(Momentan sind Kindheitserinnerung ja mega angesagt, gottseidank habe ich kein einziges Foto mehr aus der Zeit, aber eine Erinnerung habe ich trotzdem)
damals sagte ich mir
wenn ich alt bin
schreibe ich nur noch gedichte und
strecke den anderen die zunge raus
ich fragte meine lehrerin
warum kämmt niemand den mond
sie wollte es mir nicht sagen
später machte ich ein geruch
aus dieser frage
da warf sie mich aus dem klassenzimmer
ich ging gerne zu den enten
die enten waren klein wie ich
ich drehte brotkrummen in
ihre schnäbel
es tat ihnen gut dass ich ein lied dazu pfiff
Weißt Du noch
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Niko
später machte ich ein geruch
aus dieser frage
da warf sie mich aus dem klassenzimmer
hi,
müsste es nicht "machte ich einen geruch" heißen?
das klingt so nach: " ich kann machen, dass die luft stinkt"
wie will lyrich wissen, dass das pfeiffen den enten guttut?
ich weiß nicht, estragon.......lyrisch komm ich an deine texte nicht ran, jedenfalls öfters. sorry.....
dennoch liebe grüße: niko
Hallo Estragon,
mir gefallen Deine Kindheitserinnerungen sehr!
Für mich endet Dein Gedicht allerdings nach "Klassenzimmer"; die Entenstrophe empfinde ich als Anhängsel (das ich nicht brauche).
Ja, Niko hat recht: einEN Geruch; außerdem kenne ich nur BrotkruMen. Aber das ist marginal.
mir gefallen Deine Kindheitserinnerungen sehr!
Für mich endet Dein Gedicht allerdings nach "Klassenzimmer"; die Entenstrophe empfinde ich als Anhängsel (das ich nicht brauche).
Ja, Niko hat recht: einEN Geruch; außerdem kenne ich nur BrotkruMen. Aber das ist marginal.
o, da muss ich mich jetzt mal einmischen. Für mich ist die letzte Strophe essentiell. Ich lese die stringente Entwicklung eines "Problemkindes" heraus. Es ist ein Dichterkind, verschlossen in sich, Ausdruck suchend. Das Öffnen nach außen scheitert durch das Nichterkennen, durch die Ignoranz der Lehrerin, sie merkt nicht auf bei der kindlichen Frage, dem Angebot. Nichtverstanden wird er auffällig und fängt an zu schreien nach Aufmerksamkeit, wird Kasper, furzt in der Klasse und bekommt sie, wenn auch negativ, gewaltsam, das ist egal. Nun glaubt er an die Gewalt, kennt es nicht anders, tötet die kleinen Entchen, füttert sie trotzdem noch (das hat mich am meisten berührt, weil da so ein kitschiger guter Kern drinsteckt und das so genial umgesetzt ist), pfeifft für sie, damit sie keine Angst haben, Angst, die er zu genüge kennt.
Und "einem", ja, fänd ich auch schöner, wobei das in dieser Gegend ein verbreiteter Mundartgrammatikfehler zu sein scheint und vielleicht sogar eine weitere Nähe zum Kind erzeugen sollte.
Gruß
Und "einem", ja, fänd ich auch schöner, wobei das in dieser Gegend ein verbreiteter Mundartgrammatikfehler zu sein scheint und vielleicht sogar eine weitere Nähe zum Kind erzeugen sollte.
Gruß
"Das bin ich. Ich bin Polygonum Polymorphum" (Wolfgang Oehme)
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ecb
Ich verstehe es wie Nifl, und gerade die Stelle mit "ein geruch" finde ich ungemein evokativ in dem Sinne, daß sie einerseits Kindersprache darstellt, die, um sich wahrhaft auszudrücken, über grammatische Feinheiten hinweggeht, andererseits eine erfinderische Dimension hat, in der für mein Empfinden zusätzlich zum Geruch auch etwas wie "verrucht" oder "ruchlos" oder "berüchtigt" mitschwingt; was mir durch die für mich essentielle letzte Strophe bestätigt wird, die das Verhalten eines gequälten Kindes geradezu beispielhaft darstellt.
Ich würde keine Silbe ändern, Estragon.
LG Eva
Ich würde keine Silbe ändern, Estragon.
LG Eva
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