lichte nacht

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
Dohle

Beitragvon Dohle » 11.10.2013, 21:46

lichte nacht,
dem lichte nach!
träge füge ich mich
funkenschlag der flügel
flirrende schwarze nacht
du fliegst überall hin
der wille ist
ein zartes kind der liebe
auf wasser geschrieben

ecb

Beitragvon ecb » 12.10.2013, 11:20

Das Wortspiel um Licht und Nacht herum weist die Richtung - Schlaf, Traum, sich überlassen, sich hingeben ...
Der Gegenpol des Tages, der Wille, ein Bastard, daher Kind der Liebe, dem sich am Ende das Gedicht schuldet; das schafft, das vergeht, in dem alles vergeht - Liebe eben, daher steht es in der richtigen Sparte.

Schön angeregt habe ich mich gefühlt durch diesen kleinen Text. :daumen:

Liebe Grüße
Eva

Niko

Beitragvon Niko » 14.10.2013, 15:12

der wille ist ein zartes kind der liebe - das hat was, dohle!!!!

die spielerei um licht und nacht mag ich hier seltsamer weise weniger. warum, kann ich nicht so recht festmachen.

liebe grüße: niko

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Ylvi
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Beitragvon Ylvi » 16.10.2013, 10:26

Hallo Dohle,

das hat einen schönen mitziehenden Rhtythmus und Klang, der für mich nur an zwei Stellen etwas durchbrochen wird.
Ich möchte immer "flirrend schwarze nacht" lesen und die nächste Zeile holpert als Übergang für mich etwas.
Auch inhaltlich bin ich über das plötzlich auftauchende "Du" gestolpert, das den Fokus für mich verschiebt und das Sprachspiel um das Licht ein wenig ins Leere laufen lässt. Ohne weitere "Erkenntnis", könnte ich im Moment auf diese Zeile verzichten und würde lieber eine Leerzeile an ihre Stelle setzen.

Liebe Grüße
Flora
Das ist das Schöne an der Sprache, dass ein Wort schöner und wahrer sein kann als das, was es beschreibt. (Meir Shalev)

EMO

Beitragvon EMO » 17.10.2013, 16:23

Hej Dohle,
ein phantasieanregendes Gedicht!
Wie Flora fühle auch ich mich ein wenig im Rhythmus (zweier Zeilen) gestört:

Dohle hat geschrieben:flirrende schwarze nacht
du fliegst überall hin

insbesondere die zweite im Zitat. Vorschlag:

"flirrend schwarze nacht (Floras Vorschlag)
überall fliegst du umher" (wer ist "du"?)

Mvh, EMO

Dohle

Beitragvon Dohle » 20.10.2013, 12:42

danke ihr Lieben,
ja das mit dem Rhythmus scheint mir ein wenig Geschmacksache. das "Du" soll die intime Ebene - die Nähe zur Nacht ausdrücken.
beste Grüße an alle
Dohlenmann


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