer Grammatik! Das war ganz verrückt: z. B. anstelle von "la maison" wurde immer "maison la" u.Ä.
Nun, nach diesen Ausweichern, ist es vielleicht besser, dass ich das kleine Gedicht wieder herausnehme und weiter reifen lasse. Aber vielleicht gibt es noch mehr Kommentare.
Mvh, EMO
Hallo Emo,
verblüffend, aber im Schwedischen hört es sich in meinen Ohren (ich kann kein schwedisch, höre es also rein phonetisch), tatsächlich besser an, nur "rektangel" klingt auch hier sperrig. Aber dieses "stod du stilla" und das "med ett klick" finde ich gut! Ja, dieses Phänomen mit diesen Spiegelungen zwischen den Sprachen ist mir bekannt, in meinem Fall ist es spanisch und deutsch. Als ich in Chile lebte, habe ich nach kürzester Zeit spanisch geträumt und gedacht und hab mir alles rückwärts ins Deutsch übersetzt. Es ist schon irre, wie schnell das Gehirn sich da umstellt.
Saludos
Gabriella
verblüffend, aber im Schwedischen hört es sich in meinen Ohren (ich kann kein schwedisch, höre es also rein phonetisch), tatsächlich besser an, nur "rektangel" klingt auch hier sperrig. Aber dieses "stod du stilla" und das "med ett klick" finde ich gut! Ja, dieses Phänomen mit diesen Spiegelungen zwischen den Sprachen ist mir bekannt, in meinem Fall ist es spanisch und deutsch. Als ich in Chile lebte, habe ich nach kürzester Zeit spanisch geträumt und gedacht und hab mir alles rückwärts ins Deutsch übersetzt. Es ist schon irre, wie schnell das Gehirn sich da umstellt.
Saludos
Gabriella
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EMO
Hej Gabriella,
meine Frau empfindet betreffend "rektangel" ungefähr wie du, aber sie ist wie du (nehm ich an) eine ausgesprochene Humanistin, hat für geometrisches/technisches/naturwissenschaftliches keinen Sinn. Ich könnte Rektangel mit Viereck ersetzen. Beide Begriffe ergeben die abgesehene (Bild)Einrahmung. Für mich ist sprachlich Viereck und Rektangel gleich, aber Viereck ergibt leider einen schlechteren Rhytmus. Im deutschen Text dagegen würde "Türviereck" nicht so sperrig klingen, oder doch? "Winkel der Tür" ergibt nicht das rechte Bild. Im Grunde kommt es mir auf den Einrahmungseffekt der noch offenen Tür und den Rhytmus an.
Mvh, EMO
meine Frau empfindet betreffend "rektangel" ungefähr wie du, aber sie ist wie du (nehm ich an) eine ausgesprochene Humanistin, hat für geometrisches/technisches/naturwissenschaftliches keinen Sinn. Ich könnte Rektangel mit Viereck ersetzen. Beide Begriffe ergeben die abgesehene (Bild)Einrahmung. Für mich ist sprachlich Viereck und Rektangel gleich, aber Viereck ergibt leider einen schlechteren Rhytmus. Im deutschen Text dagegen würde "Türviereck" nicht so sperrig klingen, oder doch? "Winkel der Tür" ergibt nicht das rechte Bild. Im Grunde kommt es mir auf den Einrahmungseffekt der noch offenen Tür und den Rhytmus an.
Mvh, EMO
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RäuberKneißl
Mich stört das Rechteck nicht, im Gegenteil, das trägt wesentlich zur Atmosphäre bei. Türviereck empfände ich als unbeholfen und unrhythmisch.
(Es erinnerte mich an die Zeilen 'I walked in the house / on the flat aspect of the wood / I took rectangular instruction of the wood' von Cathy Wagner's 'I walked in the house' mit ähnlicher Konnotation.)
(Es erinnerte mich an die Zeilen 'I walked in the house / on the flat aspect of the wood / I took rectangular instruction of the wood' von Cathy Wagner's 'I walked in the house' mit ähnlicher Konnotation.)
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