wie ein schatten

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
scarlett

Beitragvon scarlett » 07.08.2013, 17:14

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Niko

Beitragvon Niko » 07.08.2013, 18:49

hallo monika,

fast schon möcht ich sagen "wie gewohnt" ein guter text. aber da ist doch etwas:

den anfang bringe ich desweiteren nicht unter. es ist ein wirklich schöner anfang. ja. aber er passt mir nicht zum rest. wie wäre es denn einfach so?:
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oder aber den wirklich guten eingang anders verflechten. er - der anfang - weckt bei mir eine falsche erwartungshaltung, die ich zeile für zeile immerwieder hinterfragen muss.

liebe grüße: niko

Klimperer

Beitragvon Klimperer » 08.08.2013, 09:09

Ich kann mir denken, dass Scarlett eine Erzählung schreiben wollte, bzw. ein Stück lyrischer Prosa, entschied sich aber für die Werschwiegenheit, für die Geborgenheit der reinen Lyrik.
Die aber auch Bände sprechen kann.
Ich habe die ganze erlebte Situation vor Augen.

Das Tuch, das vom Wind zusammengetrieben wird, ist der Gegenstand des ersten Verses.

Und ein Schatten, der wahrgenommen wird ...

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birke
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Beitragvon birke » 09.08.2013, 19:32

oh, dieser text hat etwas ganz besonderes, liebe mo.

auch wenn sich mir der inhalt nicht zur gänze erschließt, gefällt mir das bild, ein sehr geheimnis-volles, geheimnis-umwittertes.

die ersten zeilen braucht es für mich unbedingt, da sich ja der schluss daran anschließt beziehungsweise mit dem anfang den rahmen bildet, für dieses gesamte bild.

gerüchte kommen mir in den sinn, etwas, was der "wanderer" aufschnappt und (vielleicht in veränderter form) der meute zuträgt.
was sich dann über einem der gesellschaft, die sich am tisch befindet, zusammenbraut. und folgen nach sich zieht ...

soweit meine gedanken hierzu ... :smile:

liebe grüße
deine di
wer lyrik schreibt, ist verrückt (peter rühmkorf)

https://versspruenge.wordpress.com/

scarlett

Beitragvon scarlett » 13.08.2013, 19:39

den anfang weg zu lassen, Niko, hmm ... ich weiß nicht recht, das ende hinge dann völlig unmotiviert im luftleeren raum.
es ist ja sowas wie das "Setting", um mal ein neudeutsches wort aus einem anderen genre zu bemühen, nicht wahr, es zeichnet den rahmen, in dem der rest "spielt": ein gartenfest, ein gedeckter tisch, an dem leute sitzen ... sich locker unterhalten ... bevor ein gerücht sich verselbständigt und das weiße tuch befleckt.
ich fürchte, ich kann das schlecht weglassen, wie gesagt, das tuch am ende braucht die erwähnung am anfang.
danke für deine überlegungen und das kompliment!

holà carlos,
du hast mit allem recht, genau so ist es /gewesen/.
hab dank!

liebe di,
der inhalt hat sich dir völlig erschlossen, würd ich sagen, deinen berlegungen kann ich nichts hinzufügen.
es ging mir genau darum, wie gerüchte entstehen, die einen unter umständen vernichten können.
dass ich dabei ein bestimmtes politisches system vor augen hatte, ist unerheblich, letztlich funktioniert verleumdung und verrat überall auf ähnliche art und weise.
hab dank für deine Gedanken, das ist alles wunderbar.

herzliche grüße euch allen,
monika/scarlett

Nutzer gelöscht

Beitragvon Nutzer gelöscht » 01.09.2013, 14:54

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Zuletzt geändert von Nutzer gelöscht am 28.05.2018, 01:27, insgesamt 1-mal geändert.

scarlett

Beitragvon scarlett » 01.09.2013, 20:09

danke, bea.

herzlichst,
mo

Xanthippe
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Beitragvon Xanthippe » 02.09.2013, 10:42

weißt du, monika, was mir neben all dem bereits erwähnten noch besonders gut gefällt, die tatsache, dass die gespräche locker sitzen in der ersten zeile, durch ein komma getrennt, aber doch in der zeile verblieben, bereitet das den weg für die alles beschmutzenden gerüchte vor, sehr geschickt eingefädelt.

Rita

Beitragvon Rita » 02.09.2013, 12:34

Hallo Scarlett,

der Weg des Gerüchtes, ja, eine lyrische Idee. Gut getroffen finde ich die Metapher "die geheime Sprache der Hunde", wobei du hier abhebst auf den "Köter", vielleicht hättest du sogar dieses Wort benutzen sollen.

Bei "bevor der Wind zusammentreibt/bescheidene Wolken" frage ich mich und ich finde auch keine Erklärung dafür, warum du hier eine Inversion benutzt, das hast du doch bei freien Rhythmen gar nicht nötig. Verstehe ich hier was nicht?

Mit dem letzten Vers "Flecken Worte auch das Tuch" komme ich nicht ganz klar.
Meinst du "beflecken"? Gestolpert bin ich auch über das Tuch. Dass es sich um ein Tischtuch handelt, geht meiner Ansicht bei dieser Formulierung und aus dem Kontext nicht hervor. Also mich lässt die ganze letzte Zeile im unklaren.

Stilistisch gibt es meinerseits keine Einwände, der Text ist ordentlich geschrieben. Ich könnte mir allerdings das Gerücht noch ein bisschen böser, niederträchtiger vorstellen. Seine Gefährlichkeit kommt mir noch nicht ganz zum Ausdruck, es liest sich einfach zu gemütlich.

Lieben Gruß, Rita

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Amanita
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Beitragvon Amanita » 02.09.2013, 15:42

"der Text ist ordentlich geschrieben" - klingt so... so... nach Schule.

Ich finde durchaus, dass das Tuch aus dem Text deutlich wird.

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Beitragvon birke » 02.09.2013, 16:58

... auch freie rhythmen haben einen rhythmus :banana_1:

und aber ja, das "tuch" ist für mich jedenfalls völlig schlüssig.

lg!
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scarlett

Beitragvon scarlett » 03.09.2013, 08:17

hallo rita,

zu deinen anmerkungen:

hätte ich explizit köter statt hunde haben wollen, hätt ich das auch so geschrieben. ich sehe dafür allerdings keine veranlassung. außerdem hätte mir das "ö" in der Umgebung überhaupt nicht gepasst.

die inversion hab ich aus rhythmusgründen gewählt, weil auch in freien versen das sprachmaterial in gewisser weise angeordnet wird, sonst kann man ja gleich prosa schreiben.

dass sich dir das tuch nicht erschließt, finde ich zwar schade, aber ändern kann ichs nicht.
auch das hat etwas mit der organisation des sprachmaterials in diesem text zu tun, der schluss wird mit dem anfang verklammert.

und was das "flecken" anbelangt, auch hier gilt, hätt ich "be-flecken" haben wollen, dann hätt ichs auch so geschrieben.
das aber ergäbe eine andere betonung und dadurch der gesamten verszeile - für meine ohren - einen "verstolperten" rhythmus.
ferner besteht zwischen den beiden wörtern ein kleiner semantischer unterschied.

dass dir der text als "ordentlich geschrieben" geschrieben erscheint, lass ich jetzt einfach mal so stehen, wiewohl mich die wortwahl etwas befremdet, aber na gut.

mit dank fürs befassen!

scarlett

scarlett

Beitragvon scarlett » 04.09.2013, 10:07

liebe xanthi,

entschuldige bitte, ich habe deinen Kommentar übersehen.

hab dank für die feine beobachtung, die mich sehr sehr freut ...

lg
monika


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