Seite 1 von 1

feingefühl

Verfasst: 19.07.2013, 23:10
von pjesma
(bei heutigem gedichtesortirerei gefunden, nix zum wegschmeißen, nix zum aufheben...weiß nicht wohin damit, also hier ;-)



ein dichter saß auf seinem stuhle
und schrieb darob
„was nun ich fühle“
er schaute starr auf eine vase
und schaltete die augen, nase
ein, um besser vorzuführen
wie tief kann sein gesang berühren
mit auswahl an karät’gen worten
mit klängen wie von himmelspforten
wollte er den vogel fangen
aller schönen ditiramben
wollte locken mit sonetten
reime legen in die ketten
wollte sagen: bin ich geil
nebst dem können, mir zu teil
fiel auch edles feingefühl
fantasie und eigenstil
bin ein dichter ! wörteschmied!
und gleich schmiede ich ein lied
darob was ich nun mal fühle:
wundes sitzfleisch von dem stuhle

Verfasst: 19.07.2013, 23:29
von scarlett
:mrgreen:

ja ja so kanns gehen ...

das zweimalige ungewöhnliche "darob" tät ich vermeiden wollen, aber mei ... die dichter, die dichter ...

köstlich!

Verfasst: 19.07.2013, 23:40
von pjesma
:spin2:

Verfasst: 20.07.2013, 01:06
von Niko
ich find die "darob's grad passend. wortschmied oder wörterschmied?
und stuhle und fühle als reim.......hm........nuja.....

find's aber ebenso köstlich!

einen lieben gruß darob: niko

Verfasst: 20.07.2013, 10:48
von Klimperer
Ich denke wie Niko, Pjesma.

Stuhle un fühle ...

Das ist ja die Tücke des Reims: Du sitzt in einer Falle.

Vielleicht versuchst du einen anderen Reim, befreist du dich von diesem Stuhl ... Es würde sich lohnen. Und den Poet bis zum Schluss nicht zu Wort kommen lassen, in der dritten Person bleiben ...