Letzter Aufbruch

Bereich für Texte mit lyrischem Charakter: z.B. Liebeslyrik, Erzählgedichte, Kurzgedichte, Formgedichte, Experimentelle Lyrik sowie satirische, humorvolle und natürlich auch kritische Gedichte
galapapa

Beitragvon galapapa » 01.08.2013, 16:57

Weiße Wolken ziehen mit dem Wind,
so als wären es Erinnerungen,
die mir aus dem Sinn entkommen sind,
ins Vergessen schweben in die Ferne.
Und ich sitz von Wehmut eng umschlungen,
bis die Nacht mich hüllt, das Licht der Sterne
mich in wundersame Träume spinnt.

Meine wunde Seele, federleicht,
treibt in friedenvolles Wohlbehagen,
alle Trübsal des Vergangnen weicht
einer stillen Gleichmut der Gedanken.
Nun kann ich die neuen Morgen wagen,
die nicht an den alten Zweifeln kranken
und in denen nichts Versäumtem gleicht.

Schlag, mein altes Herz und sei bereit,
dieses Wagnis mutig zu bestehen,
ist dein letzter Schlag auch nicht mehr weit.
Jeden Augenblick will ich genießen,
auch den letzten Schritt mit Hoffnung gehen,
nicht an Argwohn und an Furcht verdrießen,
Mut der Ungewissheit im Geleit.

Niko

Beitragvon Niko » 05.08.2013, 23:18

erinnert mich alles an eine frau klopstock. die konnte ebenso genial und flüssig reimen. aber die trug leselupen...

grüße: niko

ach ja........die worte sind mir persönlich etwas, eine spur nur zu triefig. etwas schnörkelloser und griffiger in der sprache würde mir mehr behagen.

Rita

Beitragvon Rita » 09.08.2013, 12:32

Mir gefällt dieses Gedicht, Galapapa. Warum, könnte ich kaum sagen, außer: Es liest sich gut, der Text fließt, beim Lesen habe ich das Gefühl, in die Wolken zu sehen, die endlos an mir vorüberziehen. Wehmütig sieht dein Ich das Ende vor sich, so lässt das Gedicht den Leser in einer nachdenklich-wehmütigen Stimmung zurück, vielleicht ein bisschen zu weltabgewandt, denn noch wird das Ich noch ein ganzes Stück Leben zu bewältigen haben.

Lieben Gruß, Rita

Rita

Beitragvon Rita » 09.08.2013, 12:34

Rita hat geschrieben:Mir gefällt dieses Gedicht, Galapapa. Warum, könnte ich kaum sagen, außer: Es liest sich gut, der Text fließt, beim Lesen habe ich das Gefühl, in die Wolken zu sehen, die endlos an mir vorüberziehen. Wehmütig, leicht romantisierend sieht dein Ich das Ende vor sich, so lässt das Gedicht den Leser in einer nachdenklich-wehmütigen Stimmung zurück, vielleicht ein bisschen zu weltabgewandt, denn noch wird das Ich ein ganzes Stück Leben zu bewältigen haben. Die vorletzte Zeile lässt mich etwas stolpern wegen des "verdrießen".

Lieben Gruß, Rita

galapapa

Beitragvon galapapa » 14.08.2013, 14:16

Hallo Niko,
das ist wie mit einem Möbelstück: Was dem Einen das Schlichte und Funktionsbezogene, das ist dem Anderen die Verzierung und die Schnitzerei.
Verschiedene Generationen haben oft recht unterschiedliche Geschmäcker und ich glaube, das hat damit zu tun, wie und unter welchen Umständen die Menschen in ihre Umwelt hineingewachsen sind. Wer sehr eng mit der Natur verbunden ist, der wird auch romantischer fühlen und denken.
Zum Glück ist unsere Welt so reich, dass für jeden etwas dabei ist.
Danke für Deinen Kommentar und herzliche Grüße!
galapapa

Liebe Rita,
es feut mich, dass Dir mein Gedicht gefallen hat.
Fast jeder wird sich irgendwann mit solchen Stimmungen auseinandersetzen müssen.
Zu altern bedeutet oft auch einsam zu werden, weil man dem Tempo nicht mehr folgen kann und das Leben an einem vorbeizieht, einen nicht mehr mitnimmt. So entsteht die Weltabgewandtheit.
Dnake für Deinen Kommentar und liebe Grüße!
galapapa


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