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was vom tage blieb

Verfasst: 03.10.2013, 18:55
von Dohle
was vom tage blieb

schwebender gedanke im abendlicht
was bleibt?
trotz trüber sicht
ungetrübt getroste heiterkeit

wohl dem der gesät
wohl dem der gejätet und gebaut
ein brechendes gerüst das vor der brücke in asche fällt

noch
teilhaben
am schweifenden gesichterfang
entschleichen im lichteinfall
schwebendes echo
unerwartet süffisant

Verfasst: 04.10.2013, 19:00
von ecb
Ein Altersgedicht, eine starke Betonung des "noch", eines "dennoch" auch, das in einem freien, närrischen Kichern mündet.
Ja, etwas Befreiendes, Befreites hat dieses Gedicht.

Einzig das brechende Gerüst vor der Brücke kann ich nicht recht zuordnen - ist es ein räumliches oder zeitliches "vor"? Darüber wüßte ich gern noch etwas.

Liebe Grüße
Eva

Verfasst: 05.10.2013, 09:30
von Dohle
Liebe Eva,
ich habe mich gefreut, dass du den befreienden Gedanken auch in dem Gedicht findest.
Das brechende Gerüst ist zeitlich gemeint, es soll sich auf den Zerfall des Lebens beziehen und somit auf alles, was der Mensch darin zu erschaffen, zu "bauen" sucht. Im besten Fall, zerfällt das Lebenswerk am Ende in Asche vor einer "Brücke" (räumlich), die er Zeit seines Lebens gebaut hat, die Zukunft hat, auch wenn sie nicht selbst beschritten werden kann. Etwas bleibt also am Ende doch. Es geht weiter.
danke für deine Gedanken
Dohle

Verfasst: 12.10.2013, 11:21
von Klimperer
Ich hatte nicht, wie Eva, das Altersmotiv erkannt. Aber irgendwie fand und finde ich auch das Gedicht faszinierend.